Breitband-Lautsprecher

Voxativ Pi im Test

Während viele Breitband-Lautsprecher auf eine Jahrzehnte alte Tradition zurückblicken können, ist die Manufaktur Voxativ noch relativ jung. Doch sie hat schon für sehr viel Furore gesorgt und den lange Zeit etwas hinter den Kulissen lodernden Kult um die Breitbänder wieder in die erste Reihe des High-End-Bewusstseins gerückt.

Voxativ

© Voxativ

Voxativ

Pro

  • extrem holografische Abbildung
  • perfektes Timing bei nicht ewig tiefem, aber swingendem Bass

Contra

  • Abstriche bei Sanftheit und Klangfarbenneutralität
Vielversprechend

Klassische Breitband-Tugenden wie einen sehr hohen Wirkungsgrad und hohe Impedanz - zarteste Triodenpflänzchen werden es danken - verbindet man in Berlin mit einem extrem hohen Anspruch an Form und Gehäuseverarbeitung. Allein der Klavierlack der leicht taillierten, elegant angefassten Pi (oder ?) ist ein kleines Handwerkswunder, werden die Gehäuse doch auch im Werk eines bestbeleumundeten deutschen Piano-Herstellers hergestellt und veredelt.

Die Pi lässt sich nicht eindeutig in Stand- oder Kompaktbox einordnen. Sicher ist nur, dass sie keine Regalbox ist, denn das nach unten öffnende Horn benötigt die Grundplatte des passgenauen Ständers (oder den Boden).

Wobei "Horn" auch nicht die korrekte Bezeichnung ist, denn dank des großen Volumens hinter dem Chassis und der sich nicht komplett nach außen öffnenden Schallauslässe schwingt auch etwas Bassreflex mit.

Das Herzstück dieser Pretiose ist das 21 Zentimeter durchmessende Breitband-Chassis, das eigentlich aus zwei Membranen besteht: einem großen Konus aus massiven, doch dünnen und federleichten Fichtenholz-Elementen und einem kleinen Trichter aus Spezialpapier. Letzterer dient in Kombination mit dem ebenfalls hölzernen Phasenkegel der Höhenabstrahlung, die bei einem 21er ansonsten unterbelichtet wäre.

Woofer

© Voxativ

Ihr Spiel: eine wahre Freude

Davon konnte man im Hörtest überhaupt nicht sprechen: Die Voxativ glänzte und glitzerte in den Höhen bei dem Album "Ray Sings, Basie Swings", dass es eine wahre Freude war. Direkt auf den Hörer gerichtet, war es sogar deutlich zu viel des Glanzes; ein Einwinkeln fast bis wandparallel half der tonalen Balance. Mit etwas Wandunterstützung swingte auch der nicht immer tiefe Bass perfekt, sodass die Voxativ einen Sonderpreis für Spielfreude und Homogenität verdient hat.

Konnte man beim Altmeister Ray Charles noch über die etwas historisch anmutende, sehr direkt den Hörer ansingende Stimmdarstellung hinwegsehen, war es bei Beethovens "Freude schöner Götterfunken" (gespielt vom London Symphony Orchestra, Leitung: Bernard Haitink) zu viel des Guten: die Streicher und Blechbläser energetisch mit übertriebenem Einsatz von Kolophonium und hartem Ansatz, die Solisten forcierten eindeutig zu stark bis hin zur Überforderung ihrer Kehlen. Trotz malerisch weiter Raumdarstellung, perfekt abgestufter Dynamik und für einen Breitbänder erstaunlich guter Transparenz konnte sich die Pi nicht als erste Wahl für Klassik empfehlen.

Basshorn

© Voxativ

Blick von unten: Das Basshorn der Pi öffnet sich langsam, ähnlich wie ein Exponenzialhorn nach unten. Der zentrale Schlitz ist die Öffnung zur großzügigen und leicht bedämpften Druckkammer. Die Bodenplatte des Ständers ist in die Abstimmung mit eingerechnet.

Dafür aber als erste Wahl für Röhrenverstärker: Selbst eine nicht starke Unison Triode 25 blühte an ihr auf wie ein Leistungsriese, stereoplay fand im Fundus keinen Röhren-Amp, der nicht mit der Voxativ harmonierte.

An Exemplaren mit geringem Dämpfungsfaktor tönte sie etwas sanfter, zurückhaltender als an stürmisch drängenden Transistoren. Bei Fleetwood Macs "Rumours" bot sie noch einmal alle Musikalität auf und spielte mit nie dagewesenem Drive und Raumstaffelung. Ein Breitbänder, den nicht alle lieben werden, der aber die Tugenden seiner Gattung in Perfektion vertritt.

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