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Standlautsprecher

Nubert nuLine 244 im Test

Nubert schrumpft die Standbox, wie es sich designbewusste Partnerinnen schon immer gewünscht haben – ohne die Bassqualitäten zu schrumpfen. Kann dieses Konzept aufgehen? Das zeigt der Test.

Nubert nuLine 244 Standbox

© Hersteller

Nubert nuLine 244 Standbox

Pro

  • sehr erwachsene und präzise Box
  • kraftvoll-tiefer Bass
  • spielt durchsetzungsstark, präsent und energetisch

Contra

  • gerade bei höheren Pegeln weniger offen/dynamisch

Fazit

stereoplay-Testurteil: 76 Punkte; Klang: Spitzenklasse (55 Punkte); Preis/Leistung: sehr gut
Gut

Dass Membranfläche und Volumen durch nichts zu ersetzen sind, wenn es um Pegel und Tiefgang geht, lernt jeder professionelle oder semiprofessionelle Boxenentwickler schnell. Tiefe Töne bestehen nun einmal aus eher langsamen, anhaltenden Luftbewegungen, und dafür braucht es bewegte Luft vor den Membranen. 

Das Entwicklerteam des schwäbischen Spezialisten Nu­bert ficht das nicht an, bei der NuLine 244 war ihr erklärtes Ziel, eine Standbox im XS­ Format mit schmalster Taille zu kreieren, deren Tiefgang kein Hertz Kompromiss eingeht ge­genüber klassischen Baufor­men. 

Der Plan kann nach Da­tenblatt und Laborwerten als bravourös gemeistert betrachtet werden, kommt doch das gera­de einmal 85 Zentimeter kleine und 15 Zentimeter schlanke Standböxchen unter die magi­sche 40­Hz­-Grenze und mobi­lisiert dennoch 98 Dezibel un­verzerrt.

Viele helfen viel

Wie machen die das, die Schwa­ben? Zunächst einmal mit drei identischen Tiefmitteltönern mit 12 Zentimetern Korbdurchmes­ser, die mit großen Sicken und Zentrierspinnen auf Hübe der gehärteten Polypropylenmem­bran bis zu zwei Zentimetern linear ausgelegt wurden. Die unteren beiden arbeiten als rei­ne Bässe, der obere zusätzlich im Mitteltonbereich bis 2 kHz: also eine 2,5­-Wege-­Konstruk­tion. 

Die tiefe Trennfrequenz sorgt für ein breites Rundstrahl­ verhalten ähnlich wie ein Nahfeldmonitor; die Nuova genann­te, 26 mm durchmessende Gewebekalotte spielt hier schon völlig locker und unverzerrt. Einer kaum erkennbaren Schall­führung und der außermittigen Position ist es zu verdanken, dass schmalbandige Kantenreflexionen auf Abstrahlrichtung vermieden und vom Hörplatz ferngehalten werden.

Nubert nuLine 244 Standbox

© Hersteller

Die Nuova-Gewebekalotte sitzt minimal hinter der Einbauplatte, die kurze Schallführung verringert bereits Kantenreflexionen. Die außermittige Position auf der Schallwand streut die letzten Reflexionen und verhindert Interferenzen am Hörplatz weitgehend.

Hörtest: Forsch und satt 

Als besonderen Clou lassen sich die Höhen in drei Stufen dosie­ren und der Bass absenken, um die Wiedergabe an Raumakus­tik und Aufstellung anzupassen. Bass absenken bei einer so kleinen Box? Wer jetzt ungläu­big nach dem Sinn fragt, hat die NuLine 244 noch nicht gehört. Was diese bei Stanley Clarkes „Justice Grooves“ bei mittleren Lautstärken an Basswellen in den Hörraum pumpte, war schier unglaublich und jeder erwachsenen Standbox würdig.

Zugleich ließ sie es in den Hö­hen spritzen und perlen und servierte dem Hörer alle noch so feinen Aufnahmedetails auf dem Silbertablett, dass schnell die Schalter auf „Höhen sanft“ und bei einer der beiden Boxen auf „Bass abgesenkt“ geschaltet wurden. Dynamisch und tempera­mentvoll preschte sie immer noch bei Jacques Loussiers „Kleiner Fuge“ los, doch die akustisch gezupften Bassläufe in Verbindung mit dem Schlag­zeug zeigten zumindest bei hö­heren Lautstärken, dass die Physik dem Basswunder Gren­zen setzt, groovten die Impulse doch nicht mehr so leichtfüßig, sondern etwas angestrengt. 

Das ändert nichts daran, dass die kleine 244 bis in mittlere Pegel eine erstaunlich erwach­sene Box mit klassischen HiFi­-Tugenden ist: Bartoks „Herzog Blaubarts Burg“ (Ivan Fischer) bildete sie enorm analytisch­ detailliert, dafür eher flach ab und verpasste keines der dyna­misch schon extremen High­lights. Eine kleine Box, groß zum Staunen.

Nubert nuLine 244 Standbox

© Hersteller

links - Die Weichen für Hoch- und Tiefmitteltöner sind auf zwei getrennten Platinen untergebracht, die Terminals docken direkt auf die Leiterbahnen an. Neben den hochwertigen, zahlreichen Spulen, die Anpassungs- und Trennungsfilter darstellen, sieht man die Schalter für die akustischen Korrekturen. rechts - Über dem Reflexrohr sitzt das Bi-Wiring-Terminal, das per Schalter Eingriffe in Bass- und Höhenabstimmung ermöglicht.

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