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CD-Player

Rega Apollo CDP im Test

Regas beliebter CD-Player Apollo heißt in seiner neuesten Inkarnation Apollo CDP und wurde komplett überarbeitet, mit High-Performance-DAC für noch mehr Klang.

Rega Apollo CDP

© Rega

Kunststoff-Klappe, aber Aluminium-Gehäuse: In seinem Metallkleid passt der Apollo CDP nun exakt zum Rega-Vollverstärker Brio, der im Produktprogramm als naheliegender Spielpartner gelten darf.

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EUR 799,00

Pro

  • sehr guter Klang
  • High-Performance-DAC
  • handliche Fernbedienung

Contra

Fazit

stereoplay Testurteil: 80 Punkte; Klang: absolute Spitzenklasse (58 Punkte); Preis/Leistung: überragend
Hervorragend

Man musste damals im Jahr 2012 kein großer HiFi-Prophet sein, um vorherzusagen, dass der Rega Apollo ein großer Erfolg für die Engländer sein würde. Der Bruch mit der guten alten, nichtsdestotrotz sterbenslangweiligen 43-Zentimeter-Breitennorm plus ein mutiges Gehäusedesign bescherten der Traditionsmanufaktur ein Produkt mit grandiosem „Haben will“-Faktor. Sozusagen Liebe auf den ersten Blick, kaum getrübt durch die Tatsache, dass die Abdeckklappe über dem Toplader-Mechanismus simpel manuell zu betätigen war und immer noch ist. 

Wer die Handarbeit nicht scheute und sich auch damit abgefunden hat, dass die große Klappe nicht allzu weit aufgerissen werden kann – nur kleinere Hände passen darunter –, der bekam die Rega-Klang-Garantie gleich mit verkauft. Rega-Kenner wissen, was gemeint ist: Trotz diverser, meist liebenswerter Schrulligkeiten ist Rega für ein exorbitant gutes Klang-Preis-Verhältnis bekannt. 

Für den Apollo CDP die zwar platte, aber häufig zutreffende Überschrift „Evolution statt Revolution“ zu bemühen, wäre alles andere als falsch. Besessen hat Rega über die Jahre Details optimiert, bis nunmehr auch ein neuer, aus den vielgelobten Rega-DACs stammender Chipsatz die Digital-/ Analog-Wandlung übernimmt. Zuständig ist nun der Wolfson WM8742, der als „Ultra High Performance“-DAC spezifiziert ist und an sich auch über DSD-Kompatibilität verfügen würde, was hier natürlich obsolet ist.

Dafür „verdaut“ der Apollo aber klaglos MP3s und sogar WMAs und kann von der komprimierten Kost obendrein maximal 999 Titel oder 99 Alben verwalten. Auch wählbare Filtercharakteristika und sogar Upsampling ließen die Engländer klangsicher beurteilend links liegen, was den Apollo heutiger Tage zu einem No-nonsense-Gerät ohne großes Feature-Getue, aber mit inneren Qualitäten werden lässt. So gibt es etwa einen eigenen Steuerprozessor für das Display und die Benutzeroberfläche, womit der Hauptprozessor entlastet wird. 

Das Ergebnis ist eine deutlich schnellere Initialisierung eingelegter Discs und geringere Fehleranfälligkeit bei der Steuerung. Apropos Steuerung: Eine handliche kleine Fernbedienung liegt bei, sie kommuniziert übrigens auch mit Regas Vollverstärker Brio.

Rega Apollo - Laser Tray

© Rega

Zwei Griffmulden über der Laufwerks-„Schale“ erleichtern das Einlegen einer Disc. Die Klappe selbst „klappt“ nicht, sondern fährt über einen trickreichen Mechanismus nach hinten.

Wichtig: Stromversorgung

 Bei der Energieversorgung hat Rega ins heimische Baukastensystem eingegriffen: Dieselben rauscharmen Regler wie im Referenz-CD-Player der Engländer kümmern sich auch im Apollo um blitzblanken Strom. Das würde etwa auch die Fehlerkorrektur und die Funktion des Laufwerks in puncto Datensicherheit drastisch verbessern, so Rega. Dass auch der Analogausgang und damit die eigentliche Ausgangsstufe von einer guten Stromversorgung profitiert, ist sonnenklar. Rega spendiert an dieser kritischen Stelle großzügig diskret aufgebaute Treiberstufen, die sich durch sehr geringen Klirr auszeichnen sollen. 

Klanglich hat es der Rega seinem User leicht gemacht. Er tendiert durchaus bemerkenswert ins Erdige, verbindet seinen ein wenig warm-voluminösen Klang aber mit so viel Korrektheit, dass von einer regelrechten Färbung noch keine Rede sein kann. Vielmehr spielt der nur körperlich kleine Rega damit so erwachsen, so solide und so autoritär, dass man, wüsste man es nicht besser, ein ganz anderes Player-Kaliber im Front-End vermuten würde. 

Und hier ist er schon wieder, der Rega-Effekt, den die Engländer mit schon traumwandlerischer Sicherheit in praktisch jede ihrer Komponenten einzubauen verstehen. Rega-typisch kann der Player zudem mit außerordentlicher Spielfreude begeistern, angesichts derer es überhaupt nicht stört, dass er den virtuellen Raum nicht bis in die letzten Zentimeter und bis zur letzten Konsequenz ausleuchtet.

Rega Apollo CDP - back

© Rega

Den Apollo CDP als reines Laufwerk zum Teamwork mit einem größeren Wandler zu benutzen, wäre möglich: Ein optischer und ein koaxialer Digitalausgang zählen zur Serienausstattung.

Ein Geheimtipp! 

Feindynamisch dürfte der Apollo CDP dagegen nur wenige Konkurrenten haben, so wuselig, differenziert und präzise umschifft er praktisch ansatzlos alle Klippen und bleibt auch bei dichten, komplex ineinander verflochtenen Klängen immer Herr der Lage. Für sein Geld ist der Apollo CDP ein glasklarer Geheimtipp. Für die Techniker und Designer aber auch ein kleiner Wink mit dem Zaunpfahl, dass Upsampling plus Filtertricks plus Monster-Aufwand vielleicht nicht immer und automatisch ein Klangwunder erzeugen.

Das Geheimnis liegt also tiefer versteckt, das Rätsel ist viel komplexer, als man denkt. Die Lösung wird Rega freilich nur in Form von Hardware herausrücken ...

Testsiegel stereoplay Highlight Rega Apollo CDP 3/18

© WEKA Media Publishing GmbH

Testsiegel stereoplay Highlight Rega Apollo CDP 3/18

Fazit

Nicht viel dran, aber viel drin: Mit dem Apollo CDP in seiner aktuellen Inkarnation bietet Rega einen Player, dessen einziges Problem darin besteht, womöglich sträflich unterschätzt zu werden. Klanglich ein echtes Überraschungsei mit enormem Potenzial und Performance auf dem Niveau deutlich teurerer Konkurrenz. Als mögliche, aber vielleicht nur noch für Erbsenzähler relevante Steigerung böte sich die Kombination mit dem Rega DAC-R an.

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