Google und Lenovo fordern Amazon heraus

Alexa gegen Google Assistant: 5 smarte Speaker mit Display im Test

Sprachgesteuerte Lautsprecher mit Bildschirm liegen im Trend. Dank Lenovo und Google gibt es nun einen echten Wettbewerb mit dem Platzhirsch Amazon.

Inhalt
  1. Alexa gegen Google Assistant: 5 smarte Speaker mit Display im Test
  2. Sprachassistenten im Vergleich: Amazon Alexa gegen Google Assistant
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© Shutterstock, Amazon, Google, Lenovo

Smarte Lautsprecher mit Display bieten mehr Features. Aber welcher Sprachassistent ist besser – Amazon Alexa oder Google Assistant?

Monopole sind grundsätzlich schlecht. Deshalb ist es gut, dass smarte Lautsprecher mit Display inzwischen keine reine Domäne von Amazon mehr sind. Mit dem Lenovo Smart Display und dem Google Nest Hub, die beide mit dem Google Assistant kommunizieren, gibt es in dieser Gerätekategorie nun endlich auch Alternativen zu Alexa. Zusätzlich angeheizt hat den Wett­bewerb ausgerechnet der ehemalige Monopolist mit dem kleinen Bruder seines Flaggschiffs Echo Show, dem Echo Show 5, der seit ein paar Wochen zum Kampfpreis an­geboten wird.

Mehr als digitale Bilderrahmen

Was macht man nun mit so einem Gerät? Obwohl die smarten Displays wahlweise aussehen wie ein Radiowecker oder wie ein digitaler Bilderrahmen, steckt viel mehr in ihnen. Sie erweitern den rein akus­tischen Output vernetzter Laut­sprecher um eine optische Komponente und erlauben Touch-Eingaben am Gerät. Ob Nachrichten, Wetterbericht, Kalender oder Kochrezepte – fast alles, wonach man Alexa oder Google fragt, lässt sich jetzt auch bebildern. Selbst Songtexte werden angezeigt. Vor allem bewegte Bilder erweitern den Nutzwert smarter Speaker erheblich – sofern eine Kamera an Bord ist auch in Form von Videochats. Und last, but not least lassen sich die Displays tatsächlich als digitale Bilderrahmen verwenden, wenn sie sonst nichts zu tun haben. 

Lesetipp: So viel Strom brauchen Smart-Home-Geräte im Standby

Alle fünf Geräte, die derzeit auf dem deutschen Markt erhältlich sind, haben wir unter die Lupe genommen. Auf Seite 2 des Artikels gehen wir zudem auf die Unterschiede der Sprach­assistenten Amazon Alexa und Google Assistant ein.  

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© Google

Optisch weiß der Google Nest Hub durchaus zu ­gefallen, funktional bleibt allerdings noch viel Luft nach oben.

Google Nest Hub (UVP: 129 Euro)

In den USA ist der Google Nest Hub bereits seit vergangenem Herbst verfügbar (zunächst als Home Hub vermarktet), hierzulande musste die Kundschaft bis Mai 2019 warten. Das kompakte Gerät bringt einen farbintensiven, kontrastreichen 7-Zoll-Bildschirm mit. Im ­Gegensatz zur Konkurrenz fehlt Googles Nest Hub allerdings eine Kamera und somit die Möglichkeit der Videotelefonie. Auch mit seinem Sound kann das Gerät nicht überzeugen. Denn dem verbauten „Breitbandlautsprecher“ lassen sich kaum nennenswerte Tiefen ent­locken, sodass sich ein recht dünnes Klangbild ergibt. Die Bedienung am Gerät ist eher spartanisch, fast alles wird über die Home App erledigt. Es gibt gute Gründe, Googles Sprachassistent zu nutzen, der hauseigene Display-Speaker ist aufgrund seiner technischen und funktionalen Einschränkungen ­allerdings weniger empfehlenswert. 

connect-Urteil: befriedigend (332 von 500 Punkten)

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© Lenovo

Nicht zuletzt dank seiner Kamera kann Lenovos Smart Display den platt­forminternen Vergleich mit Google für sich entscheiden. Weiterer Pluspunkt: Er lässt sich quer oder hochkant nutzen.

Lenovo Smart Display 8 Zoll (UVP 179 Euro)

Noch vor dem Plattformbetreiber selbst hat Lenovo einen smarten Speaker mit Bildschirm für den Google Assistant herausgebracht. Er heißt schlicht Smart Display und ist in zwei verschiedenen Größen erhältlich. Die getes­tete kompaktere Version hat ein 8 Zoll großes HD-Display, die 10-Zoll-Variante im Bambus-Look löst sogar in Full-HD auf. Sonst sind die Modelle weitgehend identisch. Der 10-Watt-Lautsprecher produziert einen sehr ordent­lichen, harmonischen Klang. Die 5-Megapixel-Kamera erlaubt Videochats über den Dienst Google Duo und sorgt beim Gegenüber für eine gute Bildqualität. Praktisch ist auch der mechanische Schieber, mit dem man die Cam bei Nichtbedarf außer Betrieb nehmen kann. Insgesamt macht das Smart Display aus China einen deutlich ausgereifteren Eindruck als das Pendant von Google und schrammt nur knapp an der Verbalnote „gut“ vorbei.

connect-Urteil: befriedigend (372 von 500 Punkten)

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© Amazon

Obwohl der kompakte Amazon Show 5 der günstigste Vertreter im Testfeld ist, muss er sich nur seinem großen, teuren Bruder Echo Show geschlagen geben.

