Testbericht

Klipsch RF-82 Set

30.4.2008 von Redaktion connect und Malte Ruhnke

Feines Stereo und starkes Surround in einem Set geht nicht? Doch - wenn man die richtige Kombination wählt. AUDIOstartet deshalb den Versuch, Surround-Sets aus anerkannt kompetenten Standboxen als Basis aufzubauen.

ca. 2:25 Min
Testbericht
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© Archiv

Während man hierzulande mit Klipsch vor allem Vintage-Konstruktionen wie das berühmte Eckhorn assoziiert, ist die Marke im Heimatland des Hollywood-Kinos auch als Ausrüster für Filmtheater und größere Heimkinos ein anerkannter Player. Paul W. Klipsch gründete das Unternehmen vor über 60 Jahren in Arkansas auf einem ehemaligen Militärgelände, was den Hang zu kryptischen Abkürzungen erklären könnte. R steht für Reference, F für Floorstander (also Standbox), 8 für die Größe der Tieftöner in Zoll und 2 für deren Anzahl - fertig ist die RF-82. 

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Hat sich einen Kauf-Tipp verdient: das Klipsch-Set RF-82. Kosten Stereo :1200 Euro, 5.1: 4400 Euro
© Logo: AUDIO

Imposanter Eindruck

Die Bezeichnung wird allerdings weder der imposanten Erscheinung der Box gerecht, noch sagt sie etwas über deren technische Finessen. Dazu zählt zweifellos das Hochtonhorn in der typisch eckigen "Tractix"-Form, das bereits ab 2000 Hertz spielt und für hohen Wirkungsgrad sowie schmalen Abstrahlwinkel sorgt. In größeren Wohnzimmern ist Letzteres akustisch von Vorteil, in ambitionierten Heimkinos mit entsprechend starker Bedämpfung werfen die Hörner immerhin ihren hohen unverzerrten Maximalpegel in die Waagschale. 

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Das mitgelieferte Mikrofon zur Selbsteinmessung; per USB dockt ein PC an den Subwoofer an.
© Foto: H.Härle

Das High-Tech-Mitglied im Klipsch-Ensemble nennt sich RT 12-D und zählt zu den technisch ausgefeiltesten Subwoofern auf dem Markt. Statt von einem Bassreflexrohr wird der martialisch stabile Zwölfzoller von zwei ähnlich aufgebauten Passivradiatoren unterstützt, was Kompressions- und Blasgeräusche zuverlässig elimiert und das dreieckige Gehäuse recht kompakt macht. Im Team mit dem mitgelieferten Messmikrofon kann der Klipsch-Sub zur Selbsteinmessung schreiten und eingebaute digitale Equalizerfilter optimieren, die Raumeinflüsse und Dröhnen herausrechnen sollen. Um die Arbeit der Automatik weiter feinzutunen, können die einzelnen Filter mit einem Laptop zusätzlich korrigiert werden. Wem es eher auf Druck ankommt, der findet bei Klipsch einen preiswerteren Woofer ohne die digitale Weichentechnik.

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Kleine Spule, große Wirkung: Dank der Membran aus Cerametallic gehören die Klipsch-Bässe zu den härtesten am Markt.
© Archiv

Was die Wahl der Rear-Speaker angeht, muss sich der HiFi-Fan entscheiden, ob er lieber Musik-DVDs oder Filme hören will. Für Letzteres empfiehlt der deutsche Vertrieb Osiris die doppelt horngeladenen Dipol-Speaker RS-62 für 600 Euro pro Paar. Musikfans werden mit der Kompaktbox RB-81 (800 Euro, Test in AUDIO 2/07) bessere Ergebnisse erzielen, bietet sie doch identische Treiber und damit größtmögliche Homogenität zu den Frontboxen. Als Center orderte AUDIO den 500 Euro teuren RC-62 mit zwei Sechszollern, für Pegelfans gibt es noch eine Variante mit vier (!) Tiefmitteltönern namens RC-64. Wer über einen ausreichend großen Raum und damit auch über genügend Fläche hinter den Hörplätzen verfügt, kann das Klipsch mit weiteren Kompaktboxen zum 7.1-System mit Backcentern aufbohren.

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Ein Druckkammertreiber wie aus der PA-Technik macht Höhen-Dampf und hilft in halligen Räumen.
© Foto: H.Härle

Hörtest

Was die Standboxen musikalisch bringen, mussten sie am Stereo-Referenzverstärker Accuphase E-450 beweisen. Die Klipsch RF-82 hämmerte die staubtrockenen Beats von Mark Knopflers "Sailing To Philadelphia" bretthart und spaßbetont vordergründig in den Raum, verlieh ihnen einen bisher verborgen gebliebenen Groove. Obenherum sorgte die Hornkonstruktion im Chor "Fröhlich begrüßen wir die edle Halle" (Wagner: "Tannhäuser", Sir Georg Solti, Decca) für ein direktes, dabei aber auch zu flaches Raumbild; dank der tonal zurückgenommenen Präsenzen vermied sie indessen jegliche Lästigkeit und wirkte mit ihrer hintergründigen Detailbearbeitung schon fast etwas zurückhaltend und dezent.

Grosses Kino

Das Klipsch-Set katapultierte sich in der Surround-Wertung in die allerhöchste Klasse: "Besser als im Kino", schwärmte Filmfan Bernhard Rietschel angesichts dieser dynamisch wie tonal vollständigen Performance mit bester Sprachverständlichkeit und erstaunlich präsentem Dipol-Klang. Obwohl der Woofer zu wahren Pegelorgien ansetzte, integrierte er sich harmonisch und benötigte im AUDIO-Hörraum kaum Korrektur durch seine Selbsteinmessung. Was vor dem Klipsch noch kein 5.1-Set fertigbrachte: Vom Flüsterpegel bis an die Schmerzgrenze vermochte es Kraft wie Durchhörbarkeit beizubehalten.

Klipsch RF 82 Set mit RT12D

Klipsch RF 82 Set mit RT12D
Hersteller Klipsch
Preis 4400.00 €
Testverfahren 1.0

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