Testbericht

T-Mobile Pulse

Beim G1, dem ersten Android-Smartphone überhaupt, arbeitete T-Mobile mit HTC zusammen; das zweite Modell unter eigenem Namen stammt nun vom chinesischen Hersteller Huawei.

  1. T-Mobile Pulse
  2. Datenblatt
  3. Wertung
T-Mobile Pulse

© Archiv

T-Mobile Pulse

Pro

  • Verarbeitung solide
  • groß­zügig bemessenes Display
  • gelungenes Internet-Smartphone

Contra

  • Oberfläche zeigt schnell Fingerabdrücke

Fazit

Wer ein Internetfähiges Smartphone sucht und nicht viel Geld ausgeben will, sollte sich das T-Mobile Pulse ansehen.
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Dieser liefert bislang einfache und vor allem günstige Handys für Netzbetreiber, und daran knüpft auch das T-Mobile Pulse an: 300 Euro kostet das Android-Phone beim Netzbetreiber ohne Vertrag, mit Vertrag ist es bereits ab fünf Euro zu haben.

Klar, dass das günstige T-Mobile Pulse in Sachen Anmutung nicht mit den beiden Konkurrenten im Testfeld mithalten kann. Das Gehäuse besteht spürbar aus Kunststoff, die glänzende Oberfläche zeigt schnell Fingerabdrücke, wobei eine zusätzliche Akkuabdeckung in Weiß beiliegt, die das Problem zumindest auf der Rückseite löst.

Dafür ist die Verarbeitung solide und ohne wirklichen Makel. Dass die Telefontasten ein wenig wackeln, stört bei der Handhabung nicht, dafür bieten alle Bedienelemente inklusive des Trackballs unter dem Display einen klaren Druckpunkt. Der Steckplatz für MicroSD-Speicherkarten, im Lieferzustand mit einer 2-GB-Karte bestückt, sowie die Anschlüsse fürs Lade- und Datenkabel und fürs Headset sind durch bündig versenkte Abdeckungen geschützt.

Großzügige Anzeige

T-Mobile Pulse

© Hersteller

Die Qwertz-Tastatur fällt auf dem großen Display großzügig aus.

Im Mittelpunkt steht das großzügig bemessene Display mit einer Diagonalen von 3,5 Zoll, das nicht wie in dieser Preisklasse üblich auf Druck, sondern wie bei iPhone, Milestone und Co. auf bloße Berührung reagiert. Die Auflösung beträgt 320 x 480 Pixel und entspricht dem, was bislang für Android-Smartphones üblich ist. Lediglich Motorolas Milestone löst höher auf. Schriften wirken zwar ein wenig pixelig, die virtuellen Tasten und Schaltflächen werden aber insgesamt groß dargestellt, sodass das T-Mobile Pulse sicher zu bedienen ist.

Das Smartphone arbeitet mit der schon betagten Android-Version 1.5, wobei T-Mobile an die Bedienoberfläche an einigen Stellen Hand angelegt hat. Statt der üblichen drei frei definierbaren Startbildschirme bietet das T-Mobile Pulse gleich sechs davon, die sich mit einem Wischer übers Display durchblättern lassen. Für einen besseren Überblick kann das T-Mobile Pulse alle sechs Bildschirme verkleinert auf einmal darstellen. Die Home- und die Menütaste wurde zusammengelegt und vom Startbildschirm lässt sich eine Liste mit den wichtigsten Kontakten aufrufen.

Verbesserungen im Detail

Auch in Sachen Ausstattung spendiert der Netzbetreiber dem T-Mobile Pulse ein paar Kleinigkeiten, die vielen anderen Android-Modellen fehlen. So war auf dem Testgerät ein Dateimanager ebenso vorinstalliert wie eine Notizfunktion. Zudem wurde die Kontaktverwaltung optimiert: Mit dem T-Mobile Pulse lassen sich verschiedene Gruppen anlegen und diesen wiederum spezielle Klingeltöne zuweisen.

