Mobilfunkmarkt

Mobilcom-Debitel im Anbieter-Check

Der größte Service-Provider im deutschen Mobilfunkmarkt übernimmt die Gravis-Shops und will neue Märkte abseits der Telekommunikation erschließen. Ein Blick auf die Entwicklung von Mobilcom-Debitel.

© Mobilcom Debitel

Mobilcom Debitel Logo

Pro

  • verfügt dank der Kooperation mit Media Markt und Saturn sowie der Übernahme von Gravis über einen ausgezeichneten Vertriebsweg
  • breites Portfolio an topaktueller Hardware
  • verkauft alle deutschen Mobilfunknetze, auf Wunsch mit den Original-Netzbetreibertarifen
  • offeriert eigene günstige Smartphone-Bundles

Contra

  • teilweise fallen höhere Servicegebühren als beim Netzbetreiber an
  • Kunden können nicht auf Anhieb von neuen Netzbetreiber-Diensten profitieren
  • keine besonders attraktiven Auslandstarife im Angebot; in Sachen Roaming sind die Netzbetreiber deutlich besser aufgestellt
  • Die Webseite des Service-Providers kommt recht altmodisch und überladen daher

Der größte Service-Provider, der 2008 vom Internet-Provider Freenet geschluckt wurde, will ebenfalls wachsen: Mit dem Kauf des populären Berliner Apple-Händlers Gravis Ende letzten Jahres wurden die ersten Weichen gestellt. So steigt die Freenet-Tochter Mobilcom-Debitel zu einem der größten Apple-Verkäufer in Deutschland auf.

Marktübersicht: Netzbetreiber und Mobilfunkanbieter im Vergleich

Auch für Gravis kein falscher Schachzug: Schließlich macht Apple der Handelskette mit der steigenden Anzahl eigener Shops deutlich Druck. Die Kooperation mit dem Apple-Reseller resultiert schon aus dem Jahre 2011. Seitdem werden in den 28 Gravis-Läden ausschließlich Mobilfunkverträge von Mobilcom-Debitel vertrieben. Im Gegenzug ist Gravis in 50 Mobilcom-Debitel-Shops mit eigenem Stand vertreten. Das will der Service-Provider dieses Jahr ausbauen und Apple-Produkte über Gravis in deutlich mehr eigenen Shops feilbieten.

LTE gibt's auch beim Provider

Unter dem Motto "Digital Lifestyle" wollen die Büdelsdorfer weitere Märkte neben der klassischen Telekommunikation erschließen: So sieht der Mobilfunker ein hohes Potenzial bei den Smart-Home-Produkten, die über Smartphones und Tablets ferngesteuert werden. Geräte für die mobile Haustechnik sollen künftig ebenfalls verstärkt in Gravis- und eigenen Shops vertrieben werden.

Zudem kann sich das eigene Diensteangebot mit Cloud-Service, der Norton-Mobile-Security-Software fürs Smartphone, der eigenen Game-Flat sowie demnächst einem eigenen Musikstreaming-Dienst sehen lassen.

Die Wachstumspläne kommen nicht von ungefähr: Schließlich macht der Mobilfunker seit Jahren keine großen Sprünge - weder beim Umsatz noch bei der Anzahl der Kunden. Die Netzbetreiber mit ihren Tarifoffensiven und vor allem das wachsende Discount-Segment setzen dem Provider zu. Dabei kann Mobilcom-Debitel nach wie vor mit dem Pfund wuchern, als einziger Anbieter dem Kunden alle deutschen Mobilfunknetze zu bieten. Obendrauf hat man die Original-Tarife der Netzbetreiber 10 Prozent günstiger im Portfolio. So können Smartphone-Nutzer die Highspeed-Pakete auch bei Mobilcom-Debitel ordern.

Günstige Tarife, guter Vertrieb

Neben den Netzbetreiber-Tarifen, die die Freenet-Tochter zehn Prozent günstiger vertreibt, lockt der Provider vor allem mit eigenen preiswerten Angeboten: So gibt's schon für unter 30 Euro pro Monat eine Allnet-Flat fürs Telefonieren, Simsen und Surfen im schnellen Vodafone-Netz. Im Monatspreis ist auch ein neues Smartphone inklusive.

Zudem profitiert der größte deutsche Service-Provider mit nahezu 15 Millionen Mobilfunkkunden nach wie vor von der Vertriebspartnerschaft mit den Elektrohandelsriesen Media Markt und Saturn.

Die Firmenschwestern Klarmobil, Freenet-Mobile sowie Callmobile mit insgesamt über 2,7 Millionen Kunden agieren preisoffensiv und haben im boomenden Discount-Markt noch viel Potenzial.

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