Amazon Echo Show 5 (UVP 90 Euro)

Amazons neuester Smart Speaker mit Display hört auf den Namen Echo Show 5. Die Ziffer steht für die Displaydiagonale (genau genommen sind es 5,5 Zoll) – der neue Speaker ist also deutlich kleiner als das herkömmliche Show-Modell mit 10-Zoll-Screen und sogar noch kompakter als der Nest Hub. Dennoch pro­duziert er einen besseren Sound mit deutlich ausgeprägteren Bässen als die Google-Konkurrenz, zudem hat er auch eine Kamera für die Videotelefonie. Die Linse wird automatisch deaktiviert, wenn die beiden Mikrofone ab­geschaltet werden, sie lässt sich aber auch mechanisch verschließen. Hinzu kommt die Möglichkeit, einen externen Speaker oder die HiFi-Anlage per Klinkenkabel zu verbinden. Fleißig Punkte sammelt der kleine Show zudem mit den vielfältigen Einstellungs- und Steuerungsoptionen direkt am Display, etwa in Form des neuen Smart-Home-Dashboards. 

connect-Urteil: gut (383 von 500 Punkten)

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© Amazon

Amazons 10 Zoll großer Echo Show ist das vielseitigste smarte Display mit den besten Klangeigenschaften, kostet aber auch am meisten.

Amazon Echo Show (2. Generation, UVP 230 Euro)

Die zweite Generation des Echo Show – auch die erste wird immer noch verkauft, ist aufgrund diverser Kinderkrankheiten aber weniger empfehlenswert – ragt nicht nur aufgrund der Abmessungen aus dem Smart- Display-Angebot heraus. Der 10 Zoll große HD-Bildschirm nutzt die erweiterten visuellen Möglichkeiten des hauseigenen Sprach­as­sis­tenten besonders gut. Doch nicht nur die op­tische Ausgabe überzeugt: Der Klang, den die seitlich abstrahlenden Stereolautsprecher produzieren, toppt den der getesteten Speaker-Kollegen bei weitem. Der kräftige Bass lässt sich auf Wunsch per Equalizer reduzieren. Weiteres Highlight: Über den großen Echo Show lassen sich nicht nur Tausende von Smart-Home-Geräten steuern, er übernimmt für Zigbee-kompatible Geräte – wie vernetzte Lampen von Philips, Ikea oder Osram – zusätzlich noch die Gateway-Funktion. 

connect-Urteil: sehr gut (435 von 500 Punkten

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© Amazon

Der rundliche Echo Spot sieht aus wie ein Radio­wecker, kann aber deutlich mehr. Dennoch ist sein Preis zu hoch.

Amazon Echo Spot (130 Euro)

Der kleine Bruder der beiden Echo-Show-Geräte kombiniert die Vorteile eines Displays mit besonders kompakten Abmessungen, lässt sich also problemlos auf dem Nachttisch oder neben dem Fernseher aufstellen. Der runde, nur 2,5 Zoll große Bildschirm reduziert den Komfort der optischen Darstellung allerdings deutlich. Größtes Manko des Echo Spot ist jedoch sein schlichter Sound: Der nach hinten abstrahlende 36-mm-Lautsprecher klingt blechern, Bässe finden praktisch gar nicht statt. Immerhin kann man den smarten Radiowecker per Kabel oder Bluetooth mit vernünftigen Lautsprechern koppeln und so den Musikgenuss verbessern. Dank der in­tegrierten Kamera, die sich zusammen mit den Mikrofonen deaktivieren lässt, kann man auch Videotelefonate führen, wobei das eigene Bild lediglich in VGA-Auflösung übertragen wird und so etwas pixelig wirkt. 

connect-Urteil: befriedigend (326 von 500 Punkten)

Fazit

Der bereits seit Herbst 2018 verfügbare Echo Show der zweiten Generation bleibt bei den smarten Displays mit Sprachunterstützung das Maß der Dinge: Das gilt für Display, Klang, Bedienung und Funktio­na­lität – aber auch für den Preis. Wer keine 230 Euro ausgeben möchte, findet in dem kompakten Echo Show 5 eine preiswerte Alternative mit durchdachtem Konzept. Weniger überzeugt hat im Test der lang erwartete Nest Hub. Das liegt an den Schwächen des Geräts selbst – keine Kamera und schwacher Klang –, aber auch an der nicht ganz gelungenen Adaption der Google-Plattform an die audiovisuellen Möglichkeiten. Darunter leidet letztlich auch das Smart Display von Lenovo, obwohl es Hardware-seitig nur wenig Anlass zur Kritik bietet.

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