Smartphone

HTC U11 Life im Test

Das HTC U11 Life überzeugt im Test mit Performance und Multimedia. Die miese Ausdauer trübt allerdings das Ergebnis.

HTC U11 Life

© HTC

Mit seiner metallisch glänzenden Acrylrückseite macht das HTC U11 Life vor allem im blauen Anstrich einen starken Eindruck.

EUR 214,80

Pro

  • cooler Look in sattem Blau
  • neuestes Android 8.0
  • Gehäuse bietet Staub- und Wasserschutz nach IP67
  • gute 16-MP-Kamera
  • starke Connectivity-Ausstattung
  • Noise-Cancelling-Kopfhörer im Lieferumfang
  • Wechselspeicherslot

Contra

  • miese Ausdauer
  • Kunststoffgehäuse
  • proprietärer Kopfhöreranschluss
  • kein drahtloses Laden
  • keine Dual-SIM-Funktion

Fazit

connect Testurteil: befriedigend (366 von 500 Punkten)
73,2%

Mit dem U11 Life für 349 Euro bringt HTC das Geschwistermodell des aktuellen Flaggschiffs HTC U11 (749 Euro) auf den Markt. Das Phablet lieferte im Test in connect 8/2017 eine starke Vorstellung und sicherte sich so einen Platz in den Top Ten der Bestenliste. Daran soll nun der Newcomer anknüpfen.

Schickes Teil mit Zusatzfunktion

Optisch ist das U11 Life auf jeden Fall ein Kracher. Das metallicblaue Testgerät sieht richtig sexy aus. Wer es dagegen eher zurückhaltender mag, der greift einfach zur dunkelgrauen Variante. Konnte der Style des U11 Life also vom Start weg überzeugen, trifft das auf die Haptik weniger zu. Der Nutzer merkt zu jeder Zeit den Kunststoffrücken aus Acryl, der sich darüber hinaus auch noch extrem aufgeschlossen gegenüber Fingerabdrücken zeigt, in kürzester Zeit damit übersät ist und nach ausgiebigen Putzeinsätzen verlängt. Dafür kann das HTC-Gehäuse mit einer IP67-Zertifizierung aufwarten und ist somit gegen Staub und Wasser geschützt. Gefallen kann zudem auch die geriffelte Ein/Aus- Taste, die sich verwechslungsfrei bedienen lässt.

Testsiegel connect befriedigend

© WEKA Media Publishing GmbH

Testsiegel

Das U11 Life bringt auch die vom U11 bekannte Funktion „Edge Sense“ mit. Der Geräterahmen ist im unteren Seitenbereich drucksensitiv und so kann der Nutzer hier über einen langen oder kurzen Druck gleich zwei Funktionen starten, etwa die Kamera oder die Taschenlampe. Im Menü lässt sich die jeweilige Funktion vom Nutzer bequem bestimmen. Im Testalltag konnte dieses Feature auf jeden Fall überzeugen.

Extra flink dank Android pur

Das gilt auch für die Qualcomm-Plattform SDM630. Acht Kerne mit einem Tempo von bis zu 2,2 GHz sorgen hier in Verbindung mit 3 GB an Arbeitsspeicher für ein jederzeit flottes und verzögerungsfreies Nutzererlebnis. Daran dürfte jedoch nicht nur die potente Plattform, sondern auch das native Android der neusten Version 8.0 einen gewichtigen Anteil haben. Die Bedienung gelingt damit intuitiv und problemlos. Mit Extrafeatures kann das U11 Life allerdings nur bedingt aufwarten. Dafür ist eine schnelle Versorgung mit Sicherheits- (drei Jahre) und Versionsupdates (zwei Jahre) gewährleistet.

Technisch kann das HTC speziell in puncto Connectivity überzeugen. So kommt das U11 Life mit einem modernen USB-C-Anschluss, LTE Cat 12, Bluetooth 5.0, NFC und 5-GHz-WLAN. Darüber hinaus stehen dem Nutzer 20 GB an freiem Speicher für seine Daten zur Verfügung, die sich einfach über eine Micro-SD-Speicherkarte erweitern lassen. Eine Version mit 4 GB Arbeits- und 64 GB Nutzerspeicher ist ebenfalls erhältlich. Das Full-HD-Display im 5,2-Zoll-Format gefällt zudem mit feiner, aber nicht sehr heller Darstellung.

HTC U11 Life Screenshots

© Screenshot WEKA / connect

Ein langer Druck auf ein Bildschirm-Icon öffnet ein Menü mit den wichtigsten Funktionen. Ein cooles Feature des U11 Life ist Edge Sense. Die Empfindichkeit kann der Nutzer definieren und im Einstellungsmenü die Funktionen wählen, die sich über Druck auf die Seiten starten lassen.

Musik und Kamera im Fokus

Überraschend gut präsentierte sich die 16-Megapixel-Kamera im Test. Die Bildqualität ist subjektiv unter allen Bedingungen top, was in dieser Preisklasse Seltenheitswert besitzt, der Autofokus arbeitet flott. 4K-Videos, Panorama- und Manuellmodus sowie Selfies mit 16 Megapixeln komplettieren den starken Kamerapart.

Doch nicht nur die Kamera kann überzeugen, sondern auch die mitgelieferten In-Ear-Kopfhörer. Sie verfügen über eine aktive Geräuschunterdrückung, messen über die Funktion „USonic“ optional den Hörkanal des Nutzers und passen dementsprechend das Klangprofil an. Dem Tester war der Sound so allerdings deutlich zu basslastig.

Zusätzlich gibt es ein weiteres Manko: HTC hat beim U11 Life auf eine übliche Klinkenbuchse verzichtet, der Kopfhörer belegt folglich den USB-C-Anschluss. Dem Testgerät lag leider kein Adapter für normale Kopfhörer bei und so sind die eigenen Kopfhörer erst mal außen vor.

Fiasko bei der Ausdauer

So weit, so gut. Allerdings musste sich das U11 Life auch noch im Labor behaupten und hier gab es leider eine böse Überraschung. Die Ausdauermessung, ein Mix aus verschiedenen Nutzungsszenarien bei aktiviertem Display, lag dem HTC überhaupt nicht. Das Resultat war eine weit unterdurchschnittliche Laufzeit von 3:40 Stunden. Auch mehrere Messzyklen brachten kein besseres Ergebnis zu Tage. Die restlichen Messergebnisse liegen dagegen im grünen Bereich. Mit diesem Manko erreicht das U11 Life lediglich die Verbalnote „befriedigend“.

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