5G-Anwendungen der Zukunft

Telefónicas Start-up-Schmiede Wayra eröffnet 5G-Lab

Der 5G-Ausbau schreitet kontinuierlich voran. Bei Wayra in München können Start-ups nun an den 5G-Anwendungen der Zukunft arbeiten.

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Telefónicas Start-up-Accelerator Wayra hat in München ein 5G-Lab eröffnet, in dem Start-ups an den 5G-Anwendungen der Zukunft arbeiten können.

Wayra gehört zu den erfolgreichsten Innovationshubs der Welt. Telefónicas Start-up-Schmiede hat in München nun ein eigenes 5G-Lab eröffnet, um Start-ups dort die Möglichkeit zu bieten, an den 5G-Anwendungsbeispielen der Zukunft zu arbeiten. Wir waren für einen Besuch vor Ort und haben uns von CEO Florian Bogenschütz die Räumlichkeiten und erste Anwendungen zeigen lassen.

Die Frage, warum ein Unternehmen wie Telefónica einen eigenen Start-up-Accelerator wie Wayra unterhält, ist nach Florian Bogenschütz schnell geklärt: Es eine Win-Win-Situation für beide Seiten. Telefónica bietet den Start-ups eine Arbeits- und Forschungsumgebung, in der erfolgversprechende Anwendungen entstehen können, die dem Unternehmen und schlussendlich seinen Kunden nützen.

In den Räumen von Wayra können sich die Start-ups untereinander austauschen, bekommen Coachings und können Telefónica als ersten Kunden gewinnen. Es entsteht ein Wissens- und Know-how-Transfer vom Start-up ins Unternehmen und zurück. Das verschlankt auch Prozesse und erhöht die Entwicklungsgeschwindigkeit: Statt die eigene Forschungsabteilung mit einer Problemlösung zu beauftragen, die dann wiederum oft erst Fachleute suchen müssen, sucht man sich einfach ein Start-up, das bereits an der Lösung arbeitet. Mehr als 22 Verträge sind so alleine 2020 von Wayra zur Telefónica vermittelt worden, die dem Unternehmen rund 9 Millionen Euro Ersparnis eingebracht haben.

5G ist ein Innovationstreiber

Telefónica hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Ende des Jahres 30 Prozent der Bevölkerung mit 5G zu versorgen. Die potenziellen Nutzer führen als Vorteil von 5G meist den Geschwindigkeitszuwachs und eine bessere Abdeckung an. Doch der neue Mobilfunkstandard ist mehr als das. Use Cases müssen her, die das volle Potenzial von 5G ausschöpfen. Und diese werden nicht ausschließlich in der Forschungsabteilung eines Unternehmens entwickelt, sondern gerade branchen- und länderübergreifend, vermerkt Telefónicas CFO Markus Rolle während der Eröffnungsveranstaltung von Wayras 5G-Lab.

„Mit 5G ist plötzlich alles möglich“, weiß auch Florian Bogenschütz. Der neue Mobilfunkstandard kann energiesparend über low frequency senden oder aber mit sehr geringen Latenzen für Echtzeitkommunikation entweder viele Daten übertragen oder wenige. Dadurch ergibt sich eine Vielzahl von Anwendungsbereichen.

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Telefónica hat bei Wayra eine Mobilfunkstation installiert. Es gibt zwei Zellen für das öffentliche 5G-Netz (NSA) und vier Zellen für 5G-Standalone.

Vom vernetzten Bürogebäude bis zur AR-Anwendung

Um den Start-ups die besten Voraussetzungen zum Entwickeln neuer Anwendungen zu bieten, hat Telefónica bei Wayra das erste Standalone 5G-Netz Münchens eingerichtet. Doch auch ein öffentliches 5G-Non-Standalone-Netz wurde aufgespannt, das jeder, der das 5G-Lab besucht, nutzen kann. Interessierte sind dazu eingeladen, vorbeizukommen und 5G hautnah zu erleben. Dafür stehen einige 5G-Smartphones, entsprechende SIM-Karte und weites Werkzeug bereit, damit jeder, der möchte seine eigenen Anwendungen austesten kann.

Vor Ort wird bereits an den Bürogebäuden der Zukunft gearbeitet. 5G ist nämlich auch das Internet der Dinge, das sich perfekt dazu eignet, Informationen einer Vielzahl von Sensoren zu sammeln und zu analysieren. Das Start-up Haltian hat uns ein digitales Abbild eines Bürogebäudes gezeigt, das dank vernetzter Sensoren die Raumtemperatur, den CO2-Gehalt in Meeting-Räumen und die Tischbelegung wiedergibt. In Zukunft kann so die Auslastung großer Bürogebäude erfasst werden und die Mitarbeiter können sich untereinander im Gebäude wiederfinden, wenn das Unternehmen auf flexible Arbeitsplätze setzt. Auch für das Gebäudemanagement sind die erfassten Daten ein Vorteil, da genutzte Tische erkannt und sofort danach gereinigt werden können.

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Im 5G-Lab stehen 5G-Smartphones, SIM-Karten und allerlei Technik bereit, damit jeder der möchte seine Anwendungen testen und verfeinern kann.

Neben IoT sind auch AR-Anwendungen prädestiniert für 5G. So arbeitet das Start-up Eyecandy Lab daran, Echtzeit-Content vom TV per AR-App auf dem Smartphone mit Zusatzinformationen zu erweitern. So kann man sich vor dem Fernseher zum Beispiel eine Karte des Spielfelds beim Fußball einblenden lassen, die die Spiele in Echtzeit anzeigt.

Wir sind gespannt, was sich die Start-ups noch einfallen lassen, um den neuen Mobilfunkstandard immer weiter in unseren Alltag zu integrieren.

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Das Start-up Eyecandylabs arbeitet an AR-Anwendungen, die gestreamte Echtzeitinhalte erweitern.

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