Testbericht

LG Prada

In edler Aufmachung will das Prada Phone by LG stilbewusste Kunden begeistern - und ist als erstes Touchscreen-Handy auch für Tekkies interessant

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LG Prada

© Foto: Rainer Heidrich

Edel: Das LG Prada kommt in einer schicken Saffiano-Hülle.

Kaum eine Marke umgibt solch eine Aura des Mondänen wie das italienische Mode-Label Prada. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis sich zu teuren Textilien, Sonnenbrillen und Handtaschen ein Mobiltelefon gesellte, das der weltläufigen Kundschaft ein stilgerechtes Kommunikationsmittel an die Hand gibt. Als Partner haben sich die Italiener LG ausgeguckt und gemeinsam mit den Koreanern das "Prada Phone by LG" entwickelt. Klar, dass das nicht in einem schnöden Umkarton daherkommt, sondern seinen Auftritt zelebriert: So ist das Objekt der Begierde in eine edle schwarze Box gebettet, zusammen mit einer Tasche aus Saffiano-Leder und einem Reinigungstuch mit Prada-Prägung. Für Exklusivität sorgt auch der Vertriebsweg: Das zum Marktstart 599 Euro teure Touchscreen-Handy gibt's lediglich bei Prada oder - mit Vertrag - beim Mobilfunkanbieter O2.

Ergonomische Bedienung

© Foto: Peter Fenyvesi

Ein seitlicher Hardkey aktiviert das Profilmenü.

Und wie fühlt es sich nun an, das Glamour-Handy? Überaus wertig, auch wenn statt Metall Plastik regiert - das elegante Design und die feine Haptik begeistern auf Anhieb. Perfekt darauf abgestimmt ist die in Schwarz-Weiß gehaltene Prada-Oberfläche: Das Hauptmenü ist in die vier Bereiche Telefon, Multimedia, Organizer und Einstellungen unterteilt, die sich als Karteireiter am rechten Bildschirmrand finden und bei Berührung die jeweiligen Untermenüs freigeben. Denn statt per Tastatur wird das Prada über den 3 Zoll großen, brillant leuchtenden Touchscreen gesteuert, der mit einer Auflösung von 240 x 400 Bildpunkten beeindruckt. Die Bedienung der handyspezifischen Funktionen hat LG im Grunde gut gelöst, so kommen etwa beim Nummernwählen oder SMS-Tippen recht große Flächen zum Einsatz, auch freundet man sich dank spielerischer Elemente schnell mit der erst ungewohnten Bedienung an. Trotzdem fehlt im Alltag das von normalen Tastaturen bekannte mechanische Feedback beim Betätigen, und bei schnellen Eingaben nimmt das LG des Öfteren nicht jeden Befehl entgegen - insgesamt stimmt aber die Ergonomie.

Solide Ausstattung

© Foto: Rainer Heidrich

Markenware: Die 1,9-Megapixel-Kamera ist von Schneider-Kreuznach zertifiziert.

Sonst ist die Ausstattung des Triband-Handys eher konventionell. So hat das Prada eine 1,9-Megapixel-Kamera samt Fotolicht, Autofokus und Vollbildsucher im Querformat zu bieten. Für die musikalische Unterhaltung sorgen ein UKW-Radio und ein MP3-Player inklusive mitgeliefertem Headset. Per Stereo-Bluetooth-Profil kann man sich die Songs aber auch drahtlos an entsprechende Headsets schicken lassen. Die Videofunktion und Spiele runden das Unterhaltungsprogramm ab. Unter >>Organizer<< finden sich  die üblichen Kalenderfunktionen, diverse Rechner, eine Sprachaufzeichnung und ein 1000 Einträge fassender Adress-Speicher.

Ordentliche Laborwerte

Ob sich der Prada-Käufer für so profane Dinge wie Laborwerte interessiert, sei dahingestellt. Falls doch, kann er beruhigt zur Kenntnis nehmen, dass das LG dort ein ordentliches Ergebnis eingefahren hat. Die Standby-Zeit liegt mit etwa elf Tagen noch im grünen Bereich und auch Dauertelefonierer dürften mit den knapp sechs Stunden Gesprächszeit im E-Netz voll auf ihre Kosten kommen. Schwächen offenbarte das LG lediglich bei den Akustikmessungen.

Fazit: Das erste Touchscreen-Handy sieht nicht nur verdammt gut aus, sondern zeigt auch, in welche Richtung sich die Handy-Bedienung in Zukunft bewegen könnte - das macht eindeutig Lust auf mehr.

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