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Vergleichstest Samsung Galaxy S3 und HTC One im Vergleich

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HTC One, Samsung Galaxy S3
HTC One, Samsung Galaxy S3
Kann der Newcomer HTC One dem Samsung Galaxy S3 die Stirn bieten? Wir konnten den Neuling bereits testen und haben die beiden Top-Phones verglichen.

Das HTC One läuft sich bereits für den Marktstart warm. Noch diesen Monat soll das neue Flaggschiff von HTC in die Läden kommen.

Die erste Frage, die sich aufdrängt: Setzt es sich in der Bestenliste noch vor das Erfolgsmodell Samsung Galaxy S3? Und lohnt es sich jetzt noch ein S3 zu kaufen?

Wir haben noch keine Labor-Messwerte, eine genaue Aussage ist hier also noch nicht möglich. Aber bereits im direkten Vergleich ist das Ergebnis eindeutiger als eingangs vermutet.

Display: AMOLED gegen Full HD

Bei der Größe schenken sich die beiden Top-Smartphones nicht viel, das Galaxy hat mit seinen 4,8 Zoll lediglich 0,1 Zoll mehr an Diagonale: ein vernachlässigbarer Wert.

Bei der Auflösung aber kann das HTC One mit Full HD (1920 x 1080 Pixel) glänzen, während die Anzeige des Samsung nur 1280 x 720 Pixel vorzuweisen hat. Außerdem dürfte es als TFT-Anzeige heller sein als das AMOLED-Display des Galaxy S3. Insbesondere bei der Auflösung ist es einfach nicht mehr auf dem aktuellen Stand der Technik.

Design & Verarbeitung: Auch Polycarbonat ist nur Plastik

HTC hat sich für seine Smartphones offenbar auf eine Diagonale von 4,7 Zoll eingeschossen. Bei dieser Größe ist die Ansicht fürs Surfen im Web noch schön groß und zur Bedienung reicht häufig, aber nicht immer eine Hand. Letzteres klappt aber auch mit dem Galaxy noch, es ist schließlich nur drei Millimeter breiter als das HTC One: 71 statt 68. Länge (137 mm) und Höhe (9 mm) sind bei beiden Konkurrenten gleich.

Wer sagt, dass ein Gehäuse aus Polycarbonat nicht schick sein kann, knarzfrei und sogar weitgehend kratzfest? Das Galaxy S3 meistert den Spagat, kommt aber dennoch an die Wertigkeit des iPhone und auch des HTC One nicht heran. Kunststoff kann gegen ein Vollmetall-Gehäuse aus einem Guss eben nicht mithalten.

Schick: Wie beim Galaxy S3 wird auch beim One das Gehäuse zum Rand hin schmaler, die Rückseite ist leicht gewölbt. Metall schlägt auch die Farbenvielfalt: Das Galaxy ist zwar in drei Farben erhältlich (Weiß, Dunkelblau und Rot), aber es bleibt unterm Strich alles Kunststoff. Am Rande bemerkt: Das One ist trotz gebürstetem Alu-Gehäuses nur 7 Gramm schwerer als das Galaxy. Auch hier hat das One die Nase vorn.

Prozessor und Rechenleistung: Zeitgemäß performant

Prozessor und Hardware sind beim Galaxy S3 bestens abgestimmt. Kein Wunder: der Quad-Core Exynos 4412 kommt aus eigenem Haus. Er taktet mit 1,4 GHz und lieferte in den Benchmarks Quadrant, Browsermark und Vellamo im Test beste Werte. Mit dem zum Testzeitpunkt integrierten Android 4.0.4 lief die Bedienung flüssig, flott und ohne Ruckler.

Vergleichstest: Samsung Galaxy S3 gegen Apple iPhone 5

Keine Verzögerungen bei der Bedienung: Das lässt sich auch vom HTC One sagen, das mit Android 4.1 ausgeliefert werden wird. In ihm werkelt der neues Snapdragon-600-Prozessor, ebenfalls mit vier Kernen und mit 1,7 GHz getaktet. Beim Hands-On erwies sich die Leistung als ausgezeichnet, die Prozessor-Power ist also bestens auf Android 4.1 abgestimmt.

