Smart Home

Technologie und Ausbaumöglichkeiten

Die Hersteller übergreifende Steuerung per Siri käme durchaus einer Revolution gleich. Vorstellbar sind zahlreiche weitere Szenarien: Je nach Entfernung zum Haus könnte das Garagentora utomatisch geöffnet, dasLicht in der Garage und am Hauseingang angeknipst, die Temperatur hochgeregelt und der Fernseher mit dem Lieblingsprogramm eingeschaltet werden. Doch wie will HomeKit das bewerkstelligen?

HomeKit Apps

Soweit momentan bekannt, soll Apple - anders als beim HealthKit - keine eigene Heimsteuerungs-App basteln. Doch neue Schnittstellen ermöglichen es, grundlegende iOS-Funktionen wie die Sprachsteuerung Siri zurSteuerung verschiedenster Geräte einzusetzen. Ebenso sollen Drittanbieter den Fingerabdruck-Sensor Touch ID zur Identifikation innerhalb ihrer Apps nutzen können. Eine praktische und zugleich sichere Lösung, um etwa Türschlösser zu öffnen.

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© Apple

Touch ID, den Fingerabdruck-Sensor, den Apple mit dem iPhone 5 herausgebracht hat, sollen künftig auch Drittanbieter in ihre Apps einbinden können.

Zwar werde das HomeKit die Apps der einzelnen Hersteller keineswegs ersetzen, schätzt von Bismarck: "Unsere Kunden werden weiterhin die tado°-App nutzen." Doch das HomeKit soll es eben ermöglichen, weitere iOS-Funktionen zur Steuerung der eigenen Geräte zu nutzen. Das erkennt auch Martin Vesper, Chef des Haussteuerungsunternehmens digitalSTROM: "Wir haben selbst eine Sprachsteuerung. Doch so eng, wie es mit dem HomeKit möglich sein wird, können wir unsere Anwendungen derzeit nicht mit den Grundfunktionen des iPhones verzahnen."

Beta-Versionen von iOS 8 und des Developer-Kits stehen auf Apples Entwickler-Website bereit. Selbst wenn Apple keine eigene Anwendung anbietet: Dritthersteller können die Schnittstellen jederzeit zur Entwicklung neuer Heimsteuerungs-Apps nutzen.

Doch was ist mit der Hardware: Welche Geräte sollen iPhone und Co. überhaupt steuern?

Geräte für die Heimsteuerung

Klar ist das für uns interessant. Apple spricht mit seiner Lösung jedoch eher den Do-it-yourself-Markt an.
Deniz Turgut, Leiter Marketing und Außendienst Albrecht Jung GmbH & Co. KG

Allein per App lässt sich ein smartes Heim kaum regulieren. Woher kommen Schalter, Sensoren, elektrische Jalousien oder Garagentore? Fraglich ist, ob Apple selbst Heimsteuerungsgeräte anbieten möchte. Der Blog 9to5Mac vermutet dies. Wegen der jüngsten Übernahme des Kopfhörer-Herstellers Dr. Dre spekuliert die Online-Publikation, Apple könnte an Wi-Fi-Audiolösungen arbeiten - was aber nicht bestätigt ist.

Fest steht dagegen, dass Apple mit zahlreichen Partnern zusammenarbeiten wird. Auf der Entwicklerkonferenz präsentierten die Kalifornier bereits über ein Dutzend Hersteller, die das HomeKit unterstützen.

  • Philips hue, die Beleuchtungssparte des holländischen Herstellers, ist einer von ihnen. Philips-hue-Leuchten lassen sich schon über diverse iPhone-Apps kontrollieren. Philips nutzt zwar ein eigenes Funkprotokoll namens ZigBee für die Lichtsteuerung, doch über eine Bridge lässt sich das System mit dem Router und damit mit dem Heim- und Funknetzwerk verbinden.
Auf eine ähnliche Weise dürften sich die Anwendungen der weiteren Partner einbinden lassen. Zu nennen sind hier etwa:
  • Chamberlain: ein Hersteller von Motorsteuerungen für Garagentore und Jalousien mit Hauptsitz in den USA,
  • Haier: der chinesische Marktführer für Haushaltsgeräte,
  • Honeywell: der US-amerikanische Pionier für Haustechnik,
  • Netatmo: der französische Anbieter von vernetzten Wetterstationen,
  • Osram: der deutscher Leuchtmittel-Hersteller,
  • Withings: der französische Produzent intelligenter Waagen sowie Fitness-Tracker.

