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ELAC Miracord 50 im Test

ELAC kann nicht nur große Laufwerke. Der kleinste Miracord liegt bei 500 Euro. Ein Kampfpreis. Für den es sogar noch eine eingebaute Phono-Stufe gibt. Lesen Sie unseren Test zu Miracord 50 von ELAC.

ELAC Miracord 50 im Test

© Josef Bleier

ELAC Miracord 50 im Test

Jetzt kaufen
EUR 449,90

Pro

  • hohe Klangausbeute
  • gute Verarbeitung

Contra

  • Tonabnehmer zu günstig geraten

Fazit

stereoplay Testurteil: 61 Punkte; Preis/Leistung: sehr gut ; Klang: komplett mit Hochpegel/Laufwerk (40/43 Punkte);

Wie viel Rotstift verträgt eine High-End-Komponente? ELAC bringt seinen kleinsten Miracord-Plattenspieler mit der Nummer 50 in den Handel – und einem Preisschild von 500 Euro. Das allein ist schon sensationell. 

Denn der Miracord 50 steht in einer Ahnenreihe. Über ihm gibt es das Modell 70 mit einer Preisempfehlung von 1200 Euro, und noch eine Stufe höher rangiert der Miracord 90 mit 2500 Euro.

Der kleine Bruder liegt also bei einem Fünftel des Erstgeborenen. Was ganz simpel an den Produktionswegen liegt. Nummer 70 und 90 entstehen im Hochlohnland Deutschland, der 50er hingegen kommt aus Taiwan über die Ozeane. Hier gibt es weniger highendige Duftstoffe, dafür aber ein echtes Plus.

Dringt aus dem 70er und 90er nur ein „rohes“ Cinch-Signal, so kann man beim 50er die eingebaute Phonostufe hinzuschalten. Ein starkes Kaufargument für eine Zielgruppe, die an ihrem Vollverstärker über keinen MM-Wandler verfügt. Ganz ehrlich: Wir sehen und merken dem Miracord 50 nicht an, dass er mit weniger Liebe gebaut wurde. 

Das wirkt alles ehrenhaft und stabil – bis hin zur aufschraubbaren Head-Shell. Man sollte sich jedoch auf kleine Überraschungen einstellen. So sucht man einen beigepackten Antriebsriemen vergebens. Er liegt nicht in einer kleinen Plastiktasche bei. 

Vielmehr haben die Taiwanesen ihn bereits um den Subteller geschlungen. Hier braucht man Fingerspitzengefühl. Der Plattenteller selbst besteht aus Aluminiumguss. Er ist leicht, für die Vibrationsdämp- fung sorgen die Füße und die Kunststoffauflage.

ELAC Miracord 50 im Test - Anschlüsse

© Josef Bleier

Ein kleiner Schalter (Mitte) – entscheidet darüber, ob das Signal pur oder bereits vorverstärkt (MM) ausgegeben wird.

Irgendein Marketingstratege hat den Slogan „Sanfte Vinyl-Präzision“ für den Miracord 50 ausgerufen. Das ist Unsinn: Was am Miracord soll „sanft“ sein? Das klingt im Kontext nach „weichgespült“ und aggressionsfrei. Beides Werte, die bei einem guten Plattenspieler nichts zu suchen haben. 

Es muss zur Sache gehen: mit Druck, Drive und Ehrlichkeit. Beim größeren Miracord 70 hat sich ELAC dazu entschlossen, das gute, günstige AT95-System an die Spitze zu setzen. Also ein Ankauf von Audio Technica. Viele Analogfans hätten Stein und Bein darauf gewettet, dass es unter dem AT95 keine weiteren Audio-Technica- Abnehmer gibt. 

Doch ELAC hat einen AT91 aufgetrieben mit einem gelben Nadeleinschub als Erkennungszeichen. Das AT95 wird bei spezialisierten Shops teilweise als bereits vergriffen geführt – die Nachfolgegeneration kommt ganz frisch in den Handel. Der nunmehr als Oldie geltende T95 wird von manchen Anbietern um 35 Euro Verkaufspreis gehandelt, ein AT91 durchbricht die Schallmauer nach unten und liegt im 20-Euro-Bereich.

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Ganz ehrlich? Das wird dem preisbezogen sehr guten Spieler nicht gerecht, das System hat sich im Test klar als limitierendes Element erwiesen. Es spielte zwar sauber, aber ohne wirklichen Drive, ohne Präzision und eher vage. Wir haben den AT95 aufgeschraubt und staunten über den Zuwachs an Informationen. 

Insbesondere die Bassabbildung legte in den Punkten Kontur und Kraft zu. Wer noch höher hinaus will, der versuche es einmal mit einem Ortofon 2M Red (Straßenpreis: um 100 Euro). Eine wunderbare Testscheibe war für uns das remasterte „Sgt. Pepper“-Album. Die Beatles als geniale, frische Band mit High-End-Ambition. Die Pressung ist superb. 

Ein Plattenspieler kommt schnell an seine Grenzen. Der kleine Miracord vermittelte die Faszination. In diesem Sinne ein grundehrlicher Vinylbeschleuniger, wenn auch mit etwas gemütlicheren Bassfiguren des Paul McCartney. Klarer Tipp: Diesen Plattenspieler kaufen und gleich ein höherwertiges, preisgünstiges System installieren. Dann kommt Freude auf, die Preis-Leistungs-Relation ist großartig.

ELAC Miracord 50 im Test - Tonarm

© Josef Bleier

ELAC liefert seinen Miracord 50 mit einem Tonarm aus taiwanesischer Fertigung aus. Das Lager besteht aus Edelstahl, das Rohr aus Aluminium. Die Headshell ist abschraubbar.

Fazit

In dieser Preisklasse sind nur wenige wirklich gute Plattenspieler unterwegs. ELAC bringt hier seinen Ehrennamen ein. Das hätte auch schiefgehen können. Doch die Klangausbeute des Miracord 50 ist hoch, die Verarbeitung mehr als nur angemessen. 

Es gibt aber ein Nadelöhr: Der Tonabnehmer ist zu günstig geraten, das Laufwerk kann mehr. Deshalb raten wir laut zu einem Upgrade. Dann stimmt das Panorama, und die Bässe bekommen den nötigen Schub.

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