Halluzinierte Gerüchte
Windows 12 mit Abomodell: Gerücht entpuppt sich als KI-Falschmeldung
Gerüchte über ein KI-basiertes Windows 12 mit Abo-Modell für 2026 kursieren im Netz. Recherchen zeigen jedoch: Die Meldungen basieren auf KI-generierten Inhalten.
In den vergangenen Wochen verbreiteten sich Berichte über eine angebliche neue Windows-Version mit starkem Fokus auf künstliche Intelligenz. Demnach sollte Microsoft im Jahr 2026 ein „Windows 12“ veröffentlichen, das unter anderem ein Abo-Modell sowie spezielle Hardwareanforderungen für KI-B...
In den vergangenen Wochen verbreiteten sich Berichte über eine angebliche neue Windows-Version mit starkem Fokus auf künstliche Intelligenz. Demnach sollte Microsoft im Jahr 2026 ein „Windows 12“ veröffentlichen, das unter anderem ein Abo-Modell sowie spezielle Hardwareanforderungen für KI-Berechnungen enthalten sollte.
Als Quellen wurden vor allem Artikel auf verschiedenen Tech-Websites und Diskussionsforen genannt. Bei genauerer Betrachtung (via windowslatest.com) zeigt sich jedoch, dass sich viele dieser Beiträge gegenseitig zitieren. Mehrere der Inhalte sollen zudem von KI-Systemen generiert worden sein.
Dieses sogenannte Zitations-Loop führte dazu, dass sich unbelegte Behauptungen schnell verbreiteten und zunehmend glaubwürdig wirkten. Anschließend griffen Nutzer die Meldungen auf Plattformen wie Reddit oder X auf, wodurch sie weiter an Reichweite gewannen.
Alte Konzepte als angebliche Leaks
Viele der angeblichen Details lassen sich auf ältere Informationen aus der Windows-Entwicklung zurückführen. So taucht in den Gerüchten etwa der Codename „Hudson Valley“ auf. Dabei handelt es sich jedoch um die interne Bezeichnung für Windows 11 24H2, das bereits veröffentlicht wurde.
Auch der Begriff CorePC wird häufig genannt. Dabei handelt es sich um ein Konzept für eine modulare Windows-Architektur, das in früheren Leaks diskutiert wurde. Die Idee sah vor, Systemkomponenten stärker zu trennen, um Updates zuverlässiger zu machen und Windows leichter auf unterschiedliche Geräteklassen anzupassen. Öffentlich umgesetzt wurde dieses Konzept bislang nicht.
Ein weiteres Element der Gerüchte betrifft eine mögliche Umstellung auf ein Abonnementmodell. Hintergrund sind interne Hinweise aus dem Jahr 2023, in denen sogenannte Subscription-Status-Flags auftauchten. Später stellte sich heraus, dass sich diese Angaben auf Cloud-Dienste für Unternehmen bezogen und nicht auf eine Abo-Version von Windows für Endkunden.
Design-Ideen aus alten Präsentationen
Auch das angeblich geleakte Design von Windows 12 basiert offenbar auf älteren Konzepten. Beschrieben wird etwa eine schwebende Taskleiste, Systemanzeigen am oberen rechten Bildschirmrand sowie eine große Suchleiste am oberen Bildschirmrand.
Ähnliche Entwürfe zeigte Microsoft bereits während der Entwicklerkonferenz Ignite 2022 in einer internen Designstudie. Diese Oberfläche wurde jedoch nie veröffentlicht und tauchte bislang auch nicht in aktuellen Windows-Versionen auf.
Fokus derzeit auf Windows 11
Konkrete Hinweise auf eine neue Windows-Generation gibt es derzeit nicht. Stattdessen arbeitet Microsoft laut Branchenbeobachtern vor allem an Weiterentwicklungen von Windows 11.
Als nächster größerer Schritt gilt derzeit Windows 11 26H2. Frühere Plattformarbeiten, darunter Verbesserungen für ARM-basierte PCs, wurden bereits mit vorbereitenden Updates umgesetzt.
Ein mögliches Windows 12 dürfte daher frühestens in einigen Jahren erscheinen. Branchenbeobachter halten einen Start vor 2027 derzeit für unwahrscheinlich.
Gerücht verbreitete sich schnell im Netz
Die schnelle Verbreitung der Meldungen zeigt auch, wie sensibel das Thema derzeit diskutiert wird. Microsoft treibt KI-Funktionen wie Copilot in Windows stark voran, während einzelne Funktionen, etwa das zeitweise diskutierte Recall-Feature, für Kritik sorgten.
Vor diesem Hintergrund fanden Spekulationen über ein KI-zentriertes Betriebssystem oder ein mögliches Abo-Modell schnell Aufmerksamkeit. Belastbare Hinweise auf entsprechende Pläne gibt es jedoch bislang nicht.

