Testbericht

NAD C-515 BEE

NAD stellte gerade den CD-Player C 515 BEE und den Vollverstärker C 355 BEE neu in seine "Classic Line". Schön und gut - und gar nicht teuer.

  1. NAD C-515 BEE
  2. Datenblatt
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© Archiv

High End zum Low Price - dafür war die inzwischen kanadisch-taiwanesische Firma mit dem Kürzel für "New Acoustic Dimension" schließlich schon immer gut.  Der nur 300 Euro teure CD-Spieler C 515 BEE - die präzise unverbindliche Preisempfehlung lautet sogar 295 Euro - steht in der Erbfolge solcher Preisbrecher wie dem Player C 521i, der seit dem Test in AUDIO 12/02 noch immer einen Bestenlisten-Rekord hält: 90 Punkte für 350 Euro. BEE - dies sind übrigens die Initialen von Chefentwickler Björn Erik Edvardsen, der seine Tuning-Künste jetzt also auch dem kleinsten NAD-Player angedeihen lässt. 

So findet man in dem nur 24 Zentimeter tiefen und sechs Zentimeter hohen Gerät nach dem Abheben des erstaunlich schweren Deckels zwei getrennte, von eigenen Abgriffen am Schnittbandkern-Transformator stromversorgte Platinen für den digitalen und analogen Part. Im ersteren werden übrigens auch die Daten von MP3- oder WMA-bespielten CDs ausgelesen. 

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© Foto: H.Härle

Für einen Player seiner Klasse leistet sich der NAD C-515 BEE üppige Stromversorgung und edle Ausgangsstufen.

Die mit 16 Bit Wortbreite und 44,1 Kilohertz Abtastfrequenz feiner aufgelösten PCM-Zahlenreihen erfreuen sich erst eines sogenannten Re-Samplings auf 192 kHz, bevor sie in - auf der Platinen-Unterseite verborgenen - Digital/Analogwandlern verarbeitet werden, die intern mit 24 Bit rechnen: etablierte Verfahren, um die analogen Spannungsverläufe möglichst genau und damit möglichst detailreich zu rekonstruieren. Den digitalen Datenstrom hält der 515 dabei nicht hundertprozentig genau im Takt, was der recht hohe Jitterwert von 949 Picosekunden verrät. Werte unter 200 ps gelten als risikofrei, darüber kann es zu Rauigkeiten im Klang kommen. Kann, muss aber nicht, wie der gleichfalls vom Takt-Tatterich befallene, aber glänzend stabil klingende PlayerNAD M5 bewies.

Das Zittern war übrigens der einzige Fauxpas, den sich der C 515 BEE im Labor leistete, ansonsten zeigt der Player exzellente Werte: Mit 109 dB Rauschabstand produziert er weit weniger Störgeräusche als mancher High-End-Gigant. Die mit erstaunlich vielen Einzelbauteilen bestückte Ausgangsstufe lässt mit einem niedrigen Widerstand von nur 149 Ohm auch lange Cinch-Verbindungen zum Verstärker ohne Höheneinbußen zu.  

Hörtest

Die begehrten 90 Zähler schaffte der NAD C 515 BEE. Es war schon fast beängstigend, wie gut dieser kleine Player ein Riesenorchester im Raum sortierte, wie genau er Stimmen dort platzierte und wie sensibel er dabei Schwingungen und Stimmungen reproduzierte.

Ob den metallstrotzenden Sopran einer Maria Callas oder den sanften Pop-Bariton eines James Taylor, ob den gleißenden Tenor eines Fritz Wunderlich oder das whiskeysatte Organ von Janis Joplin: Absolut neutral in der Kolorierung, absolut engagiert in der Dynamik, zog der C 515 BEE mit dem hauseigenen C 525 BEE gleich. Einzig eine leichte Unruhe im ganz Leisen und etwas Zurückhaltung im Tiefbass verhinderten eine noch höhere Einstufung.

NAD C 515 BEE

HerstellerNAD
Preis300.00 €
Wertung90.0 Punkte
Testverfahren1.0

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