3D-Soundbar

Sonos Arc im Test

Mit der Beam hat Sonos bereits eine starke smarte Soundbar im Programm. Das neue Premiummodell Arc spricht nicht nur mit seinem Besitzer, es beschert ihm auch einen beeindruckenden 3D-Sound. Lesen sie unseren Test hierzu.

© Sonos

Die Sonos Arc klingt solo bereits hervorragend. Dennoch lässt sich die Soundkulisse via Subwoofer (Sub) und zwei Surround- Speaker (One SL) noch weiter verbessern.

Pro

  • herausragender, mit Dolby Atmos kompatibler Klang • hochwertiges Design • nahezu perfekt verarbeitet
  • nutzbar mit Alexa oder Google Assistant
  • Unterstützung verschiedenster Musikstreamingdienste
  • koppel- und erweiterbar mit anderen Sonos-Komponenten
  • Anpassung an individuelle Raumprofile (Trueplay, für Apple)

Contra

  • keine Bluetooth-Schnittstelle
  • etwas unübersichtliche App
  • relativ hoher Preis

Fazit

connect Test-Urteil: sehr gut (454 von 500 Punkten)
90,8%

Als 2017 die ersten Smart Speaker auf den Markt ka­men – den Anfang machte Amazon, etwas später folgte Google –, lag der Schwer­punkt auf der Sprachsteuerung und darauf basierenden smarten Funktio­nen. Die Klangqualität der vernetz­ten Boxen wurde von den Herstel­lern dagegen lange Zeit eher stiefmütterlich behandelt.

Das änderte sich erst, als Soundspezialisten wie Harman, JBL oder Sonos in das Geschäft mit den vernetzen Boxen ein­stiegen. Inzwischen haben auch die Plattformanbieter selbst vernünftig klingende Geräte wie den Echo Stu­dio im Angebot.

Eine Besonderheit im Segment der smarten Lautsprecher sind ver­netzte Soundbars. Deren Haupt­zweck ist es, TV-­Geräte akustisch aufzuhübschen – was absolut empfehlenswert ist, weil bei modernen Flachbildfernsehern zwar perma­nent an der Bildqualität geschraubt wird, die Audiowiedergabe aber bauartbedingt nach wie vor nur be­scheidenen Ansprüchen genügt.

Kombiniert man nun die Soundbar mit einem digitalen Sprachassisten­ten, profitiert der Anwender im Prin­zip dreifach: Denn damit tunt er nicht nur den Sound seines Fernse­hers, er kann ihn auch bequem auf Zuruf steuern und gleichzeitig die Funktionsvielfalt eines Smart Speakers nutzen – vom Musikstreaming über Informations­- und Kommunikationsdienste bis hin zur einfachen Smart­-Home­-Steuerung.

Ein solches Multitalent hat der Audiospezialist Sonos mit der Beam seit fast zwei Jahren im Programm. Im connect­-Test (hier unser Test) legte die smarte Soundbar einen überzeugenden Auftritt hin und verdiente sich nicht zuletzt aufgrund ihrer Klangeigen­schaften die Verbalnote „sehr gut“.

© connect

Der Frequenzgang unterstreicht die Klangqualität der vernetzten Sound- bar – auch und gerade im unteren Frequenzbereich.

Neue Klangdimension

Mit dem neuen Modell Arc hat der Multiroom­-Pionier nun aber die Maßstäbe noch einmal deutlich ver­schoben. Das beginnt bereits beim Preis, denn für die Arc verlangt Sonos mehr als doppelt so viel wie für die Beam. Doch vor allem klang­lich stoßen die Kalifornier mit ihrem Neuling in neue Dimensionen vor. Und zwar im wahrsten Sinne.

Denn die Arc liefert dank Dolby-­Atmos­ Unterstützung feinsten 3D­-Sound. Dafür sorgen elf maßgeschneiderte Schallwandler, die in alle Richtungen abstrahlen. Hinzu kommen acht el­lipsenförmige Tieftöner und drei prä­zise gewinkelte Kalottenhochtöner. Dieses geballte Innenleben braucht natürlich viel Platz.

Und so ist das Soundsystem mit einer Breite von 1,14 Metern speziell für größere TV­ Geräte ab 55 Zoll ausgelegt. Durch das minimalistische Design wirkt die Arc aber dennoch recht unauffäl­lig und fügt sich optisch angenehm in die TV­-Landschaft ein.

