Testbericht

Stereo-Komplettanlage NAD Viso Two

Der Viso Two aus dem Hause NAD ist nicht nur schön, er ist auch schön praktisch: Stereo-Receiver und DVD-Player in einem.

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© Archiv

Den Stereo-DVD-Receiver Viso Two für rund 1200 Euro schmücken sauber gearbeitete Armaturen in Chrom-Optik, eine Front aus eloxiertem, gebürstetem Aluminium und eine Haube, gemacht wie für einen edlen Zwölfzylinder - mit kleinen Gitterfenstern zum neugierigen Bestaunen des Innenraumes. In der Serienausstattung enthalten ist eine zwar nicht ganz so elegante, dafür ergonomisch einwandfreie Fernbedienung, mit der man dank blau leuchtender Tasten und Lernfunktion auch im Dunkeln stets die Kontrolle behält.

Schön am NAD ist auch seine Vielseitigkeit. Kaum eine Scheibe oder ein Datenformat, das ihn ins Schleudern bringt. Selbst auf MP3- oder WMA-Dateien versteht er sich, wenn sie ihm auf einer CD dargereicht werden. Auch DVD-Audio-Scheiben finden beim Viso noch Zuflucht. Moderne Kollegen wie der iPod dürfen ebenfalls an Bord - mit dem optional erhältlichen Dock IPD1 für 130 Euro. Sogar an ein DAB-Modul haben die Entwickler gedacht - in Deutschland jedoch dürfte es wohl eines der weniger gefragten Zubehörteile bleiben. Hierzulande bringt der eingebaute UKW- und MW-Tuner mit je 30 Sender-Speicherplätzen doch mehr.

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© J.Winkler

Der Ventilator sitzt an einem "Windkanal" und arbeitet sehr geräuschlos.

Schön gemacht

Auf der Rückseite des NAD sticht wie ein gewaltiges Auspuffrohr die große Ventilator-Öffnung ins Auge. Sie gehört nicht etwa zu einer lärmenden Mini-Turbine, sondern ist Teil eines Windkanals, der geräuschlos die beiden diskreten Endstufen abkühlt. Der reine Stereo-Aufbau von DVD-Receivern hat bei NAD Tradition; schon die erfolgreichen Modelle L 53 und L 54 (AUDIO 11/07) setzten ganz auf Zweikanal-Wiedergabe, wahlweise unterstützt von einem aktiven Subwoofer. Der Vorteil gegenüber den mehrkanaligen Kollegen (auch den Viso gibt es als Sechskanal-Variante mit dem Namen Five) liegt auf der Hand: weniger Boxen, weniger Kabel, weniger Einstellungs-Stress. Zumal das On-Screen-Display des NAD die wenigen Justierungsschritte so angenehm wie möglich gestaltet.

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Die Rückansicht

Verbessert

Ein paar Unterschiede zu seinen Vorgängern hat der Viso Two natürlich zu bieten. Zum einen prangt auf seiner Rückseite endlich ein HDMI-Anschluss, der DVD-Halbbilder sogar bis auf 1080 Zeilen skaliert. Der digitale Königsweg für analoges Video bleibt aber leider verwehrt: Signale von Componenten-, S-Video- oder Video-Eingang werden nicht konvertiert.

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Die Fernbedienung ist gut konzipiert

Zum anderen gibt es nun verbesserte Trick-Technik für die Surround-Wiedergabe auch aus zwei Boxen. War im L 54 noch ein etwas uninspiriertes "SRS TruSurround" am Werk, spielt hier "Dolby Virtual Speaker" auf, das gerade bei Film-Soundtracks Dialoge und auch Effekte bedeutend besser zu Gehör bringt. Selbst ambitionierte Filmfans dürften jetzt, bei dieser Zweikanal-Variante, nicht viel vermissen. Es sei denn, die Dolby-Digital-Spur der Disc ist mit "Dynamic Range Control"-Informationen gespickt. Diese Steuerbefehle setzen an Stellen mit viel Musik und Effekten das Zeichen für den Verstärker, die Lautstärke doch bitte herunterzuregeln - um eventuelle Nachbarschafts-Kriege zu verhindern. Im Grunde sehr sinnvoll, allerdings gehorchte der Viso diesen Befehlen auch dann, wenn die Option im Menü eigentlich deaktiviert war.

Bei Musik-DVDs droht jene Gefahr nicht, und der NAD machte mit der Übersetzung einer Sechskanal-Spur in reines Stereo einen souveränen Job. Dabei war er besser als die originale Dolby-Stereo-Spur. Die Bässe brachte er nicht aggressiv ins Spiel, er ließ sie harmonisch ins Klangbild einfließen. Bei der Stimme von Norah Jones fehlte ab und an, wenn Klavier und Gitarre noch ihren Anteil forderten, das letzte Quäntchen Kraft für die feinsten Nuancen. Grundton und Mitten malte der Receiver mit kräftigeren Farben.

Eines ist jetzt schon gewiss: Der NAD Viso Two wird ein Renner. Garantiert. 

NAD Viso Two

HerstellerNAD
Preis1200.00 €
Testverfahren1.0

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