Marktübersicht Alle Handys mit Windows Phone 8 im Vergleich
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Der Software-Riese Microsoft ist auf dem Handy noch immer ein Zwerg. Das soll sich mit Windows Phone 8 endlich ändern, Microsoft will mit der neuen Version seines Smartphone-Betriebssystems eine echte Konkurrenz zu Android von Google und iOS von Apple bieten.
Weniger Restriktionen für die Hardware
Dafür hat Microsoft mit Windows Phone 8 die Hardware-Restriktionen für die Hersteller gelockert. Bisher lautete Microsofts Dogma: Einkernprozessor, kein Speicherkartenslot und eine feste Displayauflösung von 480 x 800 Pixeln. Von diesen Vorgaben durfte kein Handybauer abweichen, weshalb sich Windows Phones hardwareseitig bislang kaum unterschieden. Die Software ist das eine, eine attraktive Hardware für die Kundschaft häufiger wichtiger.
Und wie gut nutzen die Hersteller die neuen Möglichkeiten? Die Bandbreite ist bereits jetzt deutlich größer als zuvor, obwohl das Angebot an Windows Phone 8 Modellen noch recht übersichtlich ausfällt. Nokia, HTC, Samsung und neuerdings auch Huawei liefern zusammen derzeit sieben Windows Phones.
Microsoft-Plattform Windows Phone 8 im Überblick
Und die können teilweise durchaus mit der Konkurrenz etwa von Android mithalten. Dass sich Nokia hier am meisten Mühe gibt, ist nicht verwunderlich. Die Finnen haben sich auf Gedeih und Verderb an Windows Phone gebunden. Sie liefern mit fünf Modellen mehr als die Hälfte der aktuellen Windows-Phones. HTC und insbesondere Samsung machen mit Android-Modellen sicherlich bessere Geschäfte. Wir stellen Ihnen die neun Kandidaten im Vergleich vor.
Nokia Lumia 920: Das Flaggschiff
Das Lumia 920 ist das Flaggschiff nicht nur von Nokia, sondern der gesamten Windows-Phone-8-Flotte. Der 168 Gramm schwere Brocken ist dabei unverkennbar ein Nokia: Polycarbonatgehäuse, sauber gerundete Seitenkanten bei eckigen Ober- und Unterseiten. Das 4,5-Zoll-Display bildet Inhalte blickstabil mit 1280 x 768 Pixeln ab.
Das Lumia 920 kommt mit 32 GB Speicher, aber ohne Kartenslot daher und beherrscht HSPA+ bis zu 42/5,76 Mbit/s und WLAN auch auf den in den USA üblichen 5 Gigahertz (802.11 a/b/g/n).
Wichtig für die Zukunftssicherheit ist die Unterstützung von LTE, die das Nokia Lumia 920 auf allen in Deutschland genutzten Frequenzbändern bietet. Für Rechenpower sorgt ein Dualcore-Snapdragon-Prozessor mit 1,5 GHz. Der Akku liefert laut Nokia 2.000 mAh.
Die 8,7-Megapixel-Kamera bietet einen leistungsfähigen Bildstabilisator. Mit City-Lens fügt Nokia zur von Microsoft in WP 8 integrierten Digital-Lenses-Technik noch einen Filter ein, der in von der Umgebung geschossenen Bildern auf wichtige Ziele wie Cafés oder Restaurants hinweist – Augmented Reality wie sie sein soll. Zudem haben die Finnen dem großen Lumia einen NFC-Chip spendiert, was dem 920 eine breite Palette an Nokia-Zubehör erschließt. Und mit dem passenden Zubehör lässt sich das Lumia 920 kabellos aufladen. Entsprechend üppig fällt der Preis aus: 480 Euro.
Die größten Schwächen: Das schwere Gewicht, der fest verbaute Akku und der nicht erweiterbare Speicher.
Samsung Ativ S: Das größte Display
Samsung setzt auch bei Windows Phone auf große Anzeigen. 4,8 Zoll misst die des Ativ S, die Auflösung beträgtt 720 x 1280 Pixel. Eine größeres Display gibt es im Windows-Lager derzeit nicht. Und schick verpackt ist das Ativ S obendrein samt im hellen Metalliclook gehaltener Akkuabdeckung. Insgesamt überzeugt die gute Verarbeitung.
Und unter dem Akkudeckel hat das Ativ S einiges zu bieten. Hier sitzt nämlich nicht nur der potente Akku mit 2.300 mAh, sondern auch ein MicroSD-Slot, über den sich der Speicher erweitern lässt.
Der interne Speicher ist mit 14,7 GB etwa halb so groß wie beim Lumia 920. Auch das Ativ S wird von einem Dualcore-Prozessor mit 1,5 GHz Taktung angetrieben, ein gute 8-Megapixel-Kamera ist auch hier an Bord.
Im Vergleich zum Lumia 920 fehlt hier LTE und die Möglichkeit zum kabellosen Laden. Der Preis: 410 Euro.
