Maßnahme zur Corona-Eindämmung (UPDATE)

Telekom liefert anonymisierte Bewegungsdaten ihrer Kunden ans RKI

Die Telekom liefert Bewegungsprofile ihrer Kunden ans RKI, damit dieses die Ausbreitung des Virus besser nachvollziehen kann. Eine Ortung einzelner Personen soll es aber nicht geben.

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Im Kampf gegen den Virus unterstützt die Telekom das RKI mit anonymisierten Daten.

Was der Netzbetreiber zuletzt noch als "Unfug" abgetan hat, ist nun Realität: Die Deutsche Telekom stellt dem Robert-Koch-Institut (RKI) anonymisierte Bewegungsdaten seiner Mobilfunkkunden zur Verfügung. Das meldet der Berliner Tagesspiegel. Damit will man die Behörden bei der Eindämmung der Coronavirus-Pandemie unterstützen. Bereits am Dienstagabend (17.3.) sollen die ersten 5 Gigabyte übergeben worden sein. Eine weitere Lieferung könnte in der kommenden Woche folgen.

Das Robert-Koch-Institut entwickelt dem Bericht nach aktuell eine Handytracking-Lösung. RKI-Chef Lothar Wieler: „Wir halten das für ein sinnhaftes Konzept“. Derzeit arbeite ein Team von 25 Personen aus zwölf verschiedenen Institutionen ehrenamtlich an einer Lösung. 

Neue Erkenntnisse zur Ausbreitung des Virus

Die Daten sollen den RKI-Forschern neue Erkenntnisse zur Ausbreitung des Coronavirus geben und so eine bessere Eindämmung ermöglichen. „Damit lassen sich Bewegungsströme modellieren – bundesweit, auf Bundesland-Ebene sowie bis auf die Kreis-Gemeinde-Ebene heruntergebrochen“, erklärte eine Telekom-Sprecherin gegenüber Tagesspiegel Background. Das gezielte Verfolgen Einzelner sei damit aber nicht möglich. 

Laut dem Bericht handelt es sich um sogenannte Signalisierungsdaten. Dazu zählen Informationen, wann ein Handy eine Sprach- oder Datenverbindung aufgebaut hat und über welchen Mobilfunkmast sich das Gerät dazu eingewählt hat. Rückschlüsse auf einen einzelnen Kunden seien nicht möglich. 

In Österreich hat der Netzbetreiber A1 der Regierung bereits Bewegungsdaten zur Vefügung gestellt.

Keine Ortung auf Personenebene

Am Wochenende gab es kurz Irritationen. Laut einem Bericht des Handelsblattes soll Bundesgesundheitsminister Jens Spahn überlegt haben, Infizierte gezielt zu orten, um deren Kontaktpersonen ausfindig zu machen. Nach Protesten der Opposition und von Datenschützern soll er aber wieder Abstand von diesen Plänen genommen haben. 

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