Testbericht

Canton DM 90.2 im Test

Canton hat seine große Soundbar DM 90.2 überarbeitet. Der Preis (1350 Euro) blieb der gleiche, Einsatzmöglichkeiten und Klang wuchsen gewaltig.

Canton  DM 90.2, soundbar, lautsprecher

© Josef Bleier, Stefan Rudnick, Hersteller

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Canton  DM 90.2, soundbar, lautsprecher

© Josef Bleier, Stefan Rudnick, Hersteller

Die große Beliebtheit von Soundbars bei Hausfrauen erklärt sich von selbst: eine statt sechs (oder mehr) Boxen - und klein genug, um unter dem Fernseher zu verschwinden. Auch Canton bedient dieses Genre, hat ihm aber die Würde gelassen.Plastik sucht man hier vergebens, und richtig klein ist die DM 90.2 auch nicht. Der Korpus entspricht einem klassisch gut verarbeiteten und sehr stabilen) Canton-Lautsprechergehäuse; dessen Lebendgewicht beträgt 17,5 Kilo.Und solch ein Gehäuse ist es im Wesentlichen ja auch. Sechs Chassis sind hier auf der Frontseite eingebaut: Vier Tieftöner übernehmen den Subwoofer-Part, die beiden Koax-Treiber (außen) den Mittelhochtonbereich. Das Ganze wird über eine intelligente Elektronik so geschickt angesteuert, dass man mit dem eng begrenzten 2.1-Stereo-System die Illusion großer Mehrkanal-Räumlichkeit schaffen kann.

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© Stereoplay

Canton DM 90.2

Das Konzept gibt es bei Canton seit 2008. Klanglich war es schon damals recht stark, aber technisch nicht wirklich auf dem neuesten Stand. Mit der Version .2 haben die Hessen nun deutlich nachgerüstet. Und zwar nicht an der Grundstruktur -Gehäuse und Chassis-Bestückung blieben gleich -, sondern mit einem neuen Prozessor.Durch dessen höhere Rechengeschwindigkeit hat auch die Auflösung und damit die Frequenzgang-Bandbreite zugenommen. Dank der größeren Rechen-Power ist nun auch eine Hochpass-Filterung möglich, und die DM 90.2 kann sehr viel feinfühliger an die Akustik des heimischen Hörraums angepasst werden.Drei Filter lassen sich in der Frequenz, im Pegel (-12 bis +6 Dezibel) und in der Güte (wie breit der Filter wirkt) nahezu frei wählen. Das reicht in der Regel, jedes akustisch noch so verkorksten Hörraums Herr zu werden. Für die Position des DM 90.2 gibt Canton Empfehlungen, wie die Filter einzustellen sind. Freie Aufstellung (quasi die Werkseinstellung), auf dem geschlossenen Sideboard oder im offenen Regal? Sogar der Abstand zum Boden wird berücksichtigt. Aber natürlich darf jeder nach Herzenslust selbst probieren - und hat sechs Plätze, um das Ergebnis zu speichern. Der Zugang ist ausgesprochen einfach. Die neue Fernbedienung erklärt sich fast von selbst und ist dank des Displays auch unabhängig von einem Bildschirm. Nach drei Sekunden Druck auf die Menü-Taste ist man schon im Setup. Wer auf einem iPod navigieren kann, wird sich auch hier leicht zurechtfinden.

