Linux auf dem Smartphone

Xposed Modules: Mehr Funktionen für das Smartphone

17.5.2017 von Manuel Masiero

ca. 3:55 Min
Ratgeber
VG Wort Pixel
  1. Android-Modding mit Xposed Mod & Co
  2. GNURoot Debian: Zusatz-Linux mit eigenem Desktop
  3. Xposed Modules: Mehr Funktionen für das Smartphone
  4. LineageOS: Neues Betriebssystem

Die Idee ist einfach, aber genial: Ersetzt man das Programmiergerüst von Android, das sogenannte Framework, durch das Xposed Framework, lässt sich das mobile OS mit neuen Features und Funktionen aufrüsten, die der Hersteller so gar nicht vorgesehen hat. Die Erweiterungen fügt man über den Download von Xposed-Modulen hinzu, Dateien im Format APK. Eine riesige Auswahl davon gibt es im Forum der XDA-Developers​​. Wer bestimmte Funktionen auf seinem Smartphone vermisst, dürfte dort mit großer Wahrscheinlichkeit fündig werden. 

Rooten erforderlich 

Um Xposed-Module auf dem Smartphone zu installieren, braucht es keine tiefen Systemeingriffe, wie sie zum Beispiel für eine alternative Firmware wie CyanogenMod oder LineageOS erforderlich sind. Das Gerät muss lediglich gerootet sein, dem Nutzer also Administratoren-Rechte einräumen, damit dieser das System nach Belieben anpassen kann. Weil das Rooten je nach Smartphone und Hersteller unterschiedlich abläuft, können wir keine pauschale Anleitung geben, doch über eine Websuche dürfte man sehr schnell fündig werden. In vielen Fällen hilft das PC-Tool Root Genius​ weiter, das laut Anbieter Tausende von Android-Geräten rooten kann. 

So gut wie jedes Smartphone oder Tablet ab Android-Version 4.0 ist zu den Xposed Modules kompatibel. Ob Ihr Mobilgerät unterstützt wird, finden Sie durch eine Suche im Forum der XDA-Developers heraus. Besitzer von Android-7-Geräten müssen sich noch etwas gedulden: Der Xposed-Installer für Android 7.0 und 7.1 wird von der Community derzeit fleißig entwickelt.​​​

Rootgenius
Schlüsseldienst: Das Windows-Tool Rootgenius rootet Android-Smartphones mit nur einem Mausklick.
© Weka/Archiv

Xposed Modules für Android 4.0 bis 4.4 

So installieren Sie die Xposed-Module: Aktivieren Sie zuerst in den Sicherheits-Einstellungen von Android die Option, die Installation von Apps aus unbekannten Quellen zuzulassen. Laden Sie dann den Xposed Installer​​ herunter und installieren Sie die APK-Datei. Tippen Sie nach dem Öffnen auf Framework und bestätigen Sie den Sicherheitshinweis mit Ok. Spielen Sie das Framework über Installieren/Aktualisieren auf und Erlauben Sie dem Tool, Superuser-Rechte zu erhalten.

Das​ Xposed-Framework bekommt damit vollen Zugriff auf alle Gerätefunktionen und den Speicher. Wenn Sie das Gerät dann mit Ok neu starten, sollte das Xposed-Framework aktiv sein. Im Xposed Installer finden Sie unter Module die heruntergeladenen und installierten Module. Neue Module laden Sie über Downloads herunter. Zum Installieren tippen Sie auf den jeweiligen Eintrag in der umfangreichen Modul-Liste.​​

Xposed Modules für Android 5.0 bis 6.0 

Erlauben Sie dem Smartphone auch hier die Installation von Dateien aus unbekannTOOL- PAKET Linux auf dem Smartphone DVD MOBILE COMPUTING 84 www.pc-magazin.de PC Magazin 6/2017 ten Quellen. Verwenden Sie folgenden Link zum Download des Xposed Installers: https://bit.ly/2hVui4T​​. Nach der Installation der APK-Datei ist die Installieren/Aktualisieren-Schaltfläche unter Framework noch inaktiv, weil Sie nun das Xposed Framework ab Android-Version 5.0 mithilfe des Recovery-Modus von Android installieren müssen.

