Praxistest

Parrot Asteroid im Test

Das Parrot Asteroid ist das erste Autoradio mit Android-Betriebssystem - mit Internet-Zugang, Bluetooth und Zusatz-Apps.

Parrot Asteroid

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Das Asteroid ist ein völlig neuartiges 1-DIN-Autoradio, das den Markt nachhaltig verändern und damit ein sogenannter Game-Changer sein könnte. Das Asteroid ist ein Autoradio mit der Möglichkeit, Software, also Apps nachträglich zu installieren. Nicht, dass es in den vergangenen zehn Jahren keine Ansätze für ein solches Produkt gegeben hätte - doch der erste Microsoft Auto-PC im Radio-Format zum Beispiel konnte sich nicht durchsetzen; und die Autohersteller meiden noch heute frei zugängliche Software-Schnittstellen aus Angst vor Viren wie der Teufel das Weihwasser.

Android spricht automotive

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Das Parrot Asteroid ist dank dem fehlenden CD-Laufwerk nicht so tief wie andere Autoradios, was den Einbau erleichtert.

Parrot hat sich für sein Asteroid das Smartphone-Betriebssystem Android in der Version 1.5 zur Brust genommen und auf das kleine, aber hochauflösende 3,2-Zoll-Farbdisplay und Automotive-Tauglichkeit umprogrammiert: Anstatt der sonst üblichen Touchscreen-Bedienung steuert man das Asteroid klassisch mit dem großen Dreh-Drück-Steller, ebenso erfolgt die Texteingabe, kleine Icons oder Dateiordner sucht man vergebens. Parrot hat eine komplett neue Oberfläche aufgesetzt, Android läuft nur im Hintergrund.

Noch nicht fertig, aber bald erhältlich sein soll das Software Developer Kit, mit dem wie bei Smartphones jeder Software-Entwickler Apps für das Autoradio schreiben kann. Ähnlich wie beim iPhone müssen die Apps bei Parrot zur Prüfung eingeschickt werden, die Installation erfolgt derzeit noch via SD-Karte. Parrot stapelt in diesem Punkt noch bewusst tief, bei Erfolg der Plattform ist ein Online-App-Store direkt auf dem Gerät jedoch vermutlich nur eine Formsache.

Musik-Quellen ohne Ende

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Im Lieferumfang ist auch eine kleine, schicke Tragetasche für das Bedienteil des Parrot Asteroid enthalten.

Standardmäßig kommt das Asteroid mit Apps für den eingebauten UKW-Tuner, Webradio, Google Maps (ohne Zielführung) und einem kostenpflichtigen Benzinpreis-Dienst. Auch für abspielbare Medien - und davon beherrscht das Asteroid einige - gibt es eigene Apps: Musik darf von USB-Stick oder -Festplatte, iPod/iPhones (USB-Anschlüsse auf der Rückseite) oder SD-Karte (Steckplatz hinter dem Bedienteil) kommen, auch ein Klinkenstecker  hält sich bereit; und Bluetooth-Audio inklusive Freisprechanlage bietet das Parrot auch. Für den Internetzugang kann man per USB einen UMTS-Stick anschließen, alternativ ist auch Tethering via Bluetooth-Smartphone möglich.

Besondere Erwähnung verdient die umfangreiche Sprachsteuerung. Sie sucht auch nach Musik, sogar außerhalb der aktuellen Quelle. Ein Beispiel: Auf den Sprachbefehl "Madonna" durchstöbert das Asteroid alle angeschlossenen Quellen von der SD-Karte bis zum iPod und präsentiert Suchergebnisse nach Quellen aufgeschlüsselt.

Hi-Fi im Herzen

Auch Hi-Fi-Freunde kommen auf ihre Kosten: Drei Paar Vorverstärker-Ausgänge, ein grafischer Equalizer mit sieben Bändern und hübscher Bedienoberfläche, eine Subwooferweiche und eine integrierte Endstufe mit 4 x 55 Watt stehen zur Verfügung. Das macht sich vor allem klanglich sehr positiv bemerkbar: Das Asteroid klingt erstaunlich klar, entwickelt viel Druck im Bass und kann dank Equalizer fein auf das jeweilige Auto eingemessen werden.

Auch beim UKW-Tuner hatte Parrot ein glückliches Händchen: Der Empfang ist schlicht sehr gut, zwar schlagen ab und zu ein paar Stör-Spratzler durch, das Gerät schaltet aber überraschend schnell zwischen den Alternativ-Frequenzen um und liegt damit locker auf dem Niveau sehr guter Nachrüstradios.

Die Bedienung macht Spaß

Im Alltag bewährt sich das Asteroid sehr gut, die Bedienung macht Spaß: Über die Taste mit dem Häuschen kann man die einzelnen Apps ansteuern und auswählen, die kleine Taste mit den Strichen ruft Optionen auf, und die Musik-Quellen schaltet man mit der Source-Taste durch. Das läuft alles sehr flüssig, auch die Einrichtung des Systems und die Kopplung der Bluetooth-Handys klappt wie am Schnürchen.

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connect-Praxistesturteil

Unpraktisch ist nur, dass man innerhalb der einzelnen Apps die Lautstärke nicht regeln kann, da der Drehregler dann fürs Hoch- und Runterscrollen zuständig ist. Um die Lautstärke zu ändern, muss man auf die Source-Taste zurückgreifen. Kleine Bugs, wie etwa die nicht ausreichend dimmbare Tastenbeleuchtung und andere Kleinigkeiten, dürften der noch nicht finalen Software unseres Testgeräts geschuldet und bis zur Markteinführung behoben sein.

Das Parrot Asteroid soll Anfang Juni für 299 Euro erhältlich sein. Ein fairer Preis für dieses einzigartige Autoradio. Da Parrot die Asteroid-Innereien, bestehend aus 454-MHz-ARM-Prozessor und Betriebssystem, auch als OEM-Modul für Auto- und Autoradio-Hersteller anbietet, dürfte der Durchbruch der Asteroid-Plattform nicht lange auf sich warten lassen.

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