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Testbericht

NAD C 656 BEE

Der C 565 BEE ist der klassische Wolf im Schafspelz: Auf den ersten Blick zeigt er braven, unscheinbaren NAD-Look, auf den zweiten Blick irritiert er mit dickwandig-steifem, passgenauem Gehäuse und seidiger Frontplatte, aber erst auf den dritten Blick, der nun unter die Haube geht, meldet er ernsthafte High-End-Ansprüche an.

Inhalt
  1. NAD C 656 BEE
  2. Datenblatt

© Archiv

Pro

  • edles Design
  • lebendiger Sound

Contra

  • wenig Anschlüsse

Genau so wollen es die Fans: außen schlicht, innen teure Wandlerchips, kerniger, mit polierter Chrom(!)-Haube gepimpter Ringkerntrafo und sorgfältige, vielfach geregelte und stabilisierte Betriebsspannungen. Auch der NAD wandelt die Abtastrate, hier ist die Funktion aber schaltbar: Aus, 96k, 192k. Hinzu kommt ein fünffach variables Digitalfilter, unterm Strich also allein 15 klanglich (minimal) unterschiedliche Einstellungen, aus denen Goldohren ihre Favoriten heraushören dürfen.

© H.Härle, J.Bauer, Hersteller

Der Abtastratenwandler (Pfeil) brachte bei CD keinen Vorteil, erwies sich aber bei MP3-Wiedergabe über USB als segensreich. Die Chromkappe auf dem Trafo könnte einen neuen Design-Trend bei CD-Playern auslösen - bisher waren kupferfarbene oder bedruckte Deckel mehr en vogue.

Dass der NAD am Heck nur einen Digital-Input hat, und dann auch noch den wegen seines höheren Jittereintrags unbeliebten optischen, lässt sich verschmerzen: DVB-Boxen schließt man eh besser optisch an (weil sie an elektrisch leitenden Koax-Kabeln notorisch Brummschleifen mit der Sat-Leitung bilden), und an der Front des Players findet sich mit dem USB-Eingang ein in der Praxis fast noch wertvolleres Feature: Eine Minifestplatte voller MP3s dort angeschlossen, und der NAD wird zur Party-Jukebox. Das funktioniert dank schönem, schnellem Display recht übersichtlich, vor allem aber verblüffend klangstark: Gäste, die nach dem ersten Bier noch etwas an hier abgespielten MP3s (VBR, ~256 kbps) auszusetzen haben, dürfen als Wunder der Natur gelten und haben freien Zutritt zum CD-Regal verdient.

Kaufberatung: Top-Speaker um 2.000 Euro

Im Hörtest konnte der NAD mit etwas anderen Schwerpunkten unterm Strich mit dem Cambridge 740 C gleichziehen: Er wirkte noch etwas lebendiger und feiner durchgezeichnet, fast schon übertrieben ausdrucksstark im feindynamischen Aufbau. Dafür fehlte ihm räumlich eine Handbreit, und bei komplexen, lauten Passagen wirkte er nicht ganz so entspannt wie der Cambridge. Ein Patt, bestätigt nach langem Hin und Her, und nach Querchecks mit dem noch kräftigeren, in den Mitten fruchtigeren 840_C (105 Punkte) und dem etwas behäbigeren NAD C_542 (95 Punkte).

NAD C 565 BEE

NAD C 565 BEE
Hersteller NAD
Preis 900.00 €
Wertung 100.0 Punkte
Testverfahren 1.0

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