Testbericht

Marantz PM 6002

Ein Vollverstärker so komfortabel wie in der Hochzeit der Stereophonie

  1. Marantz PM 6002
  2. Datenblatt
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© Archiv

Dass Marantz ein Herz für die Analog-Klientel hat, belegt auch der gut gerüstete Vollverstärker PM 6002, rechtmäßiger Erbe von Legende Nummer 2, dem Vorgänger PM 4002 OSE. Zwar verarbeitet der 6002er nur die Signale von MM-Tonabnehmern - aber immerhin: Er hat wenigstens einen Phono-Zug. 

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© H.Härle

Sowohl die Cinch-Buchsen als auch die Boxenklemmen wirken sehr solide

Und Sie betreiben nicht nur einen Cassettenrecorder, sondern gleich zwei? Richtig feiste Teile mit jeweils drei Köpfen? Toll, da wird Ihnen der Marantz-Verstärker schon deshalb gefallen, weil auf seiner aufgeräumten Front ein Monitorschalter für die sogenannte Hinterbandkontrolle prangt - und weil Sie darüber hinaus nach Herzenslust von einem Recorder zum anderen überspielen können. In beide Richtungen, so wie das früher üblich war.

Loudness on board

Dass der PM 6002 nicht spartanisch ausgelegt ist, zeigt auch eine Loudness-Taste, die rechts außen lockt. Sie wurde früher gerne im "Fachhandel" aktiviert, um eher dünn tönende Verstärker im Vergleich zu Amps anderer Fabrikate vollmundiger wirken zu lassen. Loudness verbiegt den Frequenzgang im Bass- und Hochtonbereich und gaukelt gerade in leisen Passagen Kraft und Fülle vor. Keine Überraschung in diesem Zusammenhang: Ein Klangregelwerk klassischer Ausführung durfte nicht fehlen. Zur Erleichterung des audiophilen Gewissens lässt sich die Klangverbiegung via Tastendruck auf "Source Direct" begradigen. Dominantestes Bauteil im 6002er und mit Sicherheit überdimensioniert ist der (verhältnismäßig) gewaltige Ringkerntransformator. Ein Garant für Kraft - obwohl die Leistungsausbeute mit 51 Watt an acht und 75 Watt an vier Ohm doch eher von Bescheidenheit kündet. Überhaupt nicht bescheiden und absolut zu begrüßen in der Preisklasse: Die Cinchbuchsen tragen wie die erstaunlich stabilen, für zwei Boxenpaare ausgelegten Lautsprecherklemmen ein Kleid aus korrosionsbeständigem Gold.

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© Archiv

Statt labriger Netzstrippe akzeptiert der PM 6002 auch solide Netzkabel.

Hörtest

Auf Klangfarben und Dynamik hin getrimmt, in der Raumdarstellung aber verhaltener, spielte sich der PM 6002 in die Herzen der Tester. Insbesondere mit kleineren Ensembles, ob Jazz, Pop oder Klassik, war er in seinem Element. Eine tolle Empfehlung, wenn der Raum nicht zu groß und der Leistungshunger der Boxen nicht zu gewaltig ist. Holt dieser Aufsteiger-Verstärker auch Vinyl-Einsteiger ab? Mit Platte via Phono - na ja, das klang schon recht flach. Aber die Trickkiste hat der PM 6002 für diesen Fall schon serienmäßig eingebaut: Nach dem Aktivieren der Loudness-Funktion tönte Vinyl passabel.

Marantz PM 6002

HerstellerMarantz
Preis400.00 €
Wertung65.0 Punkte
Testverfahren1.0

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