In-Ear-Kopfhörer mit guter Klangqualität

Jabra Elite 3 im Test: Kompakt, günstig, gut

6.10.2021 von Lennart Holtkemper

Im Test beweisen sich die Elite 3 von Jabra als sehr kompakt und bieten trotz 80 Euro eine gute Klangqualität und ausgezeichnete Akkulaufzeit.

ca. 3:40 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Jabra Elite 3
Jabra hat mit den Elite 3 In-Ears mit guter Audioqualität für 80 Euro im Programm. Wir haben die Stöpsel getestet.
© connect
EUR 79,99
Jetzt kaufen

Pro

  • sehr kompakte Abmessungen und geringes Gewicht
  • sehr guter Tragekomfort und Halt im Ohr
  • Spritzwasserschutz
  • hervorragende passive Dämpfung
  • guter, bassbetonter Klang mit wenig Verzerrungen
  • hohe Lautstärke
  • lange Akkulaufzeit
  • sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Contra

  • Bedienung an den Stöpseln durch Taste gewöhnungsbedürftig
  • wenig Einstellungsmöglichkeiten in der App

Fazit

connect-Urteil: gut (401 von 500 Punkten)


80,0%

Kabellose In-Ear-Kopfhörer mit guter Audioqualität zu bekommen, ist in der Preisklasse unter 100 Euro immer noch nicht ganz so einfach. Jabra hat mit den neuen Elite 3 ein paar In-Ears für 80 Euro vorgestellt, die dieses Kriterium allerdings erfüllen. Für den Preis muss man zwar auf Features wie Active Noise Cancelling (ANC) verzichten, aber Außengeräusche hält der Elite 3 dennoch fern.

Wir haben die In-Ears für einen Test durch unser Labor geschleust und ins Ohr gedreht. Hier scheint sich ein Preis-Leistungs-Champion abzuzeichnen.

Jabra Elite 3 mit kompakten Abmessungen in solidem Kunststoff

Zugegeben: Mit edlen Materialien überzeugen die Elite 3 nicht unbedingt. Das Ladecase ist aus mattem, relativ dünnen Kunststoff gefertigt. Der Deckel knarzt zudem etwas, wenn man das Case in die Hand nimmt. Für den Preis lassen wir aber Fünfe gerade sein. Positiv ist der schlanke Formfaktor und das geringe Gewicht von 33 Gramm. So verschwinden die Elite 3 einfach in der Hosentasche und verweilen dort unbemerkt bis zu ihrem Einsatz.

Die In-Ears selbst nehmen das jeweilige Farbschema der Schale auf und sind aus ähnlichem Kunststoff gefertigt. Auch sie überzeugen durch kompakte Abmessungen und ein geringes Gewicht, das sich vorteilhaft auf das Tragegefühl auswirkt. Hier drückt auch nach längerem Musikhören nichts im Ohr. Jabra legt zudem zwei weitere Paar Ohrstücke in verschiedenen Größen bei. Wer die Elite 3 beim Sport tragen möchte, kann sich zudem auf einen sicheren Sitz verlassen. Dank Spritzwasserschutz muss man sich beim Schwitzen dann auch nicht zurückhalten.

Jabra Elite 3 Lila
Die Jabra Elite 3 werden über zwei Tasten an der Seite gesteuert. Es gibt sie in vier verschiedenen Farben.
© Jabra

Steuerung mit vielen Möglichkeiten

Gesteuert werden die Elite 3 typisch Jabra über physische Tasten auf den In-Ears. Das ist auf der einen Seite gut, da man so ein direktes Feedback erhält, den Steuerbefehl auch wirklich ausgeführt zu haben. Auf der anderen Seite ist natürlich ein gewisser Druck nötig, die Taste zu betätigen. Dadurch schiebt man sich die Stöpsel weiter in den Gehörgang, wenn man nicht mit einem zweiten Finger gegenhält, was auch etwas unangenehm sein kann.

Ausgezeichnet ist die Vielzahl an Funktionen, die man über die Stöpsel steuern kann. Hier kann man selbst für eine Lautstärkeanpassung das Smartphone getrost in der Tasche lassen. Auch Anrufe lassen sich mit einem Druck annehmen oder ablehnen. Gefehlt hat uns in dieser Disziplin absolut nichts.