Genug Produkte also, um ein smartes Zuhause einzurichten. "Wir freuen uns, mit hue Teil eines weiteren Schritts zur Heimautomatisierung zu sein", verkündete Eric Rondolat, CEO von Philips Lighting. "Anwender werden ihre Beleuchtung noch einfacher mit weiteren Geräten und Systemen daheim vernetzen und bequem per Siri steuern können", so Rondolat.

Zuwachs für das HomeKit

Der Erfolg des Smart-Home-Marktes liegt in der Zusammenarbeit verschiedener Unternehmen.
Filip Jan Depauw, Global Marketing and Business Development Director Philips Lighting

Über die jetzigen Mitstreiter hinaus ist für weiteren Zuwachs gesorgt: Mit Marvell und Broadcom finden sich Chip-Hersteller unter Apples Partnern. Auf Nachfrage meldete Broadcom, man arbeite an einem Chip, der Apples neues HomeKit Accessory Protocol unterstütze. Broadcom bietet bereits Funkchips an, mit denen sich etwa Haushaltsgeräte mit Wi-Fi oder Bluetooth-Funk nachrüsten lassen. Ideal also für Hersteller von Heimelektronik, um ihre Geräte für die Heimvernetzung fit zu machen.

Unabhängig vom Chip-Produzenten können Hersteller das HomeKit-Protokoll auch selbst in ihre Geräte integrieren. Wie etwa digitalSTROM: "Wir haben uns für das Programm bereits angemeldet", sagt Martin Vesper, CEO der digitalSTROM AG. Das Unternehmen bietet eine eigene Smart-Home-Lösung an, die auf intelligenten Lüsterklemmen basiert. Durch die Integration von Apples neuem Protokoll verspricht sich der Hersteller Vorteile für die iOS-Steuerung.

Das MFi-Programm ermöglicht es den Geräteherstellern, sich bei Apple als Partner zu bewerben. Hinter dem Kürzel verbergen sich die "Made for"-Siegel, die bereits von den Apple-Docking-Stationen bekannt sind. Wer den diese Logos also künftig auch HomeKit-geeignete Geräte zieren?

Die wichtigsten Fragen zu Homekit

Was ist das Apple HomeKit?

Mit dem HomeKit plant Apple eine neue Plattform zur Heimsteuerung, in der iPhone und Co. als Steuerzentrale des Smart Home fungieren. Über verschiedene Schnittstellen und ein neues Protokoll sollen sich Heimautomationsprodukte verschiedener Hersteller übergreifend per iOS steuern lassen.

Was ist das Besondere an Apple HomeKit?

Apple ist ein internationaler Konzern und könnte das Smart Home dadurch zum Durchbruch führen. Zudem lenkt Apple die mediale Aufmerksamkeit auf das Thema.

Bringt Apple neue Hardware-Geräte?

Apple hat offiziell keine Hardware angekündigt. Ders Blog 9to5Mac streute aber Gerüchte, Apple würde Geräte entwickeln.

Was kann das HomeKit?

Es stellt iOS-Funktionen für die Haussteuerung zur Verfügung, etwa die Sprachsteuerung Siri. Sprachbefehle scheinen durchaus geeignet, um etwa Licht und Heizung in einem Zug zu regulieren. Darüber hinaus lassen sich verschiedenste Geräte in Gruppen zusammenfassen und übergreifend steuern.

Wann kommt das HomeKit?

Das HomeKit soll wie das HealthKit oder auch das PhotoKit mit dem neuen iOS 8 verfügbar sein. Die neue Smartphone- und Tablet-Software ist zum Herbst dieses Jahres angekündigt.

Welche i-Geräte sind iOS-8-tauglich?

Das neue iOS 8 soll sich auf das iPhone 4S, 5, 5c, 5s, den iPod touch (fünfte Generation), das iPad 2, iPad mit Retina Display, iPad Air, iPad mini und iPad mini mit Retina Display aufspielen lassen.

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