HTC Windows Phone 8X: Solide Oberklasse
HTC hat seinem Windows Phone 8X ein 4,3 Zoll großes Display ebenfalls mit 1280 x 720 Pixeln implementiert, das qualitätiv überzeugt. HTC setzt wie Nokia auf ein elegantes Polycarbonat-Unibody-Gehäuse.
Dabei ist die Anfassqualität des leichten Smartphones sehr gut. Die in Blau und Schwarz, je nach Land und Nachfrage auch in Rot und Neongelb erhältliche und sehr stabile Gehäuseschale ist mit einer ungewöhnlich feinen Softtouch-Oberfläche ausgestattet.
© HTC
Auch hier arbeitet ein Dual-Core-Prozessor mit 1,5 GHz Taktung. Der fest verbaute Energiespeicher liefert laut HTC 1.800 mAh. Das übrige Ausstattungspaket mit 8-MP-Kamera, schneller HTC-Serienbildfunktion, NFC und HSPA+ liegt in etwa auf dem Niveau des Ativ S. Die größten Schwächen: Der fest verbaute Akku und der nicht erweiterbare Speicher von 16 GB. Dafür kostet das 8X auch nur 420 Euro.
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Nokia Lumia 820: Günstige Alternative mit Rafinessen
Trotz des deutlich günstigeren Preises hat das Nokia Lumia 820 einige Gemeinsamkeiten mit den drei vorgestellten Oberklasse-Geräten. 1,5-GHz-Dualcore-Snapdragon-Power findet sich hier wie da, genauso wie HSPA+ und WLAN nach 802.11 a/b/g/n. Obendrein bietet es wie das Lumia 920 LTE-Unterstützung für alle deutschen Netze.
Beim Speicher steckt es dann aber etwas zurück: 4 GB, die sich aber aufrüsten lassen. Nicht eingebaut ist hingegen die induktive Ladetechnik für das kabellose Auftanken des Akkus, das das Lumia 920 beherrscht. Doch dafür wird das Lumia 820 mit einer abnehmbaren Gehäuseschale geliefert.
Der Akku mit einer Kapazität von 1650 mAh ist einfach wechselbar. Genauso wie die Farbe des knuffig wirkenden Gehäuses, schließlich gibt's die optional erhältlichen Oberschalen in Rot, Gelb, Grau, Cyan, Lila, Schwarz und Weiß.
Wie das Lumia 920 ist auch das Lumia 820 mit 160 Gramm etwas schwerer als der Schnitt. Beim Display setzt Nokia auf die als stromsparend geltende OLED-Technik. Das glänzt mit satten Farben, hohem Kontrast und absoluter Blickwinkelstabilität. Bei der Auflösung muss sich das 820 jedoch mit 800 x 480 Pixeln begnügen. Kostet dafür aber auch nur 385 Euro.
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Nokia Lumia 720
Zuwachs für die Windows-Phone-Mittelklasse: Der Dualcore-Prozessor von Qualcomm (Snapdragon S4) taktet mit 1 nur einem GHz, das sollte aber mit der übrigen Ausstattung gut zusammen passen: 512 MB RAM-Speicher, ein 4,3-Zoll-Display mit 480 x 800 Pixel sowie ein Datenspeicher von 8 GB. Der Speicher ist erweiterbar, der 2000-mAh-Akku lässt sich auswechseln.
6,7 Megapixel: Auch mit der Kamera-Auflösung lässt sich das Lumia 720 in der Mittelklasse einstufen. Videos dreht die Kamera mit Carl-Zeiss-Optik in HD. Das in fünf Farben erhältliche Handy bringt sonst noch mit: GPS und Nokia-Navi-Dienste, NFC und schnelles Bluetooth 3.0.
© Nokia
Zum Markstart im zweiten Quartal ist der Smartphone-Neuling zwar noch recht teuer, aber immerhin bereits um rund 20 Euro günstiger als das Lumia 820: 365 Euro. Dies allerdings nur, wenn Sie sich für die Farben Rot oder Gelb entscheiden. Die anderen drei Farben sind zum Teil deutlich teurer.
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HTC Windows Phone 8S: Das Einsteigermodell
Dass es noch günstiger geht, demonstriert das HTC Windows Phone 8S für 250 Euro. Das bringt einen Steckplatz mit, um die knappen 4 GB Flash-Memory auszubauen. Beim Prozessor setzt auch das 8S auf einen Qualcomm Snapdragon mit 1 GHz und zwei Kernen, allerdings stehen im Gegensatz zur Konkurrenz nur 512 MB statt 1 GB Arbeitsspeicher zur Verfügung. Doch damit macht auch das kleinere der beiden HTC-Modelle nicht den Eindruck, untermotorisiert zu sein.
© HTC
Mit dem Design des mit 4-Zoll-Bildschirm in klassischer Auflösung (800 x 480 Pixel) ausgestatteten Smartphones will HTC vornehmlich eine jüngere Kundschaft ansprechen. Die am unteren Rahmen demonstrativ zur Schau getragene Zweifarbigkeit gibt dem 8S ein unverkennbares Gesicht.