Jabra Elite 3 Dämpfungsdiagramm
Der Transparenzmodus (grün) wirkt vor allem auf die Stimmfrequenzen. Die physische Dämpfung (rot) ebenfalls. ANC würde noch mehr tiefe Frequenzen von 20-150 Hz dämpfen.
© connect

Kein ANC aber dennoch ausgezeichnete Geräuschdämpfung

In der Preisklasse unter 100 Euro selten zu finden ist der Hearthrough-Modus, der bei den Jabra Elite 3 mit an Bord ist. Wer ihn per Knopfdruck zuschaltet, bekommt Außengeräusche über Mikrofone ins Ohr geleitet. Damit ist man beim Sport nicht vollkommen abgekapselt und kann auch mit Personen kommunizieren, ohne die Stöpsel herauszunehmen. Dazu passt, dass Jabra vor allem Stimmfrequenzen weiterleitet. Die Dämpfung liegt mit 5 dB dabei im Mittelfeld.

Ganz und gar nicht im Mittelfeld liegt bei den Elite 3 die Geräuschdämpfung. Zwar stattet Jabra die In-Ears nicht mit ANC aus, doch die physische Abdichtung kann sich mehr als sehen lassen. Satte 27 dB Außenlärm schlucken die Stöpsel im Schnitt. Erreicht wird dies vor allem durch ein gutes Eindrehen in den Gehörgang.

Jabra Elite 3 Frequenzdiagramm
Auf dem Frequenzdiagramm erkennt man die Bassanhebung bis 100 Hz. Die Mitten sind abgesenkt, wodurch Musik etwas zurückhaltend klingt.
© connect

Tolle Audioqualität für den Preis

Wo wir schon bei den Messwerten sind: Unser Labor bescheinigt den Elite 3 mit 114 dB auch eine mehr als ordentliche Lautstärke. Natürlich ist das nicht alles. Umso besser, dass die Elite 3 auch noch gut klingen. Im von uns gemessenen Frequenzgang bestätigt sich dabei das Hörerlebnis: Jabra hat die In-Ears etwas bassbetont abgestimmt und die Mitten leicht reduziert, wodurch sich Musik etwas zurückhaltend anhört. Den oberen Höhen fehlt es noch ein wenig an Brillanz, sie klingen etwas matt.

Positiv überrascht hat uns die klare Musikwiedergabe mit nur sehr leichten Verzerrungen in den höheren Tönen. Für 80 Euro ist das insgesamt wirklich stark. Scheppernde Bässe sucht man vergebens, auch wenn man etwas mehr aufdreht. Selten in der Preiskategorie unter 100 Euro ist der hochwertige Audiocodec AptX.

Was die Telefonieakustik anbelangt, überzeugen die Elite 3 mit einer sehr guten Sprachqualität, könnten bei der Geräuschunterdrückung allerdings noch eine Schippe drauflegen.

Jabra Sound Plus App
Jabras App Sound+ ist modern und bietet eine ausführliche Kurzanleitung. Man kann dort ebenfalls aus sechs Klangprofilen wählen. Ansonsten ist der Funktionsumfang eher mau.
© connect

Moderne App mit wenig Einstellungsmöglichkeiten und starke Akkulaufzeit

Jabra hat mit ihrer App Sound+ eine moderne und aufgeräumte Steuerzentrale für die Kopfhörer gebaut. Nur mangelt es leider ein wenig an Funktionen. Zwar sind sechs vorgefertigte Klangprofile vorhanden, eigene Profile lassen sich jedoch nicht erstellen und ein Equalizer fehlt ebenfalls. Auch die Steuerbefehle lassen sich nicht anpassen. Sehr gut gefallen hat uns aber die ausführliche Anleitung für alle Befehle. Außerdem informiert die App zwar über den Akkustand, jedoch nur allgemein für beide In-Ears und lässt zudem die Ladung des Case unter den Tisch fallen.

Apropos Akku: In unserem Laufzeittest haben die Elite 3 7:05 Stunden durchgehalten, wie von Jabra angegeben. Das ist ein sehr starker Wert! Die Ladeschale bietet übrigens genug Saft, um die Stöpsel drei Mal wieder aufzutanken.

Jabra Elite 3: Testfazit

Die Jabra Elite 3 sind sehr handliche In-Ears, die trotz ihres geringen Preises von 80 Euro mit einer guten Klangqualität und überragenden Akkulaufzeit überzeugen. Ausbaufähig ist der Funktionsumfang der App.

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