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Cyrus Pre Qx DAC, X Power & PSX-R im Test

Das eigenwillige Design der Cyrus-Kombis ist seit Jahern unverändert. Im Hörraum testen wir, was sich im Inneren des Vorverstärkers Pre Qx DAC und der Endstufe X Power getan hat.

© Hersteller/Archiv

Cyrus Pre Qx DAC & X Power

Pro

  • antrittsschnell
  • sehr offen und pointiert in der Raumabbildung

Contra

Cyrus baut Geräte in dieser Form seit 1993. Der erste Vertreter dieser Art, der Vollverstärker Cyrus III, ist eine Ikone seiner Zeit. Die konservative Fraktion der High-End-Freunde wollte den Amp damals partout nicht akzeptieren - zu viele Chips auf kleinem Raum. Das war futuristisch und machte Angst. Aber es gelang der große Wurf für die Zukunft. Das Gehäuse wurde nicht nur annähernd in den folgenden Editionen weitergebaut, sondern ist bis heute identisch. Allerdings mit runderneuerten Lieferwegen: Heute kommt das Aluminium-Druckguss-Gehäuse aus Schweden, die Husqvarna-Gruppe liefert es nach Huntington, wo es am Firmensitz von Cyrus bestückt wird.

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Das ist europäische Kollektivarbeit, die man erkennt und schätzt. Auch und gerade beim Blick unter die Haube: Cyrus setzt die Hitze erzeugenden Bauteile genau an jene Positionen, an denen sie effektiv mit dem Gehäuse gekoppelt werden können - das seit Anfang des Konzepts als große Kühlrippe fungiert.

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Unverändert seit Jahrzehnten - und unverändert schlau: Das Alu-Druckgussgehäuse aller Cyrus-komponenten ist zugleich formatfüllendes Kühlelement. hier die Vorstufe Pre von unten mit zugestecktem QX-DAC-Modul (links hinten). Ohne Phono-Zweig, doch Cyrus plant noch in diesem Jahr eine eigene Phono-Schatulle.

Erweiterungsmöglichkeiten

Für unseren Test haben wir ein Quartett in den Hörraum bestellt: die Vorstufe Pre Qx DAC mit internem Digitalwandler und eine X-Power-Stereo-Endstufe, jeweils unterfüttert von einem externen Netzteil PSX-R. Was Cyrus damals und noch heute so verführerisch macht: Vieles ist möglich, wenig Pflicht. Über Optionen und Steckplätze kann man sich wie bei kaum einem anderen Hersteller "in die Höhe kaufen". 

Pro

  • schwarz und kantig in den Bässen
  • druckvoll in den Mitten

Contra

  • Miniaturboxen sind tendenziell überfordert

Beispiel Vorstufe: Das Qx-DAC-Modul wäre auch für 400 Euro nachträglich zu haben. Ein winziger Eingriff und man hat ein elegantes Zustecksystem mit eigenen Eingängen auf der Rückseite der Vorstufe. Die Investition bringt den Pre dann zur höheren digitalen Wandlung bei 192 Kilohertz / 24 Bit.

Beispiel Endstufe: Die kompakten Bausteine schreien ja geradezu danach, auch als Mono-Blöcke eingesetzt zu werden. Man legt einfach einen Schalter auf der Rückseite um, und aus doppelten 110 Watt an 4 Ohm werden gebrückte 195 Watt. Die Schaltung selbst folgt dem Konzept des genialen ungarischen Ingenieurs George C. Sziklai von 1956. Er spricht von "Complementary Feedback". Es ermöglicht, die Gegenkopplung herunterzufahren und Verzerrungen zu reduzieren.

© Hersteller/Archiv

Die Vorstufe Pre stellt sechs Cinch-Eingänge bereit - mit Qx-DAC-Modul um fünf Digital-Eingänge erweitert. Das geschlossene Design der Front erzwingt auch, dass der Kopfhörer-Anschluss auf die Rückseite wandert (neben die Strombuchse).

Hörtest

Wer zwischen den Zeilen lesen kann, ahnt die klangliche Ausrichtung der Cyrus-Kombi. Es geht nach vorn - tiefschwarz im Bass und potent. Das war energetisch so stark, dass Ultra-Kompaktboxen in unserem Test eine Spur überfordert wirkten. Das hohe Tempo und die Schubkraft sehnen sich nach einem adäquaten Abnehmer - je leistungshungriger, desto stärker die Abbildung.

Cyrus steht auf der Gegenseite der Ohrenschmeichler. Das hatte auch in einem Adagio von Monzart zupackende Präsenz. Ohne den Anflug von Sentimentalität, gestochen scharf und informationsreich. PSX-R oder nicht? Keine Frage: Der Gewinn an Ruhe in diesem machtvollen Druck ist unverzichtbar.

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