xTool F2 Ultra UV im Test
Der xTool F2 Ultra UV überzeugt mit Vielseitigkeit und 3D-Glasgravuren, ist aber laut und teuer – ideal für Profis, nicht für Hobbys.
Der xTool F2 Ultra UV (UVP: 4.559 Euro) wird von xTool als spezialisierter UV‑Lasergravierer beschrieben, der sich vor allem an ambitionierte Maker, Kleinbetriebe und Profis richtet. Es kann extrem feine Gravuren auf verschiedensten Materialien wie Glas, Kristall, Kunststoff und auch empfindlichen...
Der xTool F2 Ultra UV (UVP: 4.559 Euro) wird von xTool als spezialisierter UV‑Lasergravierer beschrieben, der sich vor allem an ambitionierte Maker, Kleinbetriebe und Profis richtet. Es kann extrem feine Gravuren auf verschiedensten Materialien wie Glas, Kristall, Kunststoff und auch empfindlichen Kunststoffen liefern. Er ergänzt die klassischen F2‑Modelle (MOPA‑Faser + Diode) um einen eigenen 5‑Watt‑UV‑Laser mit „kalter“ Materialbearbeitung, wodurch saubere, nahezu brennfreie Ergebnisse möglich sind.
Technische Daten
- Laserleistung: 5 W UV-Laser (355 nm Wellenlänge)
- Arbeitsbereich: 200 × 200 mm (Oberflächengravur), 70 × 70 mm (Innengravur), bis 200 × 500 mm mit Förderband
- max. Gravurgeschwindigkeit: 15.000 mm/s
- Positioniergenauigkeit: bis zu 0,01 mm (duale 48-MP-Kameras)
- Abmessungen: Ca. 294 × 429 × 520 mm
- Spannung: 110/220 V
- kompatible Materialien: Glas, Kristall, Keramik, Acryl, Kunststoff, Metall, Holz, Leder
Design und Verarbeitung
Das Gerät ist als komplett geschlossene Desktop‑Einheit ausgeführt und erinnert eher an ein kompaktes Profi‑Werkzeug als an einen Bastler‑Laser. Das Gehäuse ist robust, die Mechanik arbeitet präzise, und der Aufbau ist klar auf den Einsatz in Werkstatt, Studio oder Shop ausgelegt. Dank integrierter Absauganschlüsse und optionalem Filtersystem lässt sich der F2 Ultra UV auch in kleineren Räumen betreiben, ohne dass Rauch und Gerüche überhandnehmen, sofern eine passende Abluft- oder Filterlösung genutzt wird.
Technik und Funktionen
Kernstück ist ein 5‑W‑UV‑Laser mit 355‑nm‑Wellenlänge und einem Spot kleiner als 10 µm, wodurch extrem feine Strukturen und filigrane Gravuren möglich werden. Durch das sogenannte „Cold Processing“ wird das Material überwiegend über Bindungsbruch statt Hitze bearbeitet, was Ruß, Schmelzränder und Verfärbungen stark reduziert – ein klarer Vorteil bei Glas, Kunststoffen und beschichteten Oberflächen. Der Arbeitsbereich liegt standardmäßig bei etwa 200 × 200 mm und lässt sich mit Förderband beziehungsweise Zubehör für Serienjobs erweitern.
Zur Ausstattung gehören zwei hochauflösende Kameras, die eine Live‑Vorschau, automatische Fokussierung und genaue Positionierung im Arbeitsfeld ermöglichen. Gesteuert wird der Laser über die xTool‑Software (XCS/xTool Studio), die Funktionen wie Vorlagenverwaltung, Materialbibliotheken und KI‑unterstützte 3D‑Relief‑Erstellung bietet. Sicherheitsfeatures wie Vollverkleidung, Türsensor, Not‑Stop sowie die Möglichkeit, eine externe Filtereinheit automatisch anzusteuern, runden die Ausstattung ab.
Qualität und Geschwindigkeit
Im Test überzeugt der F2 Ultra UV bei Glas, Kristall, klaren Acrylmaterialien und empfindlichen Kunststoffen. 2D‑ und 3D‑Innengravuren in Kristallglas gelingen mit hoher Detailtreue, die Kanten bleiben klar, und es sind keine typischen Hitze‑Artefakte wie Risse, matte Zonen oder starke Oberflächenschäden zu sehen. Auch auf Leder, Holz oder Kunststoffen werden saubere, scharfe Gravuren mit minimaler bis keiner Verrußung erstellt.
Mit bis zu rund 15.000 mm/s gehört der F2 Ultra UV zu den sehr schnellen Systemen seiner Klasse, vor allem bei Markier‑ und Gravurarbeiten. Gerade bei Serienjobs – etwa Logos auf Kunststoffteilen, Typenschildern oder Glasornamenten – spielt der Laser seine Geschwindigkeit und die Kamerapositionierung aus. Bei tiefen 3D‑Reliefs oder voluminösen Glasgravuren steigt die Bearbeitungszeit deutlich an.
Bedienung und Software
Die Inbetriebnahme ist für ein Profi‑Gerät vergleichsweise unkompliziert: Gerät aufstellen, Abluft anschließen, Software installieren, Kalibrierung und Fokus einrichten. Die Software bietet Material‑Presets, Testmuster und eine Live‑Kameravorschau, mit der sich Grafiken exakt auf Werkstücke platzieren lassen.
In die Bearbeitungssoftware muss sich eingearbeitet werden, hier wäre ab und an etwas mehr Anleitung sinnvoll gewesen.
Praktisch für den Alltag sind Features wie automatisches Starten der angeschlossenen Filtereinheit, optionaler Fußschalter sowie die Unterstützung von Förderband und Rotary‑Modulen für zylindrische oder Serien‑Werkstücke. Die Geräuschkulisse liegt – abgesehen von Absaugung und Lüftern – im moderaten Bereich und ist in einer Werkstatt- oder Hobbyumgebung gut vertretbar.
Fazit: Für wen lohnt sich der F2 Ultra UV?
Der xTool F2 Ultra UV punktet mit hoher Vielseitigkeit, exzellenter Gravurqualität und der Möglichkeit, beeindruckende 3D‑Innengravuren in Glas oder Kristall zu zaubern. Dem stehen ein sehr hoher Preis (UVP: 4.559 Euro), die deutliche Lautstärke unter Last, gelegentliche unerklärliche Positionsabweichungen sowie spürbarer Materialverschleiß beim Parametertesten gegenüber. Das sind klare Argumente gegen einen Einsatz als reines Hobby‑Tool, wenn empfehlenswert für erfahrene Hobbyanwender. Wer jedoch professionelle Glas‑, Kristall‑ und Kunststoffgravuren im Kundenauftrag anbietet oder ein kleines Business rund um hochwertige personalisierte Produkte betreibt, findet im F2 Ultra UV ein leistungsfähiges, anspruchsvolles Werkzeug, das sein Potenzial vor allem im gewerblichen Dauerbetrieb ausspielt.