Speicher: Vorteil S3

Samsung konnte zum Marktstart des Galaxy S3 lediglich eine Version mit 16 GB ausliefern, davon waren letztlich nur noch 11 GB frei verfügbar. Mittlerweile sind aber auch Varianten mit 32 und 64 GB zu haben. Zudem steht ein microSD-Slot unter der Akkuhaube parat, der Karten mit maximal 64 GB schluckt. Samsung hat zudem einen Dropbox-Client installiert. Damit erhält der Nutzer zwei Jahre lang 50 GB Online-Speicher.

Das deutlich ältere Galaxy S3 hat damit in Sachen Speicherplatz die bessere Ausgangsposition. Denn das HTC One bringt lediglich 32 GB internen Speicher mit, ein Kartenslot ist nicht vorgesehen. Rettung in der Speichernot könnten hier die 50 GB Cloud-Speicher bei Dropbox sein, aber ob dies den Käufern zusagt, bleibt abzuwarten.

Kamera: Revolution durch Ultra-Pixel?

Autofokus, Gesichtserkennung und ein Modus für schnelle Bildfolgen: Die 8-Megapixel-Kamera des S3 schießt Aufnahmen, die sich sehen lassen können. Die Bildqualität ist bei schlechtem Wetter und ungünstigen Lichtverhältnissen im Vergleich zu der vieler anderer Handy-Kameras zwar noch ganz in Ordnung. Aber mit den nur 4-Megapixel großen Fotos des HTC One dürfte sie dennoch nicht mithalten.

Das Stichwort zur Sensor-Neuentwicklung von HTC heißt Ultra-Pixel: Die Pixel des Kamera-Sensors des HTC One sollen größer und deutlich lichtempfindlicher sein als die herkömmlicher Handy-Kameras. Die Bilder des One, die wir schon gesehen haben, machen tatsächlich Freude. Genaue Werte wird allerdings erst der Volltest erbringen. Praktischer Nebeneffekt der geringeren Auflösung: Der knappe Speicher des One wird entlastet.

Ausstattung: Das ganze Paket

WLAN, NFC, Wi-Fi Direct und HSDPA mit maximalen 21 Mbit/s: Das Galaxy S3 gibt sich bei den Datendiensten kaum eine Blöße. Zum Marktstart fehlte zwar noch LTE aber Samsung hat mittlerweile eine Version mit dem Daten-Turbo nachgereicht. Das One leistet sich da keinen Aussetzer und kommt mit LTE.

HTC One - Stereolautsprecher

Die links und rechts vom Display verbauten Stereolautsprecher liefern eine vergleichsweise gute Soundqualität.

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Darüber hinaus haben beide Smartphones ein ansehnliches Paket an Extras geschnürt: Das Galaxy S3 bietet zum Beispiel Smart Stay. Bei dieser Funktion schaltet sich das Display in den Standby-Modus, sobald man den Blick abwendet.

Beim HTC One lässt sich in der Rubrik Goodies der Ein- und Ausschalter anführen, der mit einer IrDa-Schnittstelle ausgestattet ist. Kombiniert mit der vorinstallierten Remote-App wird das One damit zur Fernbedienung. Ein nettes Gimmick der Kamera ist „Zoe“. Mit dieser Funktion lässt sich eine Bilderreihe als Diashow gestalten und mit Musik unterlegen.

Beide Smartphones werfen eine üppige Ausstattung ins Spiel und letztlich hat das HTC One gar nicht mal so viel mehr zu bieten, als das bald ein Jahr alte Galaxy S3.

Bedienung: Eigene Wege

Gewagt, aber gelungen: Die Benutzeroberfläche HTC Sense 5 ersetzt den bisherigen Widget-Homescreen der vorherigen Version durch die News-Timeline des BlinkFeed. Die Widgets sind in der neuen Benutzeroberfläche zwar noch da, aber nicht mehr im Vordergrund. Apps und Dienste sind dennoch über das Menü ansteuerbar. Im BlinkFeed lässt sich alles zusammenführen, was gerade wichtig ist, News- und Social-Media-Seiten, Mails, Fotos und Termine. Im ersten Test hat uns das Konzept auf Anhieb überzeugt.

