Smartphone mit Dual-Kamera

Huawei P10: Kamera und Ausdauer

  1. Huawei P10 im Test
  2. Huawei P10: Kamera und Ausdauer
Huawei P10

© Screenshot WEKA / connect

Links: Die Navigationsleiste kann man beim Huawei P10 ausblenden, ihren Job übernimmt der Fingerprintsensor. Rechts: Eine Stärke von EMUI 5: Der Nutzer kann viele kleine Details der Oberfläche anpassen.

Als Systembasis ist Android in der aktuellen Version 7.0 installiert, wie immer überzogen mit der EMUI-Benutzeroberfläche, auf dem P10 in der neuesten Version 5.1. Sie unterscheidet sich deutlich vom nativen Android, was in diesem Fall aber kein Kritikpunkt ist,​ weil EMUI seit der fünften Generation ein stimmiges Benutzererlebnis bietet und viele Extras mitbringt, die Android fehlen. Besonders gut gefallen hat uns, wie die Software-Entwickler den neu positionierten Fingerabdrucksensor in die Bedienung eingearbeitet haben: Mittels unterschiedlicher Fingergesten (kurz drücken, lang drücken, drüberwischen) ersetzt der Sensor die Android-typische Navigationsleiste vollständig. In Anbetracht der sehr durchdachten Oberfläche überrascht allerdings der Verzicht auf einen intelligenten Assistenten à la Siri. Auf dem P10 gibt es nicht einmal eine deutsche Sprachaktivierung: Wer das P10 per Zuruf aus dem Standby wecken möchte, muss ein englisches Signalwort benutzen. Danach sind die Interaktionsmöglichkeiten eng begrenzt und nicht mit Apples Siri vergleichbar. Hier muss Huawei nachlegen.​​

Kamera - Meister der Unschärfe

Die Schärfentiefe (der Fachbegriff für die umgangssprachliche Tiefenschärfe) ist ein beliebtes Gestaltungsinstrument in der professionellen Fotografie, vor allem bei Porträtaufnahmen. Eine niedrige Schärfentiefe macht es möglich, bestimmte Objekte im Bild zu betonen, während der Rest in Unschärfe verschwimmt (Bokeh). Dafür braucht man nicht nur eine große Blendenöffnung, sondern auch einen großen Bildsensor mit entsprechend langen Brennweiten – beides findet man nur bei teuren Vollformatkameras. Kein Wunder also, dass eine niedrige Schärfentiefe mit hochwertiger Fotografie in Verbindung gebracht wird. Mit der mit dem P9 eingeführten Doppellinsenkonstruktion können Huawei und Leica diesen Effekt simulieren – und treiben ihn auf dem P10 besonders weit. 

Zum einen stammt die 8-Megapixel-Frontkamera nun erstmals ebenfalls von Leica. Sie erkennt automatisch Personen und stellt diese scharf, während der Hintergrund unscharf wird. Den gleichen Effekt bietet die Hauptkamera mithilfe eines neuen Porträtmodus, der prominent in der Kameravorschau platziert wurde. Das Ergebnis beeindruckt aber nicht immer, denn die Software zieht mitunter keine klare Grenze zwischen Person und Hintergrund, was zu Artefakten an den Übergängen führt. 

Abgesehen davon ist die Bildqualität sehr gut: Schärfe und Licht sind ausgewogen über das Bild verteilt, Farben werden natürlich dargestellt, auch bei schlechten Lichtverhältnissen wird noch ein hohes Niveau erreicht. Unsere Messergebnisse und die bisher geknipsten Fotos bescheinigen dem P10 eine der besten Smartphone- Kameras. Hinzu kommt eine Vielzahl von Einstellungen und Modi, die dem Nutzer viele Freiheiten und Gestaltungsspielräume gibt.​

Huawei P10

© Huawei

Im Portätmodus erzeugt die Kamera mit Hilfe der Doppellinse einen Unschärfeeffekt.

Starke Ausdauer

Trotz der ultrakompakten Bauweise ist den Chinesen das Kunststück gelungen, einen 3200 mAh starken Akku unterzubringen – der Vergleich mit der aktuellen iPhone-Generation macht deutlich, welche ingenieurtechnische Meisterleistung dahintersteckt: Das in etwa genauso große iPhone 7​ hat nur einen 2000-mAh-Akku und selbst das iPhone 7 Plus fasst nur 2900 mAh. Das kleinere Huawei P10 bringt also einen größeren Energiespender mit als der 5,5-Zoll-Bolide von Apple.​

Die im connect-Laborr erreichten Ausdauerwerte toppen dann auch beide Apple-Modelle problemlos: 8:33 Stunden hält das P10 in unserem verschärften Ausdauer-Messverfahren​ durch, ein sehr guter Wert. Bei intensiver Nutzung kommt man einen oder sogar anderthalb Tage hin, bei moderatem Einsatz sind sogar zwei Tage drin. Für ein so kompaktes Smartphone eine exzellente Leistung. Das Tüpfelchen auf dem i ist aber das mitgelieferte 23-Watt-Schnellladenetzteil, das das P10 innerhalb von 90 Minuten wieder vollständig auftankt.​

Auch die übrigen Messwerte können sich sehen lassen: Die Funkeigenschaften sind in allen drei Netzen sehr gut, die Sprachqualität bewegt sich insgesamt auf einem guten Niveau. In der Summe leistet sich das Huawei P10 keine Patzer und fährt stattdessen überall Bestnoten ein. Es setzt sich souverän an die Spitze der connect-Bestenliste und löst damit das Mate 9 ab, das ebenfalls von Huawei stammt. Die Chinesen haben gerade einen Lauf und wir sind gespannt, wohin er sie führt. Für den Moment gilt: Wer ein kompaktes High-End-Smartphone mit einer Topkamera sucht, kommt um das P10 nicht herum.​

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