Testbericht

Kompaktlautsprecher KEF XQ 20

Waren keine hämmernden Bassbeats wiederzugeben, erinnerte die kleine KEF XQ 20 (1800 Euro pro Paar) an ihre große Schwester XQ 40: Genau definierter, doch wunderbar in die Tiefe gezogener Raum.

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Kompaktlautsprecher KEF XQ 20

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Kompaktlautsprecher KEF XQ 20
KEF XQ 20

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Feine Zutaten: Die Kalotte sitzt mit ihrem "Crown Waveguide" innerhalb der Tieftönerspule, die Schallführung ist ausgeklügelt.

Alles in einem Punkt

Die XQ 20 setzt natürlich auf das Chassis-Markenzeichen von KEF: den UniQ genannten Koaxialtöner. Bei der 1800 Euro teuren Kompaktbox bleibt das sogar der einzige Schallwandler - auf eine zusätzliche Bassquelle muss die gediegen rund geformte Box verzichten. Weil die Konusmembran damit gleichzeitig größere Basshübe wiedergeben, aber auch als Schallführung für den eingebetteten Hochtöner dienen muss, sind koaxiale 2-Wege-Boxen grundsätzlich erst einmal anfällig für Intermodulationen und andere unschöne Wechselwirkungen zwischen beiden Chassis.

KEF XQ 20

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Frontplatte und das sauber verrundete Reflexrohr ergeben eine Einheit und werden entkoppelt mit der Schallwand verschraubt.

KEF hat deshalb in der neuesten Version besonders die Formgebung der Membran und die starre metallene Schallführungseinheit um den Hochtöner herum optimiert, damit auch bei heftigen Bewegungen des Tiefmitteltöners der Hochtonschall nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Demselben Zweck dienen unter anderem die "Crown Waveguide" genannten Metallverstrebungen, die Resonanzverstärkungen direkt vor der Hochtonmembran verhindern sollen. Denn das Innere der Konusmembran wirkt wie ein großer Hornmund - und ältere Koaxialtöner, die nicht so ausgereift sind wie der UniQ, weisen im Bereich zwischen 7 und 15 kHz typischerweise recht heftige Resonanzstellen und Auslöschungen auf.

Beim Material setzte man auf Klassisches: Der 16,5 Zentimeter messende Konus ist ein sehr deutlich verrundetes und dadurch verwindungssteifes Modell aus dem eher weichen Polypropylen, die 19 Millimeter kleine Kalotte besteht aus einer Metalllegierung. Dank der Druckverstärkung durch die Schallführung kann sie bereits bei ungewöhnlich tiefen 2400 Hz eingesetzt werden, wodurch die Box insgesamt ein deutliches, aber sehr gleichmäßiges Bündelungsverhalten aufweist - und die Polypropmembran nicht mehr im Bereich ihrer Partialschwingungen betrieben werden muss. Etwas weniger Mühe gaben sich die KEF-Konstrukteure außerhalb des Chassis: Sowohl das Bi-Wiring-Terminal wie auch die etwas dünn geratenen internen Verkabelungen sprechen eher den Pragmatiker an als den High-Ender.

Creek Evo 2

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Passt zu: Die KEF XQ 20 ist grundsätzlich unkritisch in der Kombination und verlangt dank gutem Kennschalldruck und gleichmäßiger Impedanz keine Wunderdinge. Auch klanglich dürften die meisten Mittelklasse-Amps passen, wobei ihr die tendenziell neutraleren oder etwas schlankeren Exemplare gut zu Gehör standen. Mit dem Creek tönte es ungewohnt feinsinnig und hochauflösend.

Grosse Klasse

Letzterer sollte sich aber wenigstens vom Klang der hochglänzend lackierten Skulptur versöhnen lassen:  mit traumwandlerisch sicher positionierten Stimmen - besonders bei Bühnen- und Sakralwerken wie Bachs "Matthäuspassion" (Kuijken, Challenge Classics) fiel diese frappierende Selbstverständlichkeit in Abbildung und Detaildarstellung auf. Dazu offerierte sie eine betont sanfte, doch natürliche Klangfarbendarstellung mit guter Ausleuchtung aller Register.

Ihr Bassfundament war nicht dominant, darf aber angesichts der Gehäusegröße als erstaunlich gelten und ordnete sich bei Miles Davis' "Tutu" sehr musikdienlich ins Geschehen ein. Einen zusätzlichen Basstöner vermissten die Tester höchstens, wenn man die XQ 20 mit wirklich gemeinen Tiefbassattacken bei kräftigen Lautstärken kitzelte: Dann verlor die KEF wieder etwas von ihrem Swing und der lockeren Selbstverständlichkeit. Doch die allermeisten Hörer werden im Wohnzimmer solche Pegel ohnehin nicht realisieren, sondern sich an einer ungemein stimmigen, wunderschön abbildenden Kompaktbox erfreuen.

KEF XQ 20

HerstellerKEF
Preis1800.00 €
Wertung85.0 Punkte
Testverfahren1.0

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