Soundbar

Sonos setzt auf Alexa. Dank HDMI wäre die neue kleine Soundbar Beam aber auch ohne die Amazon-Sprachassistentin eine reizvolle Neuheit.

Alexa oder Google spricht

Doch nicht nur die Hardware der Premium­-Soundbar weiß zu über­zeugen, Sonos hat der Arc auch ein paar nützliche Softwarefunktionen spendiert. Dazu gehören ein Sprach­verbesserungsmodus, der für eine deutlichere Stimmwiedergabe sorgt, sowie ein Nachtmodus, der Laut­stärkespitzen begrenzt.

Apple-­User profitieren zudem von dem bekann­ten Sonos-­Feature Trueplay, mit dem sich die Wiedergabe präzise an die individuelle Raumumgebung an­passen lässt.

Android­Anwender schauen diesbezüglich nach wie vor in die Röhre. Auch wenn die Arc bereits für sich genommen eine räumlich eindrucks­volle Soundkulisse mit ausgepräg­ten Bässen aufbaut, lässt sich das Klangerlebnis durch einen Sub­woofer sowie ein Paar Surround­ Speaker noch weiter verbessern.

Das ist aber kein billiges Vergnügen, denn für den Sub verlangt Sonos 799 Euro, für zwei One SL werden noch einmal knapp 400 Euro fällig.

© Sonos

Gesteuert wird die Soundbar über die neue Software- Plattform S2, die bei allen neueren Sonos-Modellen zum Einsatz kommt.

Zum Betrieb der vernetzten Sound­bar wird zwingend die neue Sonos­ Software S2 benötigt, die bei allen aktuellen Lautsprechern der Kalifor­nier zum Einsatz kommt, während einige ältere Geräte nicht kompati­bel dazu sind. Die Einrichtung via App ist schnell erledigt, vor allem, wenn bereits ein Sonos­-System vor­handen ist.

Die Verbindung zum Heimnetz erfolgt entweder über WLAN oder per Netzwerkkabel. Allerdings ist die Arc Sonos­ typisch ein Minimalist in Sachen Anschlussvielfalt. Sie verfügt ledig­lich über einen einzigen HDMI-­Ein­gang. Um in den Genuss von Dolby-Atmos zu gelangen, ist ein neuerer Fernseher mit eARC-­Ausgang not­wendig – andernfalls muss man sich mit Surroundklang begnügen.

Im­merhin gehört das benötigte HDMI­-Kabel samt optischem Audio­-Adap­ter zum festen Lieferumfang. Wie beim WLAN­-Speaker One und bei der Soundbar Beam kann der Anwender wählen, ob er mit Alexa oder dem Google Assistant kommunizieren möchte.

Der Parallelbetrieb der beiden Sprachassistenten ist je­doch nicht möglich. Zum Wechsel der Plattform muss die Verbindung neu aufgesetzt werden. Für die Steuerung auf Zuruf verfügt die Sonos Arc über vier Fernfeldmikrofone.

© WEKA Media Publishing GmbH

Testsiegel

Fazit

Massentauglich wird die Sonos Arc sicher nicht, dafür sorgt allein schon der Preis – die Soundbar allein kos­tet schließlich mehr als das Gros der Smart­-TVs, die sie veredeln soll. Aber es findet sich ganz gewiss eine treue Fangemeinde, die im Heimkino weder auf ein ambitioniertes Hörerlebnis noch auf smarte Features verzichten möchte.

Mehr zum Thema

Soundbar für Musik-Liebhaber

Mit der "Playbar" will Musik-Streaming-Spezialist Sonos nun auch den Platz unter dem Fernseher erobern. AUDIO hörte bereits exklusiv das neueste…
Streaming-Komplettanlage

Der Playbar von Sonos könnte fast als stinknormaler Soundbar durchgehen. Wenn er nicht so viel mehr könnte. Wir haben die Streaming-Komplettanlage des…
One-Box-Streaming-System

Der Play:5 von Sonos lässt sich mit anderen Sonos-Lautsprechern in ein Multiroom-System einbinden. Er kann aber auch als einzelne Box einen Raum…
Günstige Soundbar

Besserer TV-Ton für 76 Euro: Die kompakte Soundbar Anker Soundcore Infini Mini wertet den TV-Klang für moderates Geld deutlich auf
Multiroom-Lautsprecher

Die Ikea Symfonisk verbaut Sonos-Technik in einer Tischleuchte. Doch überzeugt dabei auch der Klang? Wir haben den Multiroom-Lautsprecher im Test.