Die HiFi-Welt von AUDIO und stereoplay
All-in-One-Playe

Naim Uniti Star im Test

Naim will im Unity Star das bewährte Klangideal mit moderner digitaler Signalverarbeitung vereinen. Ob das bei dem All-in-One-Player gelingt, zeigt der Test.

Naim Uniti Star

© Naim

Naim Uniti Star

Pro

  • High-End-Klang
  • klassische 70-Watt-A/B-Endstufen
  • CD-Laufwerk kann auch Rippen
  • zahlreiche digitale Zuspielmöglichkeiten
  • tolle App

Contra

Fazit

stereoplay Testurteil: sehr gut (81 Punkte); Klang: absolute Spitzenklasse; Preis/Leistung: überragend
Hervorragend

Es gehört nicht viel Fantasie dazu, dem All-in-One-Player eine glänzende Zukunft zu bescheinigen. Denn der Trend hin zu diesen meist kompakten Alleskönnern ist ebenso eindeutig wie das puristische technische Konzept, das meist zum Einsatz kommt: Streaming, vereint mit einem (Voll-)Verstärker, soll weitere Signalquellen praktisch überflüssig machen. Dabei setzen die Hersteller häufig auf leistungsstarke D-Amps, versorgt von effizienten Schaltnetzteilen, wodurch die Geräte sehr kompakt ausfallen. 

Naim ist da – zumindest teilweise – etwas anderer Meinung. Und hat dafür gute Gründe. Und die wiegen schwer: Wer Naims Uniti Star das erste Mal in die Hände nimmt, der staunt ob des überraschenden Gewichts dieses pfiffig gestylten All-in-One-Players. Bei gut 26 Zentimetern Tiefe und Normbreite bringt der lediglich 95 Millimeter hohe Uniti Star satte zwölf Kilogramm auf die Waage und offenbart sich dabei als gefährlich scharfkantig. Das ist wohl der Preis für das gelungene Styling mit ineinander verschachtelten, dicken Aluplatten. Nicht zu vergessen der riesige, beleuchtete Pegelsteller-Knopf auf der Oberseite. Wir meinen dazu: eine tolle Idee!

Testsiegel stereoplay Naim Uniti Star 1-2018 Highlight

© WEKA Media Publishing GmbH

Testsiegel stereoplay: Naim Uniti Star - Highlight

Gewicht und Tradition 

Doch warum ist er so schwer? Ganz einfach: Die Engländer beharren auf ihrer großen Klangtradition und statten deshalb auch ihre modernsten Komponenten noch mit einem konventionellen Netzteil sowie klassischen 70-Watt-A/B-Endstufen aus, die den legendären Nait-Modellen entstammen. Und was heutzutage schon als technisch altbacken gilt – zwar digital angesteuerte, aber immer noch analoge Pegelsteller –, ist hier nur ein i-Tüpfelchen auf einem Konzept, das modernste digitale Signalverarbeitung (inklusive A/D-Wandlung analoger Eingangssignale) mit Naims bewährtem Klangideal nahtlos vereinigen soll. Was, so viel vorweg, auch ganz prächtig gelingt.

Nun sollte man meinen, dass ein Streaming-Vollverstärker mit dem Zugriff auf Streaming-Dienste sowie dem Teamwork mit dem häuslichen NAS ausreichend ausgestattet wäre. Doch dem ist nicht so: In der Praxis stellt man fest, dass auch Speichermedien wie Sticks und Festplatten angeschlossen werden wollen, dass vielleicht auch via Smartphone oder PC über AirPlay zugespielt wird und dass auch womöglich im Hausnetz installierte Server „angezapft“ werden sollen.

Naim Uniti Star Innenleben

© Naim

Das digitale Herz des Uniti Star ist ein Sharc-DSP der vierten Generation. Naim-eigene Software minimiert Jitter und führt ein Upsampling der eingehenden Daten durch. Die WLAN-Verbindung nutzt Antennen, die in die seitlichen Kühlkörper integriert sind; dabei kommt zur Verbesserung der Übertragungssicherheit ein Datenpuffer zum Einsatz. Der 70-Watt-Endverstärkertrakt entstammt Naims legendären Naits.

