Testbericht

Standlautsprecher Kef XQ 30

Die kleine Kef XQ 30 (2600 Euro, Paarpreis) zog im Tiefbass durchaus mit dem Volumen-Goliath Quadral Platinum gleich und folgte den knorrigen Basslinien des Herbie-Hancock-Klassikers "Cantaloupe Island" mit erstaunlicher Natürlichkeit und Autorität.

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Standlautsprecher Kef XQ 30

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Standlautsprecher Kef XQ 30

Auf den punkt

Als kleine Schwester der Überfliegerbox XQ 40 (AUDIO 3/08) hat es die 30er naturgemäß nicht leicht, zumal ihr Listenpreis nur um einige 100 Euro unter dem Spitzenmodell der Serie liegt. Doch die Preispolitik ist verständlich: Bis auf einen zusätzlichen Tieftöner sind die beiden Schwestern vom baulichen Aufwand her vergleichbar; das in alle Richtungen leicht gerundete, mehrfach verstrebte, sehr sauber hochglanzlackierte Gehäuse der 30er ist rein äußerlich schon sein Geld wert - einzig am etwas dünn dimensionierten und dadurch tendenziell wackligen Terminal dürfte man noch etwas mehr Material investieren. Doch offensichtlich ging es den KEF-Ingenieuren hier eher um die Schokolade als um die Verpackung, denn das hauseigene UniQ-Chassis gehört zu den trickreichsten Konstruktionen seiner Klasse.

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ausgefeilt: Die Hochtonkalotte samt Magnet wird von vorn in den Polkern des Mitteltöners geschraubt. Der Waveguide ergibt mit dem Konus eine homogene Trichterform.

In der neuesten Version bekam die mit 19 Millimetern recht kleine Kalotte einen sternförmigen Vorsatz nebst Schallführung, Crown Waveguide genannt, der Interferenz- und Kompressionseffekte innerhalb des recht schmalen Trichters vermeidet, was einerseits das Abstrahlverhalten verbessert und zum anderen Hoch- und Mitteltöner akustisch stärker separieren soll. Denn insgesamt sitzen beide so eng beieinander wie sonst in keinem Chassis der Welt: Lediglich der Durchmesser innerhalb der Mitteltönerspule steht dem gesamten Hochtöner samt Neodym-Magnet, Kalotte und Waveguide zur Verfügung.

Damit der Mitteltonkonus keine großen Bewegungen macht, was sich dem Hochton in Form hässlicher Intermodulationseffekte und Dopplerverzerrungen aufprägen könnte, wird er konsequent schon unterhalb von 450 Hz ausgeblendet. Das bedeutet aber, dass der 13 Zentimeter kleine Papierkonus darunter die gesamte Arbeit von Tiefbass, Oberbass und Grundton zu reproduzieren hat - keine leichte Aufgabe, zumal das Bassreflexrohr auch noch mit 38 Hz Tuningfrequenz tiefer abgestimmt ist als nach Lehrbuch und damit die Hubentlastung für den Bass deutlich geringer ausfällt.

Leise, bitte!

Einen Blumenstrauß voller Klangfarben offerierte die KEF gleich in den ersten Takten von Bruckners 7. Sinfonie (Janssons, BR-Klassik). Dabei war der Lautstärkeregler kaum über die 8-Uhr-Markierung hinausgekommen, und genau diesen Umstand nutzte die Kleine zum Vorteil gegenüber der bei solchen Flüsterlautstärken noch etwas träge agierenden Quadral Platinum.  Dass sie zudem noch einen weit in die Tiefe gezogenen Raum mit bestens platzierten Stimmen erzeugen konnte, brachte ihr einen Tipp als explizite Leisehörerbox ein. Allzu weit aufdrehen sollte man allerdings nicht: Oberhalb von Zimmerlautstärke verlor die XQ zunehmend an Klarheit und Fundament, sie ließ zu hohen Pegeln hin die dann auftrumpfende Quadral beinahe kampflos in fast jeder Disziplin vorbeiziehen; auch eine gewisse Angestrengtheit von Stimmen ließ sich nicht mehr verhehlen.

KEF XQ 30

HerstellerKEF
Preis2400.00 €
Wertung83.0 Punkte
Testverfahren1.0

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