Die Oberflächen sind in angenehmer Softtouch-Haptik gehalten, das Display schützt auch hier Gorilla-Glas. Bei der UMTS-Erweiterung HSPA begnügt sich das 8S mit 14,4/5,76 Mbit/s.
Für preiswerte 260 Euro bekommt der Kunde also insgesamt eine deutlich abgespeckte Ausstattung.
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Nokia Lumia 620
Hochsaison für Windows-Phone-Schnäppchenjäger: Denn auch das Nokia Lumia 620 wandert in der günstigsten Farbe Matt-Schwarz für nicht einmal 255 Euro in den Warenkorb. Dabei kommt das Lumia 620 mit grundsolider Ausstattung, die im Test überzeugen konnte. Die Kamera mit 5 Megapixeln Auflösung liefert erstaunlich gute Bilder, selbst im Dämmerlicht. Das Lumia 620 verfügt über ein kontrastreiches Display mit 3,8 Zoll und einer guten Auflösung von 480 x 800 Pixel.
Die Performance des 1-GHz-Prozessors kann zwar mit der eines Lumia 920 nicht mithalten, ist aber dennoch besser als erwartet. Kurze Wartezeiten werden von cleveren Animationen überbrückt. Die Paradedisziplin von Windows Phone 8 ist aber die Integration von sozialen Netzwerken und dabei schlägt sich das Lumia 620 vorbildlich.
Es ist außerdem bestens verarbeitet und lässt sich auch mit einer Hand noch gut bedienen, was für viele Handy-Nutzer ein Kaufkriterium ist. Das Lumia 620 liefert den Beweis, dass Microsofts neues Handy-Betriebssystem bestens auch mit weniger kraftvoller Einsteiger-Hardware klar kommt ohne in Sachen Leistung gleich in die Knie zu gehen.
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Nokia Lumia 520
Das Lumia 520 richtet sich an Smartphone-Einsteiger und bietet bereits zum geplanten Start im zweiten Quartal ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis: Es soll nur 200 Euro kosten, die Farbe spielt dabei keine Rolle.
Die Ausstattung zeigt sich nur wenig abgespeckt im Vergleich zum Lumia 720: HSPA statt HSPA+ und eine Kamera mit lediglich 5 Megapixel Auflösung sowie ohne Carl-Zeiss-Optik. Der Akku liefert statt 2000 mAh nur 1430 mAh. Prozessor (Snapdragon S4), Datenspeicher (8 GB) und RAM-Speicher (512 MB) bleiben gleich. NFC und LTE fehlen zwar komplett, aber dies dürfte für viele Nutzer zu verschmerzen sein.
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Überzeugen konnten im Praxistest vor allem der extrem sensible Touchscreen, das dicke Software-Paket sowie die solide Verarbeitung. Mit diesen Eckdaten könnte sich das Lumia 520 zum Zugpferd für Windows-Phone-8 entwickeln.
Huawei Ascend W1
Schlusslicht in unserer Auflistung, aber Top beim Preis: Mit rund 190 Euro ist das Ascend W1 das derzeit günstigste Handy mit Windows Phone 8, muss sich aber zumindest bei der Performance nicht verstecken.
Der Prozessor mit 1,2-GHz-Taktung sorgt für flüssige Abläufe und der Akku mit 1950 mAh verspricht eine gute Laufzeit. Er ist außerdem austauschbar. Das Handling funktioniert nicht zuletzt dank kompakter Maße tadellos. Die 4 GB an internem Speicher lassen sich über microSD-Karten erweitern.
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Wo das Lumia 620 noch brilliert, schwächelt das Ascend W1: 5-Megapixel-Kamera und Display-Auflösung von 480 x 800 Pixel bei 4-Zoll-Diagonale sind nur durchschnittlich.
Fazit: Gut gestaffelte Preise und ein Preisbrecher
Wenn Sie wissen, wie viel Sie in Ihr nächstes Smartphone investieren wollen, dann fällt die Auswahl bei den aktuellen Windows Phones recht leicht. Die Auswahl ist übersichtlich, die Preise sind gut gestaffelt und je mehr Sie ausgeben, desto mehr Ausstattung bekommen Sie fürs Geld.
Top 10: Die 10 besten Android-Handys
Und da können die Windows-Phone-8-Modelle locker mit der Konkurrenz von Android mithalten. Das Lumia 920 zum Beispiel lässt sich auch kabellos laden und bietet damit sogar einen Ticken mehr als die gut ausgestattete Android-Oberklasse.
Der Einstieg in die Windows-Welt ist mit gut 190 Euro noch um einiges höher als im Android-Lager und insgesamt dürften alle Preise im direkten Vergleich etwas höher liegen. Das ab dem zweiten Quartal erhältliche Nokia Lumia 520 allerdings könnte sich zum echten Preisbrecher entwickeln, der Smartphones mit Windows-Phone-8 in die Erfolgsspur verhilft.
Nach wie vor fehlt es aber im Moment noch an Konkurrenz von weiteren Herstellern. Die vier beteiligten sind schlicht zu wenig für eine nachhaltige Marktdurchdringung.