Noch einen Schritt weiter 

Und jetzt denken wir noch einen Schritt weiter, nämlich an die gute, alte CD: Ein eingebautes CD-Laufwerk unterscheidet den All-in-One-Player vom Streaming-Verstärker. Naim geht sogar noch einen entscheidenden Schritt weiter... Wie kommen die Daten auf das NAS? Oder auf eine per USB angeschlossene Festplatte? Über den Computer? Das ist machbar, aber in Bezug auf Bedienerfreundlichkeit wenig überzeugend. 

Die Lösung, die der Uniti Star bietet, ist so einfach wie überzeugend, jedoch nicht so einfach realisierbar: Im Naim ist das eingebaute TEAC-Laufwerk nicht nur für die CD-Wiedergabe zuständig, sondern auch fürs Rippen. Die Daten speichert der Uniti Star lokal auf direkt angeschlossenen Speichermedien (von diesen kann er auch zu anderen Netzwerkplayern streamen) wahlweise im FLAC- oder WAV-Format. Er selbst kommuniziert im Netzwerk über UPnP mit allen eingebundenen NAS-Geräten, PCs oder Macs, wobei die Wiedergabequalität bis hin zu 32 Bit/384 kHz reicht. 

Mit der integrierten Chromecast-Technologie können Tablet- oder Smartphone-Apps direkt an den All-in-One-Player streamen. Hinzu kommt Bluetooth-Funktionalität (aptX HD) und wie schon erwähnt AirPlay sowie natürlich die Vorbereitung fürs Teamwork mit Spotify, dem verlustfreien Streaming-Dienst Tidal und der exquisiten, aber nicht gerade billigen Player-Software und Musikverwaltung Roon, einer Plattform, die von den ehemaligen Sooloos-Entwicklern stammt.

Einen solchen Alleskönner mithilfe seines Betriebssystems zu organisieren, ist kein leichtes Unterfangen, ihn einfach bedienbar zu machen, eine Herausforderung. Naim stemmt diese Aufgabe mithilfe einer bildhübschen bidirektionalen Funkfernbedienung, die unmittelbar nach dem ersten Einschalten mit dem Uniti Star kommuniziert. Der wiederum „spricht“ mit seinem Nutzer auch über sein hochauflösendes Farbdisplay und ist so bereits vollständig bedienbar.

Naim Uniti Star Rückansicht

© Naim

Konsequent digital: SD-Kartenschacht, Naim‘sche DIN-Buchse, HDMI-Anschluss für die Verbindung zum Fernseher und optional ein DAB-Tuner. Zugespielte Analogsignale werden sofort digitalisiert. Eine weitere USB-Buchse vom Typ A sitzt auf der Vorderfront neben einem 3,5-Millimeter-Kopfhöreranschluss. Ein Analogausgang (ganz rechts unten) kann die Verbindung mit Zusatz-Endstufen herstellen.

Die Krönung: Naims App 

Doch es geht noch weit besser, nämlich via Tablet und App. Naims App ist tatsächlich mit das Beste, was wir in dieser Hinsicht seit Langem gesehen haben – intuitiv bedienbar, sehr übersichtlich und trotz des schieren Funktionsumfangs des Uniti Star eine glasklare, eben nicht völlig überfrachtete Angelegenheit. 

Etwas tiefer, nämlich im Setup, sind hier auch Funktionen wie etwa Pegel-Anpassung aller Eingänge, Namensgebung oder auch Balancesteller versteckt; sogar eine Maximallautstärke für Kopfhörer lässt sich definieren. Egal, wo man in dieser App auch „gräbt“, überall findet man sinnvolle, überlegte und überraschende Features einschließlich einer komfortablen (Musik-)Datenbank-Verwaltung. 

