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Multiroom-Lautsprecher

Ikea Symfonisk im Test: Sonos-Box getarnt als Tischleuchte

Streitest du noch oder streamst du schon? Ikea und Sonos treten mit der Symfonisk Tischleuchte an, um Frieden zwischen Mann und Frau zu schaffen – mit der unsichtbaren Box. Doch wie gut ist der Klang? Hier unser Test.

© Ikea

Die Symfonisk Tischleuchte mit WiFi-Speaker fügt spart Platz und sieht elegant aus.

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EUR 309,56

Pro

  • exzellente Bühnenausleuchtung
  • helles Klangbild

Contra

  • Ethernet-Buchse nicht in den Sockel, sondern auffällig in die Rückwand integriert

Fazit

audio Klangurteil: 60 Punkte; Preis/Leistung: sehr gut

Als der Autor vor über zehn Jahren für unsere Schwe­sterzeitschrift AUDIOphile ein Interview mit der Frau­enforscherin Dr. Christa Oppenheimer von der Universität Frank­furt/Main führte, kam ans Licht: Ladies und Lautsprecherboxen gehen einfach nicht zusammen. Bestenfalls seien sie aus weiblicher Sicht als Unterstand für Blumentöpfe und Ähnliches zu dulden.

Blu­men hat Ikea zwar noch nicht zum Sprechen gebracht, aber der neue Ikea Symfonisk Tischleuchte mit WiFi-Speaker kommt dieser Idee sehr nahe: Der Multiroom-­Lautsprecher verblüfft mit den Sekundärtugenden eine Tischlampe. Schwer zu sagen, wie viele Scheidungen sich dadurch vermeiden lassen hätten!

© Ikea

Wer den technisch sinnvollen LAN-Anschluss der Ikea Symfonisk Tischleuchte nutzt, riskiert, die Tarnung zu verlieren.

Es kommt noch besser. Der über Ikea vertriebene Symfonisk wurde nicht nur gemeinsam mit Sonos entwickelt, son­dern lässt sich auch noch nahtlos in des­sen Ökosystem integrieren. Sprich: Wer bisher keine Chance sah, seine Sonos­-Soundbar durch Rearspeaker zum ernst­haften Surround­-System auszubauen, der kann seiner besseren Hälfte künftig die beiden zusätzlichen Boxen als Lam­pen unterschieben.

Die untere Hälfte verbirgt das eigent­liche Lautsprechersystem und die nötige Elektronik unter einem Stoffüberzug. Oben drauf sitzt eine Fassung für eine Energiesparlampe bis 7 Watt, die  unter einem matten Glas­schirm mit Bajonettverschluss verschwindet.

© Ikea

Funktionales Design: Im Lampenfuß der Ikea Symfonisk Tischleuchte sind die bekannten Sonos-Bedienelemente integriert.

Bedienung via Sonos-App

Mit einem seitlichen Drehknopf schaltet man die Ikea Symfonisk Tischleuchte an und aus. Zum Starten und Anhalten der Wiedergabe und zur Lautstärkeregelung gibt es Tasten im Lampensockel.

Die Inbetriebnahme ist so einfach wie bei Sonos – kein Wunder, Ikea vertraut bei seinen Symfonisk-­Speakern auf die ausgereifte „Sonos Control“-­App für iOS und Android. Die vertraut inzwischen zur Wiedergabe von Titeln aus dem Musikarchiv des Smart­phones ausschließlich auf AirPlay 2 di­rekt aus den entsprechenden iOS­-Apps. Weil auch die geniale TruePlay-Einmes­sung nur mit iDevices funktioniert, sind die smarten WLAN­Lautsprecher haupt­sächlich für Apple-­Fans attraktiv.

© Ikea

Ikea nutzt die Sonos Control Apps für Android und iOS. Darin werden die Lampen wie jeder andere Lautsprecher der Amerikaner behandelt.

Ikea Symfonisk im Hörtest

Denen bietet sich ein erstaunlich aus­gewogener, allerdings nicht übermäßig bassreicher Klang. Immerhin kamen die tiefen Töne differenziert aus der Wun­derlampe, die allerdings entgegen ihrer runden Form Höhen ziemlich nach vorne gerichtet abstrahlte. Dank ausreichender Ausgewogenheit und ordentlichen Pe­gelreserven eignet sich Symfonisk per­fekt für die Hintergrundbeschallung.

Ikea Symfonisk im Messlabor

Leichte Welligkeiten, sonst aber sehr aus­gewogen – so lässt sich der Frequenzgang beschreiben, den wir bei der Box mangels eines Audio­-Eingangs mit Hilfe eines ge­streamten Rauschsignals ermittelt haben. Dank elektronischer Entzerrung stemmt die Symfonisk bei niedrigen Lautstärken er­staunlich tiefe Bässe, die untere Grenzfre­quenz liegt 33 Hz bezogen auf ­6 dB.

© audio

Für die Ikea Symfonisk haben wir in unserem Messlabor den Frequenzgang ermittelt.

Fazit

Aus Handys wurden Kameras, vernetzte Autos sind fahrende Computer. Nur Lautsprecher blieben bislang dem Kastendenken treu. Mit der Symfonisk Tischleuchte mit WiFi-Speaker schaffen Ikea und Sonos  einen Mehrwert, unter dem die Einzelfunktionen nicht leiden. Und das leuchtende Beispiel ist nicht teurer als ein Sonos Play:1.

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