AV-Receiver

NAD T 777 im Test

NAD verzichtet im T 777 auf einige bekannte Funktionen. Dennoch überzeugt der AV-Receiver im Test mit kernigem Sound.

NAD T 777

© Hersteller/Archiv

NAD T 777

Pro

  • Zukunftsicher dank modularer Bauweise
  • Nicht mit Features überfrachtet
  • Klanglich knackig, überraschend kraftvoll, präziser Raum
  • sehr direkter Charakter
  • Im Stereo-Modus überlegen

Contra

Von NAD bestellten die Tester nicht das Topmodell, sondern "nur" den zweitgrößten Receiver T 777, weil der in der Preisklasse der Japaner spielt. Er unterscheidet sich vom großen Bruder T 787 u?berwiegend durch etwas weniger kräftige Endstufen. Auf dem Papier ist er damit mit Abstand der schmächtigste Receiver im Testfeld. Der Hörtest muss zeigen, ob das eine Rolle spielt.

An Gewicht fehlt es dem T 777 nicht. Beim Blick auf den Unterboden entdeckten die Tester fu?nf Lu?fter unter der zentralen, riesigen Ku?hlrippe. Die aber stellten sich - im Gegensatz zu denen am T 757, die zu lauten Föngeräuschen neigen - als harmlos heraus. Sie fächeln nahezu lautlos Luft durch die Ku?hlrippen und werden auch bei Dauerlast nicht lauter. Da waren die Ingenieure fleißig.

Bildergalerie

Nad T 777 - MCD-Zusatzmodule
Galerie

Über die MCD-Zusatzmodule kann der T777 fast beliebig ausgebaut werden. Vor allem aber ist er mit ihnen auch für die Zukunft gerüstet.

Nad T 777: Aufbau

Wer sonst nur mit den japanischen Vollausstattern zu tun hat, wird am NAD einiges vermissen, weil er zum Beispiel keine DSP-Spielereien bietet, sondern lediglich ein Audyssey MultEQ XT und die bekannten Standard-Surround-Decoder. Zudem enthält er weder einen Streaming Client noch Netzwerk-Spezialitäten wie eine App-Steuerung oder AirPlay. Doch als interessierter Käufer muss man sich fragen: Brauche ich das alles?

Der T 777 konzentriert sich klar auf seine Kernkompetenzen ohne Schnickschnack. Einen Streamer bietet fast jeder Blu-ray-Player. Sie brauchen AirPlay? Apple TV erledigt das fu?r unter 100 Euro. Sie brauchen eine App-Steuerung? Gute Fernbedienungssysteme leisten mehr und bieten in der Regel eine App. Wenn Sie selektiv einige der Vollausstattungsmerkmale benötigen, sind Sie mit dem NAD gut bedient. Er besitzt ein klares Konzept und eine solide Ausstattung an allem, was guten Klang erzeugt.

Aus der Bildverarbeitung hält er sich komplett heraus. Das Videoboard bietet als einzige Zusatzfunktion neben dem reinen Schalten der Signale inklusive 3D das Digitalisieren der analogen Eingänge, sodass man nur ein HDMI-Kabel zum Display legen muss. Auch hierfu?r gilt: Jede aktuelle Quelle beinhaltet bereits jedes notwendige Video Processing, und kalibriert wird normalerweise ohnehin nur das Display. In 99,9 Prozent aller Fälle dient der AV-Receiver ohnehin nur als Umschalter.

Kaufberatung: Zwei AV-Receiver-/ Blu-ray-Player-Kombis im Test

Der NAD tut sich dafu?r mit allen Standardaufgaben hervor und mit einem cleveren Menu?konzept. Hier kann man verschiedene Wiedergabeoptionen, also Decoder und Filter etc., in Speichern ablegen und sie den verschiedenen Audio- und Videoquellen dynamisch zuordnen. Das ist zunächst ungewohnt, aber äußerst genial, wenn man es erst einmal eingerichtet hat.

Auch fu?r Radiohörer gibt es etwas Besonderes: Ein DAB+-Modul lässt sich anschließen und nahtlos in die Bedienung des T777 integrieren. Das DB2-Modul kostet 249 Euro.

Nad T 777: Hörtest

Im Hörraum erwies sich das klare, wenn auch sehr schlicht gestaltete Menu? als gutes Arbeitsgerät. Die Einmessung mittels Audyssey fu?hrte zur etwas u?berraschenden Voreinstellung mit einer Beschneidung der potenten Heco-Celan-GT-Standboxen unter 70 Hertz.

Eigenwillig, aber ein Hörtest zeigte, dass der Gesamteindruck stimmt. Hier versucht der Algorithmus wohl, auf die Endstufen Ru?cksicht zu nehmen, und verlagert mehr Arbeit auf den Subwoofer. Dessen Ankopplung jedenfalls passte perfekt. Auch mit niedrigeren Frequenzu?bergängen und den Frontboxen auf "large" (ungefiltert) machte der NAD stets Spaß, und von schwächlicher Potenz bei den Endstufen war keine Spur.

Der NAD spielte genauso laut wie seine japanischen Gegner: fantastisch detailreich aufgelöste Mitten und superknackiger, kerniger Bass mit feinen, nie lästigen Höhen, gepaart mit konturierter räumlicher Abbildung. Er lädt ein ins Kino und ins Konzert. Bravo!

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