Testbericht

Lautsprecher Klipsch Palladium P 39 F

14.2.2008 von Redaktion connect und Wolfram Eifert

Wer beim Namen Klipsch bislang stets an bullig-breite, für europäische Augen nicht unbedingt attraktive Schallstrahler dachte, den dürfte die neue Palladium P 39 F doch sehr überraschen: Form und Finish der 60 Kilogramm schweren und als Paar 16000 Euro teuren, hoch aufragenden Klangskulptur stammen von einem renommierten Designbüro, das unter anderem für BMW arbeitet - wahrlich keine schlechte Vorbedingung

ca. 1:20 Min
Testbericht
  1. Lautsprecher Klipsch Palladium P 39 F
  2. Datenblatt
Klipsch Palladium P 39 F
Klipsch Palladium P 39 F
© Archiv

Somit lautet die erste Botschaft: Hörner können schön sein. Die zweite braucht etwas länger, denn was Klipsch klanglich verspricht, wäre eine glatte Sensation: Die Palladium soll die Genügsamkeit und Schalldruckpotenz von Hörnern mit der Natürlichkeit von konventionellen, nicht schallgeführten Systemen vereinen. Das wäre dann die eierlegende Wollmilchsau im Boxenbau.

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Die Reflexöffnungen sind in die Seitenwand eingelassen. Die Position ist bei linker und rechter Box spiegelbildlich.
© Julian Bauer

Der Weg dorthin war steinig oder besser gesagt rechenintensiv, galt es doch, zwei gänzlich neue Horntreiber in Material und Geometrie so zu gestalten, dass die Kopplung zwischen Membran und Raumluft über einen extrem weiten Frequenzbereich funktioniert - ohne die gefürchteten Reflexionen und Verfärbungen älterer, vorwiegend intuitiv entstandener Hornkonstruktionen.Im Inneren des Hochtonhorns wohnt eine 19 Millimeter große, druckfeste Titankalotte. Das Schwingteil des Mitteltöners erreicht den sechsfachen Durchmesser und besteht aus Aluminium. Im Bass schuften drei gleiche 23er-Konustreiber mit Membranen aus Aluminium, Rohacell (Schaumstoff) und Kevlar.

Mit 90 Dezibel pro Watt und Meter ist die Palladium rund 4 Dezibel leiser als die Cornwall, gleichzeitig aber erheblich frequenzlinearer und deutlich klirrärmer.Der hausinterne Vergleich Klipsch gegen Klipsch endete mit dem erwarteten Sieg der Neuschöpfung, die allerdings gänzlich andere Vorlieben in Sachen Verstärker entwickelte. Während der Oldie mit Vorliebe an der nonchalanten Lyric-Röhre nuckelte, gierte die Neue nach stärkerer elektrischer Kontrolle.

Unbeholfen im Timing und obenherum grobschlächtig, polterte die Palladium mit der Röhre vor sich hin; selbst der neue, an sich hochsouveräne Kronzilla-Vollverstärker (Test ab Seite 116) brachte nicht den erhofften Durchbruch.

Klipsch Palladium P 39 F Anschlüsse
Das Tri-Wiring-fähige Terminal ist im Sockel versteckt.
© julian Bauer

Welch überragendes Talent in ihr schlummert, zeigte die Amerikanerin im Kontakt mit den Thorens-Boliden. So hochkonzentriert und doch gediegen, so gnadenlos zupackend und doch fern jeder Mühe, das muss diesem Duo erst mal jemand nachmachen. Hornfreie Edelschallwandler wie B&W 800 D oder Thiel CS 3.7 mochten eine Spur neutraler und raumgenauer tönen, in Sachen Dichte, Drive und Dynamik aber konnte der großen Klipsch keiner was vormachen.

Klipsch Palladium P 39 F

Klipsch Palladium P 39 F
Hersteller Klipsch
Preis 16000.00 €
Wertung 63.0 Punkte
Testverfahren 1.0

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