Übrigens: Die Covers angewählter Alben präsentiert der Uniti Star auch auf seinem Display. Für Naim-Kenner ist es sicher kein Wunder, dass sich auch der Uniti Star ein wenig warmlaufen muss, um seine volle klangliche Leistung zu erreichen. Gönnen Sie ihm also 15 Minuten, und werten Sie bitte nicht, wie er unmittelbar nach dem Hochlaufen aus dem Standby-Betrieb klingt... Nachdem sich die anfängliche Heiserkeit und Hochtonlastigkeit gelegt hat, schaltet der Uniti Star in den bekannten Naim‘schen Wohlfühlmodus und macht einfach nur Musik, die den Gehörgang heruntergleitet wie warmes Erdnussöl. 

Naim Uniti Star App

© Screenshot WEKA / stereoplay

Links: Keine Bugs, alles funktioniert auf Anhieb: Naims glasklar verständliche App ist intuitiv bedienbar und lässt keine Fragen offen. Rechts: Im Setup offenbart sich die volle Tiefe der Funktionalität des Naim, der jede Menge sinnvolle und auch überraschende Features bietet.

Begleitet von einem räumlichen Panorama in gefühlter 3D-Qualität, beweist der Alleskönner dann, dass weder Volldigitalisierung noch Netzwerk Klang-Barrikaden darstellen, wobei sich der Schönling vielleicht doch ein klein wenig heller, präziser und frischer anhört als seine rein analogen Vorfahren. Dass er mit seinem stabilen, aber überschaubaren Leistungsangebot keine Bäume in Gestalt echter Stromfresser (sprich: niederohmiger Lautsprecher) ausreißt, ist ihm schnell verziehen, denn er erreicht einen Grad an klanglicher Perfektion, die man bei solchen Konzepten immer noch mit der Lupe suchen darf: Er ist ein waschechter Naim, wie auch analog orientierte Hörer schnell werden zugeben müssen. Das Schönste ist, das schafft er praktisch mit jeder Signalquelle gleich gut und mit DSD – das kann er auch – sowieso. Unsere Schlussfolgerung ist eindeutig: ein Prachtstück, das ein Highlight verdient.

Fazit

Der Naim beweist nachdrücklich, dass sich modernste Funktionalität und waschechter High-End-Klang auch via Netzwerk keineswegs ausschließen müssen. Hinzu kommen Features, die keine Wünsche mehr offenlassen.

Mehr zum Thema

Denon DCD-100 & DRA-100
Komplettanlage ohne Boxen

Die 100er-Serie von Denon glänzt im modernen Metall- und Glas-Look. Wir haben das Duo aus CD-Player DCD-100 und Vollverstärker DRA-100 getestet.
Teufel One S
Multiroom-Lautsprecher

Teufel überarbeitet den Raumfeld One S unter dem Namen Teufel One S. Kann der neue Multiroom-Lautsprecher im Test überzeugen?
Magnat Multi Monitor 220
Aktiv-Lautsprecher

Außer dem Preis-Leistungs-Verhältnis hat der Magnat Multi Monitor 220 laut Hersteller nichts mit seinem Vorgänger gemeinsam. Kann der Lautsprecher…
Rega Apollo CDP
CD-Player

Regas beliebter CD-Player Apollo heißt in seiner neuen Inkarnation Apollo CDP und wurde komplett überarbeitet, mit High-Performance-DAC für mehr…
Cayin iDAP-6 im Test
Streaming

Der Player Cayin iDAP-6 nimmt Musik von verschiedenen digitalen Quellen entgegen und kann auch Bluetooth senden. Wir haben ihn am iDAC-6 getestet.
Alle Testberichte
1&1 Media-Center
connect Festnetztest 2018
Sehr gut bei Sprache, Internet und Web-Services, Verbesserungspotenzial bei Web-TV – aber kein Grund zu klagen bei 1&1 im Festnetztest 2018.
PŸUR LOGO
connect Festnetztest 2018
Pÿur nimmt 2018 erstmals an unserem connect Festnetztest teil, kann aber nicht ganz mit den anderen Kandidaten mithalten.
Samsung Galaxy A3 rosa
Testberichte
Alle Tests von Smartphones, Handys, Tablets, Navis, Notebooks und Ultrabooks, DECT-Telefonen und DSL-Routern in der Übersicht.