Plattenspieler

Opera Audio LP 6.3 im Test

9.9.2014 von Alexandros Mitropoulos

Der Opera Audio LP 6.3 ist ein klassisches Analog-Laufwerk mit puristischem Design. Bringt die Reduzierung auf das Nötigste einen höheren HiFi-Gegenwert?

ca. 1:45 Min
Testbericht
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Plattenspieler Opera Audio LP 6.3 im Test
Plattenspieler Opera Audio LP 6.3 im Test
© Opera Audio

Pro

  • kräftiger, facettenreicher Klang
  • luftige Bühnenabbildung
  • puristisches Design

Contra

  • keine

Fazit

Ausstattung: gut; Bedienung: gut; Verarbeitung: sehr gut, Klangurteil: 90 Punkte; Preis/Leistung: sehr gut


Hervorragend

Ob man's glaubt oder nicht: Hierarchisch existiert unter Audio Technicas Brot-und-Butter-Nadel AT95 tatsächlich ein noch billigeres System. Gestatten: Das AT91 gibt es im Handel für rund 20 Euro zu kaufen. Es tastet nicht sauber ab, klingt verfärbt und ist dynamisch limitiert. Mit diesem leider unbrauchbaren Alibi-Abtaster wird der Opera LP 6.3 ausgeliefert. Das Erste, was man also getrost machen kann und sollte, ist, das AT zu entsorgen und das Laufwerk mit einem Ortofon OM10 oder 2M Red wirklich einsatzfähig zu machen (sogar ein AT95 bringt deutliche Klang-Vorteile!).

Das Upgrade lohnt sich. Denn der Opera LP 6.3 ist konstruktiv über jeden Zweifel erhaben. Das zeigt später nicht nur der Hörtest (mit vorgeschlagenen System-Upgrades), sondern auch die Messungen mit dem Referenz-MC (Benz Ace). Das spartanisch aufgebaute Laufwerk basiert auf einem leichten kreuzförmigen Aluminium-Korpus mit fest verbautem Antrieb. Der Geschwindigkeits-Wechsel von 33 auf 45 Umdrehungen geschieht von Hand durch Riemenumlegung auf die entsprechende Rille am Pulley. Ein winziges Trimm-Potentiometer auf der Rückseite dient zur Pitch-Feinjustage; der kleine Kippschalter nebenan zum An- und Ausschalten des Motors.

Der Opera nutzt eine einfache aber bewährte Lagerkonstruktion: Die Achse ist fest mit dem Teller verbunden, die Buchse ebenso mit dem Korpus. Aber wie schon beim Opera Isolde fällt beim Zusammenbau des 6.3 das leichte Lagerspiel auf, das erst durch die Riemenspannung verschwindet. Alles Absicht: Das Lager soll auf diese Weise ruhiger laufen als mit einer engeren Passung.

Hörtest

Bereits mit einem recht schlichten Ortofon OM10 ausgestattet, zeigte der Opera bei Emma Lees "Backseat Heroine" ("Great Women Of Song", In-Akustik) seine Stärken: Lees Stimme wirkte sauber akzentuiert und präzise auf der Bühne platziert. Der Bass tönte satt, aber besonders in hektischeren Passagen etwas undefiniert. Hier offerierte etwa ein Input Audio Starter (Test in AUDIO 8/14, 1400 Euro, mit 2M Blue-Nadel bestückt) ein präziseres und gefühlt tiefer reichendes Bass-Fundament als der LP 6.3. Halb so wild, denn dem Opera Audio gelang es, eine breite, luftige Raumabbildung in den AUDIO-Hörraum zu projizieren und dabei sogar leichtfüßiger und lebendiger zu wirken als die meisten Laufwerke in seiner Klasse.

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