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Testbericht

Vorverstärker Accuphase C 2110

Auch Bewährtes kann man immer verbessern. So haben die japanischen Ingenieure bei der Vorstufe C 2110 für 5800 Euro kräftig zugelangt.

Inhalt
  1. Vorverstärker Accuphase C 2110
  2. Datenblatt

© Archiv

Vorverstärker Accuphase C 2110

© Julian Bauer

Alle Cinch- und symmetrischen Eingänge lassen sich separat anwählen. Eine externe AV-Vorstufe darf sich an XLR- oder Cinchbuchsen einbringen.

Bei der C 2110, versteht sich der vollsymmetrisch-zweigleisige Aufbau jedes Kanals mit entsprechend echt ausbalancierten Ein- und Ausgängen gewissermaßen als Basis.

Das Novum: Das mittelalterliche Bauteil "Lautstärkepotentiometer", bei dem Schleifer über Widerstandsbahnen ruckeln und irgendwann kratzen, sollte zumindest im Signalweg entfallen. Die allübliche Alternative, ein mit Halbdezibel-Schrittchen regelndes Fertig-IC, kam aber für die Accuphaser nicht in Frage. Deshalb blieb das (Alps-)Poti, es treibt nun aber je nach Stellung einen Microcomputer zu dieser oder jener Arbeit an. Und die heißt Einfluss auf einen elektronischen Engpass zu nehmen,

© Julian Bauer

Die Elektronik in der vorderen Abschirmsektion steuert die neuartige Pegelregelung, deren Bauteile auf zwei der Platinen in der Mitte sitzen. Der rechte und linke Kanal bleiben stets strikt getrennt, jede Seite bekam sogar einen eigenen Netztrafo.

der pro Kanal und Symmetrie-Halbseite aus 16 unterschiedlich durchgängigen, parallel geschalteten Strombrücken besteht. Beginnend mit einer breiten, die den halben Vollpegel übergibt, und endend mit einer ganz, ganz schmalen, durch die nur ein winziges Rinnsaal dringt.

Indem der Prozessor nun zig Tausend unterschiedliche Kombinationen größerer oder kleinerer Übergänge herstellt, kommt es zu so feinen, als solche nicht mehr wahrnehmbaren Abstufungen, dass der Hörer wie gewohnt analog-gleitend laut und leise regeln kann.

Trotz dieses Aufwands dachte Accuphase aber keineswegs daran, anderswo zu sparen. Zwei symmetrische, fünf Cinch-Eingänge plus Tape-Schleife: An der Rückseite darf eine ganze Meute hoffentlich hochwertiger Quellen ran. Auch nimmt die C 2110 den rechten und linken Frontkanal einer Surroundvorstufe bei fester Verstärkung an.

© Julian Bauer

Mit ihren zwei Einschubschächten bietet die Japanerin überdies zwei Optionen ein Zuhause. Die im störarmen Differential-Modus D/A-wandelnde Digital-Platine DAC 20 und das Phonoteil AD 20 (je 850 Euro) stellen endgültig paradiesische Verhältnisse her.

Wer wundert sich da noch, dass die schmucke Accuphase hochsensitive Klangregelung mit diesen oder jenen Turnover-Frequenzen erlaubt; dass sie bei Bedarf die Phase der Musik um 180 Grad versetzt; oder dass die Anwahl diverser Ausgänge von der Front her gelingt. Noch eine Finesse: Mit 12, 18 und 24 Dezibel offeriert die Vorstufe diverse Grundverstärkungen.

© Julian Bauer

Die Fernbedienung erscheint einfach ausgelegt, sie steuert aber immerhin einen Player aus gleichem Hause mit. Ein- und ausgeschaltet werden möchten die edlen Geräte aber von der Hand ihres Besitzers.

Die Bedienung wie immer perfekt, die Anfassqualität ein Traum - und dennoch tat sich die Vorstufe C 2110 schwer, gegen die Klassen-Champs so einfach zu bestehen. Gerade beim mitreißenden Herzschmerzstück "Worrisome Heart" (ebenfalls von "Ultimate Tunes") zeichneten sowohl die McIntosh C 2300 als auch die Octave HP 300 II (beide 54 Punkte stark) die Stimme der Melody Gardot um einiges tiefgründiger und ausdrucksstärker. Um sich dann aber von der Accuphase zeigen lassen zu müssen, wie die Highhats eines Schlagzeuges auszuschwingen haben; John Lennons "Imagine" in der Version von Rachel Z (Chesky Records' "Ultimate Demonstration Disc Volume 2") ist hier ein herrlicher Prüfstein. Unterm Strich erspielte sich die C 2110 damit ebenfalls 54 Punkte.

Accuphase C 2110

Accuphase C 2110
Hersteller Accuphase
Preis 5800.00 €
Wertung 54.0 Punkte
Testverfahren 1.0

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