T-Mobile Pulse

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Über die Menütaste lassen sich die sechs Startbildschirme gleichzeitig anzeigen.

Außerdem liegt dem Gerät eine PC-Suite für Windows-Rechner bei, die den Datenabgleich mit Outlook ermöglicht. Wirklich überzeugen kann die Software aber nicht: Die Übertragung von Daten aus dem PC dauert Ewigkeiten, wobei sich das T-Mobile Pulse nur Termine und Kontakte holt und Letztere im Test nur nach Vornamen sortierte; bei Firmenkontakten, denen kein Name zugewiesen ist, zeigt es nur die Nummer an. Doch immerhin besteht die Möglichkeit, das Adressbuch vom Rechner leidlich aufs T-Mobile Pulse zu bekommen, ohne den Umweg über einen Google-Account nehmen zu müssen. Auch der E-Mail-Empfang ist dank zusätzlichem E-Mail-Client ohne Googlemail-Adresse möglich.

Nichtsdestotrotz macht so ein Android-Modell erst richtig Spaß, wenn man die Möglichkeiten von Googles Online-Diensten nutzt, beispielsweise Termine und Kontakte synchron hält oder Youtube-Abos immer zur Hand hat. Das T-Mobile Pulse zeigt übrigens, selbst wenn es nur im GSM-Netz eingebucht ist und statt UMTS samt HSDPA lediglich EDGE für den Datenempfang bereitsteht, Youtube-Filme ohne Aussetzer an. Auch der gelungene Browser kommt mit einer etwas schmaleren Bandbreite zurecht und stellt selbst große Webseiten dank des großen Displays recht übersichtlich dar.

Das T-Mobile Pulse ist also ein gelungenes Internet-Smartphone, das auch per WLAN online gehen kann. Wer einen Facebook-Client vermisst, wird in Googles Software-Shop Android Market schnell fündig. Der ist längst mehr als gut gefüllt und bietet vor allem jede Menge Gratis-Anwendungen.

Viel Ausstattung fürs Geld

T-Mobile Pulse

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Im Musicplayer kommt man jederzeit zurück zum laufenden Stück.

Auch wenn T-Mobile sein neues Android-Phone mit Documents To Go zum Betrachten von Office ausrüstet, ein Business-Smartphone kann und will das T-Mobile Pulse nicht sein. Dafür aber unterwegs unterhalten: Der Musicplayer klingt ordentlich, ist einfach gestaltet und sortiert die Musiksammlung nach den üblichen Kriterien. Die beiliegenden Ohrhörer sitzen bequem, sind für kleine Lauscher aber womöglich zu groß. Ersatz ist nur mit Adapter zu haben; oben am Gehäuse findet sich eine 2,5-mm-Klinkenbuchse.

T-Mobile Pulse

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Die Kamera bietet ein einfaches Einstellungsmenü. Das Kameralicht fehlt.

Die 3-Megapixel-Kamera mit Autofokus kann dagegen nicht überzeugen. Bei schwierigen Lichtverhältnissen werden helle Bereiche überbelichtet, die Farben könnten insgesamt natürlicher wirken. Neben Google Maps war beim Testgerät die Navigationssoftware von Navigon als Testversion vorinstalliert. Der integrierte A-GPS-Empfänger konnte die eigene Position in wenigen Sekunden bestimmen.

Auch wenn es im Dreierfeld das Schlusslicht bildet: Wer ein Internetfähiges Smartphone sucht und nicht viel Geld ausgeben will, sollte sich das T-Mobile Pulse ansehen. Denn auch die Grundlagen stimmen. Der Empfang dürfte im GSM-Netz etwas besser sein, insgesamt macht es hier jedoch eine gute Figur. Das gilt auch für den Klang beim Telefonieren. Die Ausdauer ist gut, nach rund fünf Stunden intensiver Dauernutzung ist jedoch Schluss - ein Schicksal, das fast alle Smartphones teilen.

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