Kopfhörer

Audio-Technica ATH-W5000 im Test

Der Audio-Technica ATH-W5000 setzt auf edle Materialien und beweist im Test eine Vorliebe für die leisen Töne.

Audio-Technica ATH-W5000

© Audio Technica

Ein Kopfhörer, der die leisen Töne bevorzugt, trocken, sanft und zurückhaltend.

Pro

  • sehr fein aufgelöster und durchgezeichnter Klang bei leisen Musikgenres

Contra

  • Verstellmöglichkeiten nicht optimal gelöst
  • neigt zu Verfärbungen im Mitteltonbereich

Fazit

Audio-Klangurteil: 88 Punkte, Preis/Leistung: gut
Gut

Audio-Technica legt beim ATH-W5000 den Fokus auf edles Material. Die Muschelgehäuse bestehen aus mattem Ebenholz, das einwandfrei verarbeitet ist. Fast schwarz wirkt das dunkle Holz, erst bei kräftigem Licht erkennt man die dezente Maserung. Diese gibt dem Hörer ein feines und eher zurückhaltendes Aussehen. Der Bügel besteht aus zwei schmalen Bändern aus einer überaus leichten, aber ebenso stabilen Magnesium-Legierung. Die großen ohrumschließenden Muschelpolster sind mit feinstem Lammleder bezogen - auch dieser Bereich des Hörers ist hervorragend verarbeitet.

Der ATH-W5000 verzichtet auf die übliche Bügelverstellung, mit der man Kopfhörer an verschiedene Kopfgrößen und -formen anpasst. Stattdessen findet man zwei Auflagepolster, die der Hersteller "3D-Wings" nennt. Sie sind in allen drei Raumachsen beweglich gelagert und passen sich im Idealfall automatisch an die Kopfform an. Eine feste, manuelle Einstellung ist allerdings nicht möglich.

Innen setzt Audio-Technica einen 53 Millimeter durchmessenden dynamischen Treiber ein, der speziell für den ATH-W5000 entwickelt wurde und auf einen starken Neodym-Magneten zurückgreift. Das "Double Air Damping System" soll helfen, die tiefen Frequenzen besonders detailreich zu reproduzieren. Sauerstoffreies Kupfer kommt im fest angeschlossenen und daher leider nicht austauschbaren Kabel zum Einsatz. Das Kabel ist jedoch ausgesprochen leicht und erstaunlich gut von den Hörergehäusen entkoppelt, es macht sich kaum bemerkbar. Schön praktisch ist das Hartschalenköfferchen, in dem der Kopfhörer geliefert wird. Darin aufbewahrt übersteht der Audio-Technica problemlos auch mal eine längere Reise sowie die ein oder andere raue Behandlung im Alltag.

Audio Technica ATH W5000

© Audio Technica

Vielreisende wird freuen, dass der Audio-Technica-Kopfhörer in einem stabilen Hartschalenkoffer ausgeliefert wird, der innen mit edlem rotem Satin bezogen ist. Damit übersteht er sicher so manche Reise.

Tragekomfort

Kommen wir zum Tragekomfort: Mit lediglich 340 Gramm ist der Kopfhörer sehr leicht, Druckstellen gibt es nicht, auch bei längeren Hörsessions bleibt der Hörer angenehm zu tragen. Doch der Tragekomfort ist eine Sache, eine andere ist die Position der Ohrmuscheln auf den Ohren. Das System mit den "3D-Wings" ist sicherlich gut gemeint, funktioniert in der Praxis aber nur eingeschränkt. So liegen die Ohrmuscheln an der Oberseite nur ganz leicht am Kopf an. Der Winkel, mit dem der Bügel die Muscheln auf die Kopfseiten drückt, ist bei durchschnittlicher und kleiner Kopfgröße zu spitz, man hat stets das Gefühl, dass oben ein kleiner Luftspalt bleibt.

Und das wirkt sich in der Tat auf den Klang aus: Als wir die Hörmuscheln mit beiden Händen fester an den Kopf drückten, verbesserte sich der Sound deutlich, besonders im Bassbereich. Hier wünschten wir uns eine flexible Bügelverstellung, mit der man die Position der Muscheln besser an die Kopfform anpassen kann.

Hörtest

Den Klang des ATH-W5000 kann man nur als speziell bezeichnen. Im Hörtest stellte sich sehr schnell heraus, dass er eine Vorliebe für die leisen Töne hat. Pop, Rock oder gar Metal mochte er nicht. Tarjas "I Walk Alone" tönte schrill und angestrengt aus den Muscheln, da mussten wir die Lautstärke flugs deutlich zurücknehmen. Ebenso bei poppiger Musik wie "Na Na Na" von Pentatonix. Den Mix aus elektronisch erzeugter Musik und lauten Beats vertrug dieser Hörer nicht, er lieferte einfach nicht die nötige Wucht und Souveränität.

Audio-Technica ATH-W5000

© Audio-Technica

Zwei bewegliche Kunststoffflügel mit Polster sollen den Hörer am Kopf fixieren. In der Praxis klappt das leider nicht ideal, die Muscheln liegen nicht plan an. Ein verstellbarer Bügel wäre hier besser gewesen.

Also probierten wir es mit anderen Stilrichtungen, und siehe da: Bei sanften Tönen zeigte der Audio-Technica, was in ihm steckt. A-Capella-Songs wie der Police-Klassiker "Roxanne", interpretiert von den Flying Pickets, flog uns grandios aufgelöst und mit einem erstaunlichen Detalreichtum entgegen. Die Live-Aufnahme "If I Only Had A Brain" von Joe Stilgoe (nur vom Piano begleitet) hatte unsere Ohren selten so authenisch und frisch erfreut. Auch akustische Gitarrenmusik nimmt der Hörer gern: Bei Paul O'Briens "Sacred Line" ging kein noch so subtiles Picking unter.

Fazit

Hier haben wir also einen wahren Spezialisten für die leisen Töne: Je weniger Instrumente, umso besser wird er. Bei Jazzgesang, akustischen Instrumenten oder moderater Singer/Songwritermusik läuft der Audio-Technica ATH-W5000 (UVP: 1400 Euro) zur Höchstform auf.

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