Auch Samsung legt großen Wert auf eine praktische Bedienung und geht hier eigene Wege abseits des von Android standardmäßig gebotenen. Insbesondere die verbaute Sensorik weiß Samsung zu nutzen und ermöglicht es beispielsweise, das S3 durch einfaches Umdrehen stummzuschalten. Wir sind auf den genauen Vergleich gespannt.

Ausdauer: Viel Power, aber kein Ersatz

Samsung hat im Gehäuse des Galaxy S3 einen 2100 mAh großen Akku untergebracht, der sich problemlos austauschen lässt. Damit lief das Erfolgs-Smartphone im typischen Funktionsmix in unserem Test 6:38 Stunden, ein sehr guter Wert.

Für den fest eingebauten Akku im One gibt HTC einen Wert von 2300 mAh an, hier dürfte in Sachen Akku-Power mindestens eine ähnliche Laufzeit drin sein. Der Vergleich mit dem gemessenen Wert des HTC One X+ zumindest lässt hoffen: Das One X+ schaffte mit einem 2100-mAh-Akku und ebenfalls mit Android 4.1 als Betriebssystem 6:31 Stunden im typischen Mix.

15 Bedientricks fürs Samsung Galaxy S3

Vorteil austauschbarer Akku: Samsung kann leistungsfähigere Akkus nachreichen und tut dies auch. Optional ist seit Ende Februar ein Ersatz-Akku mit 3000 mAh für das Galaxy S3 erhältlich. Er kostet im freien Handel rund 40 Euro.  B00BNV1GVC Aber optionales Zubehör zählt im Test nicht. Der Akku des HTC One hat zumindest nach Angaben des Herstellers mehr Power aufm Buckel – wie er sich de facto im Test schlägt bleibt abzuwarten.

Empfang und Akustik: Messungen werden's zeigen

Über die Messwerte des HTC One in den Bereichen Empfang und Akustik können wir noch gar nichts sagen. Entscheidend wird wohl sein, wie stark das schicke Alu-Gehäuse mit seiner abschirmenden Wirkung den Empfang beeinflusst. Hier könnte die schicke Verpackung womöglich echten Nachteil werden.

In Sachen Akustik hat noch kein HTC-Handy sich im Volltest eine Blöße gegeben. Daran wird sich auch beim One wohl kaum etwas ändern. HTC One X+ und HTC 8S – die beiden bisher bestplatzierten HTC-Handys – liegen mit dem Galaxy S3 gleichauf bei 28 Punkten.

Fazit:

Für ein echtes Urteil, welches Handy letztlich besser ist, ist es noch zu früh. Doch die Unterschiede und wichtige Vor- und Nachteile bringt bereits der Vergleich ohne Messwerte zutage. 

Erstaunliches Ergebnis: Das HTC One hat an vielen Stellen die Nase vorn, einfach weil hier die neueste Technik verbaut. Full-HD-Displays waren zum Marktstart des Galaxy S3 eben noch nicht üblich und auch bei den Prozessoren hat sich in dem knappen Jahr doch einiges getan. Und in Sachen Verarbeitung und Anmutung setzt das HTC One einfach neue Maßstäbe.

Doch in Sachen Ausstattung sind die Unterschiede gar nicht mal so groß - auch dank einer gelungenen Produktpflege von Samsung, die eine LTE-Version des S3 nachgeschoben haben. Und teilweise hat das S3 die Nase vorn, weil auf Kosten der schicken Verpackung manches gute Feature einfach aus der Mode kommt. Zum Beispiel der wechselbare Akku oder der erweiterbare Speicher.

Preisentwicklung beim Samsung Galaxy S3: 30 Prozent günstiger

Gute Nachrichten für alle S3-Besitzer oder S3-Liebäugler: Auch wenn das HTC One an manchen Stellen die Nase vorn hat, wirkt das Samsung-Smartphone daneben keineswegs veraltet

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