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© Hersteller/Archiv

Eine Besonderheit dieser Fernbedienung ist die Kombination aus Infrarot- und Funk- Signalgeber. Funk, um eine schnelle Interaktion mit den Funktionen des DM 90.2 zu gewährleisten, Infrarot, weil der lernfähige Tausendsassa ja auch Blu-ray-Player und TV-Geräte steuern soll.Für den Hörtest probierten wir im Hörraum verschiedene Szenarien aus: an der Wand und frei stehend, links in der Ecke oder direkt vor dem Hörplatz. Die Hörraum-Anpassungen funktionierten bestens - wenn man schon wusste, wo die Dröhnfrequenzen liegen. Eine Einmess-Automatik, wie man sie von den meisten AV-Receivern her kennt, sucht man hier vergebens.Das ist allerdings kein Verlust. Bei einem breit angelegten stereoplay-Versuch mit verschiedensten Einmess-Automatiken selbst teurer Subwoofer und Receiver war das Ergebnis durchgängig schlecht - das eigene Ohr ist letztlich immer noch das entscheidende Messinstrument - und die Eingabe per Hand folglich fast immer überlegen.Verblüffend, was schon nach kurzem Klangtuning aus dem Riegel herauskam. Bereits vom DM 70 waren wir mehr als begeistert, aber die DM 90.2 legt nun in allen Bereichen noch eins drauf.Im Surround-Durchgang wirkte die Raumdarstellung größer, höher und tiefer. Das Klangbild gewann insgesamt an Klarheit, Frische und Dynamik - was sich vor allem in der nochmals gesteigerten Tiefbass-Qualität niederschlug: In Stevie Wonders "Master Blaster" (Blu-ray: " Live At Last") drückten die satt getretenen Bassdrums wohltuend auf die Magengegend. Einen solchen Bass-Kick kriegt keine andere Soundbar hin.

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© Stereoplay

Superbe Aufwertung des neuen Canton DM 90.2: Die drahtlosen (und zwangsweise aktiven) Rear-Speaker your_Duo (500 Euro).

Schon hier wird klar: Für alle, die wirklich nur mit einer Box das Heimkino ins Wohnzimmer holen wollen, ist die DM 90.2 womöglich die beste Alternative. Und für jene, die noch etwas Platz und Geld erübrigen wollen, gibt es klanglich höchst überzeugende Aufrüst-Varianten.Doch noch mal zurück zum Hörtest. Als zentrales Musik-System im Wohnzimmer wird auch über die DM 90.2 vorwiegend Stereo-Ton laufen. Und dies meistert die Soundbar mit noch mehr Bravour. Selbst in der "Wide"-Einstellung, in welcher der DSP das Klangbild in die Breite zieht, fetzt die 90er los, dass man seinen Ohren kaum traut. Ein Klassiker wie "Jazz At The Pawnshop" kam wunderbar realistisch; jedes Detail war zu hören, man fühlte sich direkt in den Pawnshop versetzt. Schwierige Stimmen-Passagen (Weihnachtsoratorium, DG) transportierte die DM 90.2 nicht ganz so ausgewogen, dafür aber um einiges dynamischer als die von stereoplay so hoch geschätzten Kompaktboxen Heco MC 100 in den Hörraum. Wahrlich nicht übel für ein Music-Center mit derart vielen Möglichkeiten.

Von Apple lernen

Die neue Fernbedienung im Apple-Look ist quasi das Erkennungszeichen für die .2-Version der "Digital Movie"-Serie. Sie ist lernfähig und kann - dank Infrarot- und Funk-Signalgebung - alle Geräte um den TV herum bedienen.

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© Stereoplay

Ebenfalls eine sinnvolle Ergänzung, um iPod & Co. anzuschließen: Canton your_Dock für 150 Euro.

Sinnvolle Ergänzungen

Am besten mit SubwooferDas DM 90.2 sieht zwar (weil so komprimiert) ausgesprochen Hausfrauen-kompatibel aus, aber es kann auch anders. Zum Beispiel ist im Setup eine Einstellung mit zusätzlichem Subwoofer (Subwoofer = aktiv) vorgesehen. Das konterkariert die Idee des "Klein & Smart", klingt aber gleich noch mal viel erwachsener. Im Hörraum machten wir mehrere Durchgänge mit dem your_Sub (800 Euro). Gemeinhin haben Wireless-Geräte eine relativ große Delay-Time - im Falle des your_Sub sind es 17 Millisekunden. Dennoch muss man beim DM 90.2 nicht korrigieren, weil dies schon vorab berücksichtigt wurde. Gleiches gilt für den Anschluss von Wireless-Rearboxen. Wir griffen zu den your_Duo - und waren begeistert.

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