Testbericht

Vorstufe Naim NAC 122x

17.1.2008 von Redaktion connect und Lothar Brandt

Ein Vorverstärker in der britischen Tradition

ca. 1:55 Min
Testbericht
  1. Vorstufe Naim NAC 122x
  2. Datenblatt
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© Archiv

Die Naim-Briketts sind das zu Gehäuse gewordene Understatement. Äußerlich sieht man weder der Vorstufe NAC 122x noch der Stereo-Endstufe NAP 150x  ihre Preise von 1300 respektive 1480 Euro an. Und auch der innere Reichtum erschließt sich dem oberflächlichen Blick in die nur knapp vier Kilogramm leichte Vorstufe oder die nur fast doppelt so viel wiegende Endstufe nicht. Denn als Bauteile-Grab können die Leichtgewichte nicht herhalten. Im Vorverstärker, Nachfolger des ähnlich konzipierten NAC 112x, sucht man sogar den Netz-Transformator vergeblich.

Very British

In Sachen Spannungsversorgung gingen die Briten immer schon eigene Wege. Der Vorarbeiter bezieht sein Lebenselixier mit vom Umspanner in der Endstufe. Oder er saugt an einem Exemplar aus dem Arsenal externer Naim-Versorger - wie Flatcap 2x (1000 Euro), High Cap (1700 Euro) oder Super Cap (5300 Euro). Egal wie, der NAC 122x ist nur in einer Naim-Geräte-Umgebung lebens- und spielfähig, zumal die Verbindung zur Endstufe bloß mit den andernorts längst auf der historischen Strecke gebliebenen DIN-Steckern funktioniert. Naim aber hält an den altmodischen Mehrpolern fest wie England an der konstitutionellen Monarchie.

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Mit wenigen, aber selektierten Einzelbausteinen und ohne integrierte Schaltkreise in der Line-Verstärkung
© Foto: H.Härle

Immerhin: Neben den sechs relaisgeschalteten DIN-Pforten (eine siebte steht mit Stromversorgung exklusiv dem Phono-Pre Naim Stageline für 350 Euro zur Verfügung) gewähren auch zwei Cinch-Buchsenpaare Einlass in die Schaltung, die Firmen-typisch auf "schwimmend" gelagerter Platine verdrahtet wurde. Der aus wenigen, sorgfältig selektierten Bauteilen gefertigte Hochpegel-Part erinnert an die alte Schule, die im Vorvorgänger NAC 102 waltete. Der Subwoofer-Ausgang der Enkelin kann fast als ein Zugeständnis an moderne Zeiten gelten.

Messen und Hören

Was die Vorstufen betrifft, kann sich die Advance Acoustic mit 101 Dezibel Störabstand bei den Hochpegelquellen doch deutlich von der Naim mit 86 dB absetzen. Freilich muss man auch mit der Britin kein Rauschen oder Brummen während der CD-Wiedergabe befürchten. Zumal die Endstufe sich mit grandiosen 107 dB völlig zurückhält, wogegen der Advance-Block mit 80 dB schwächelt, allerdings über XLR drei dB zulegen kann.

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Drei der sechs "normalen" DIN-Anschlüsse der NAC 122x sind auch als Ausgänge beschaltet. Der siebte dient ebenso der Stromversorgung. Immerhin finden zwei Quellen und ein Subwoofer Cinch-Anschluss.
© Foto: H.Härle

Die Naims legten sich mächtig ins Zeug, um nuancenreiche Stimmen krachscharf in die Mitte des versierten Begleitensembles zu stellen - sicher ein Hauptverdienst der penibel abbildenden Vorstufe. Markanten Rhythmuswechseln schien das Naim-Team aus Salisbury nicht bloß zu folgen. Vielmehr gingen Vorverstärker Naim NAC 122x und Endstufe NAP 150x regelrecht mit, so präzise war das Timing im musikalischen Fluss.

Wenn das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin dann allerdings in Anton Bruckners 5. Sinfonie mit Pauken und Trompeten auftrumpfte, schlich sich über die Naims etwas kratzige Nervosität ins Klangbild, während das Advance-Gespann auch im rasantesten Fortissimo stoisch blieb. 

Bei den Vorstufen kann sich die freilich nur im Naim-Verband fair zu beurteilende NAC 122x klanglich spürbar nach vorne absetzen.

Naim Audio NAC 122x

Naim Audio NAC 122x
Hersteller Naim Audio
Preis 1000.00 €
Wertung 90.0 Punkte
Testverfahren 1.0

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