Screenshot: Xposed Installer
Zentrale: Über den Xposed Installer können Sie Dutzende neuer Android-Funktionen auf dem Smartphone installieren.
© Weka/Archiv

Laden Sie unter https://dl-xda.xposed.info/framework​​ das passende Xposed Framework für Ihr Mobilgerät herunter. Dabei steht das Unterverzeichnis skd21 für Android 5.0, sdk22 für Android 5.1 und sdk23 für Android 6.0. In jedem der drei Verzeichnisse befinden sich wiederum drei Unterverzeichnisse für die Systemarchitekturen ARM, ARM64 und x86. Sollten Sie sich nicht sicher sein, welche Datei die richtige für Ihr Smartphone oder Tablet ist, hilft die App Systeminfo for Android weiter. Die Systemarchitektur steht dort unter System, Buildinfos beim Punkt CPU ABI. Die Zip-Datei mit dem Installer müssen Sie nicht entpacken, sie können Sie direkt auf das Smartphone kopieren.​

Je nach Gerät kann die Installationsdatei im internen Speicher abgelegt werden, etwa unter Downloads, oder sie muss auf eine microSD-Karte übertragen werden. Was letztlich funktioniert, hängt davon ab, welche Verzeichnisauswahl der Recovery-Modus des Smartphones zulässt. Laden Sie neben der Installations-Datei auch gleich den dazugehörigen Uninstaller aus dem gleichnamigen Verzeichnis herunter, sodass Sie das Xposed Framework wieder problemlos entfernen können. 

Vorsicht: Bei Samsung-Geräten funktionieren diese Installer nicht. Das passende Xposed Framework finden Sie unter https://bit.ly/2okpppb​​.

Installation im Recovery-Modus 

Sind alle Dateien heruntergeladen und kopiert, geht es zum letzten Installationsschritt. Schalten Sie das Gerät aus und starten Sie es im Recovery-Modus neu. Dazu müssen Sie üblicherweise den Home-Button zusammen mit der Lautstärke-nach-oben-Taste und der Powertaste rund 10 Sekunden lang gedrückt halten. Die genaue Tastenkombination kann aber je nach Mobilgerät etwas anders sein. 

Das Recovery-System ist ein kleines Notfall-OS, das verschiedene Wartungs- und Wiederherstellungsfunktionen bereitstellt. Eine davon nutzen wir für die Installation des Xposed Framework. Tippen Sie auf den Menüeintrag, der abhängig vom jeweiligen Gerät sinngemäß etwa Apply update from external storage oder install heißen kann. Wechseln Sie dann zum Verzeichnis, welches das Xposed Framework enthält und tippen Sie die Datei an, um die Installation zu starten. Im Anschluss löschen Sie über das Hauptmenü den Cache sowie den Dalvik Cache – vergleichbar mit dem Master File Table von Windows –, da sonst das Smartphone nicht hochfährt.​

Xposed Installer Downloads
Tankstelle: Der Xposed Installer funktioniert wie ein alternativer App-Store.
© Weka/Archiv

Optional: Custom Recovery nachrüsten 

Finden sich im Recovery-Menü ihres Smartphones keine entsprechenden Befehle, rüsten Sie ein Custom-Recovery-Tool nach, zum Beispiel ClockworkMod Recovery​​ oder das Team Win Recovery Project beziehungsweise TWRP​​. Beide Apps ersetzen das Standard-Recovery-Menü von Android und bringen alle erforderlichen Werkzeuge zum Aufspielen des Xposed Framework mit. 

Nach der Installation des Frameworks starten Sie das Gerät neu. Es kann ein paar Minuten dauern, bis das System komplett gebootet ist. Hat alles funktioniert, erscheint im Xposed Installer die Meldung, dass das Xposed Framework aktiviert wurde. Unter Module sehen Sie die bereits heruntergeladenen und installierten Module. Neue Module laden Sie über Downloads herunter.​

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Quelle: connect
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