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Testbericht

Sony Tablet S im Test

Sony Tablet S
Labortest
67,2 %
Zuletzt aktualisiert: 23.11.2014
Sony Tablet S
Tablets
Pro
  • Form und Funktion optimiert
  • cleveren Detaillösungen
Contra
  • geringe Akkulaufzeit
  • nicht optimaler Display
Fazit

Wenn überhaupt ein Android-Tablet, dann so eines wie das Tablet S von Sony

Mit eigenständiger Form und vielen auf die Sony-Welt abgestimmten Funktionen ist das Tablet S eines der interessanten Android-Modelle.

Auch wenn das Hündchen noch so süß guckt: Als Android-Tablet hat man es per se schwer, sich gegen die Übermacht des allgegenwärtigen Superstars Apple iPad zu behaupten – zumal, wenn man wie das Sony Tablet S zum selben Preis (16 GB ohne Mobilfunk ab 479 Euro) in den Ring steigt. Da fragt sich der Kunde zurecht, ob er nicht gleich das Original des Apfelherstellers kaufen soll. Die logische Konsequenz: Anders als im Smartphone-Markt spielen die Androiden im Tablet-Bereich mit einem weltweiten Anteil von rund einem Viertel derzeit noch keine dominante Rolle.

Unverwechselbare Hardware

Trotz des wenig wertigen Kunststoffes sieht das Tablet S auch von hinten schick aus.
Trotz des wenig wertigen Kunststoffes sieht das Tablet S auch von hinten schick aus. ©

Sony macht daher das einzig Richtige: Die Japaner setzen auf Eigenständigkeit in Form und Funktion. Das Tablet S ist einem umgeschlagenen Magazin nachempfunden und an einer Seite etwas dicker. Der zunächst rein optische Design-gag erweist sich im täglichen Umgang als äußerst praktisch: Im Querformat auf dem Tisch liegend ist das 598 Gramm leichte Tablet S blickgünstig angewinkelt, hat man es im Hochformat in der Hand, bietet die Verdickung sicheren Halt.

Bei näherer Betrachtung wirken die verwendeten Kunststoffe zwar nicht sehr hochwertig, die Verarbeitung ist aber einwandfrei. Alle Drücker und Schnittstellen sind gut ertastbar und sitzen vor Fehlbedienung geschützt in seitlichen Nischen – nur die Klappe über dem USB-Anschluss und dem SD-Steckplatz wirkt etwas windig.

Wie ein offenes Buch: Das Tablet S ist einem umgeschlagenen Magazin nachempfunden, was Vorteile bei der Handhabung bringt.
Wie ein offenes Buch: Das Tablet S ist einem umgeschlagenen Magazin nachempfunden, was Vorteile bei der Handhabung bringt. ©

Bei der Hardware-Ausstattung fügt sich Sony zunächst wieder ins Glied: Das Tablet S wird von einem Nvidia-Tegra-2-Prozessor mit 1 Gigahertz angetrieben, dem 1 GB RAM zur Seite stehen. Von den 16 GB Speicher unseres Testmodells stehen dem Nutzer rund 13 zur Verfügung. Für 599 Euro gibt’s die 16-GB-Version auch mit UMTS-Modul, das 32-GB-Modell für 578 Euro ist nicht mit Mobilfunk zu haben.

GPS, Bluetooth und WLAN sind bei allen Ausführungen Standard, ebenso zwei Kameras – eine mit 5 Megapixeln auf der Rückseite, eine mit 0,3 für Videotelefonie auf der Front. Einen HDMI-Videoausgang sucht man vergebens – dafür hat Sony eine andere Technik im Köcher; dazu später mehr. Der SD-Steckplatz erkennt auch SDHC-Speicherkarten, eine vollwertige Speicher­erweiterung bietet der Slot jedoch nicht, da die Dateien zum richtigen Be­arbeiten in den internen Speicher kopiert werden müssen – Videos laufen aber auch direkt von SD.

Sony Tablet S

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Einen eigenen Weg geht Sony mit dem integrierten Infrarot-Sender und -Empfänger. Der wird von einer vorinstallierten Software gesteuert, mit der sich das Tablet S als Universal-Fernbedienung für TV- und andere Entertainmentgeräte einsetzen lässt. Vorbildlich: Die Software beschränkt sich nicht auf Sony-Modelle, die Bediencodes von allzu exotischen Exemplaren kann sie sogar erlernen.

Schnell und schön

Beim Display setzt Sony auf einen 9,4 Zoll großen Touchscreen mit einer Auflösung von 1280 x 800 Pixeln, der zwar mit ordentlichen Helligkeitswerten aufwarten kann, aber vor allem beim Kontrast unter Tageslichtbedingungen abfällt und auch deutlich spiegelt. Beim Direktvergleich eines gestreamten HD-Videos mit dem iPad 2 protokollierten wir jedoch nur minimal überstrahlte Lichter und etwas weniger Details – die Bildqualität war in Zimmern sehr gut, nur die integrierten Stereolautsprecher könnten kraftvoller agieren.

Ruckler im Bildfluss gab es keine, wie auch bei der sons­tigen Bedienung kaum Hänger oder Verzögerungen zu bemerken waren – ein Zeichen der Leistungs­fähigkeit des Prozessors und der gut angepassten Software.

Und hier setzt Sony abermals Akzente: Das Tablet S ist als Playstation-Gerät zertifiziert und damit auch für Spieler interessant. Zum Testzeitpunkt waren allerdings nur zwei vorinstallierte Spiele verfügbar, der Playstation-Store dürfte sich aber genauso wie der Video- und Music-Store schnell füllen.

Das Display zeigt nur einen durchschnittlichen Kontrast, ist aber auch bei seitlichem Blick noch gut ablesbar.
Das Display zeigt nur einen durchschnittlichen Kontrast, ist aber auch bei seitlichem Blick noch gut ablesbar.

Ohnehin versteht sich das Sony mehr auf Multimedia denn auf Bürokratie: Die mitgelieferte Player-Software steuert kompatible Medienplayer im Netzwerk direkt an. So kann man zum Beispiel Fotos und Videos mit einem simplen Fingerwisch auf den entsprechenden externen Bildschirm schubsen – deswegen ließ man wohl konsequenterweise den anfangs erwähnten HDMI-Ausgang weg.

Eine Software, die das Tablet selbst zum DLNA-Server macht, konnten wir zwar nicht finden; doch hier hilft der Android Market mit seinem schier unerschöpflichen Reservoire weiter. Die aktuelle Android-3.2-Software Honeycomb hat Sony insgesamt dezent, aber gekonnt angepasst. Die Akkulaufzeit ist mit unter fünf Stunden durchschnittlich.

Fazit: auf Augenhöhe

Wenn überhaupt ein Android-Tablet, dann so eines wie das Tablet S von Sony: Die Japaner haben Form und Funktion konsequent in eine Richtung optimiert, individuell auf die eigenen Produktwelten angepasst und mit cleveren Detaillösungen ausgerüstet. Nur die geringe Akkulaufzeit und das nicht optimale Display verhageln dem Sony seinen Start. 

Weitere Informationen:

Sony/Sony Ericsson - Alle Smartphones-Test im Überblick

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Inhalt
  1. Sony Tablet S im Test
  2. Datenblatt
  3. Wertung
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