Homebutton, Display, Dual-Kamera

Apple iPhone 7 und iPhone 7 Plus im Test

23.11.2016 von Andreas Seeger

Helleres Display, neuer Homebutton, Dual-Kamera, fehlende Kopfhörerbuchse: Bei iPhone 7 und iPhone 7 Plus hat sich einiges getan. Die neuen Apple-Modelle im Test.

ca. 4:35 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
  1. Apple iPhone 7 und iPhone 7 Plus im Test
  2. iPhone 7 Plus Test: Sensor, fehlende Klinke und Dual-Kamera
iPhone 7 und 7 Plus Rückseite
Auffälliger ist die Dual-Kamera des iPhone 7 Plus, doch auch das iPhone 7 hat eine neue Kamera.
© connect

Pro

  • eleganter Aluminiumkorpus
  • wasserfest nach IP67
  • exzellente Kamera (iPhone 7)
  • Dual-Kamera mit exzellenter Bildqualität (iPhone 7 Plus)
  • starker Prozessor
  • intuitives und modernes Betriebssystem
  • sehr gute Akkustik (iPhone 7)
  • Akkulaufzeit im gehobenen Mittelfeld (iPhone 7)
  • hervorragende Akkulaufzeit (iPhone 7 Plus)

Contra

  • keine Klinkenbuchse für Kopfhörer
  • keine Speichererweiterung
  • hoher Preis

Fazit

connect-Urteil - iPhone 7 Plus: gut (412 von 500 Punkten); iPhone 7: gut (397 von 500 Punkten)


82,4%

Natürlich sind beide iPhones wieder eine Augenweide: Ein herausragendes Design und eine grandiose Haptik sind schließlich zwei Naturgesetze bei Apple und wichtige Grundpfeiler der iPhone-Erfolgsserie.

Beim iPhone 7 und dem iPhone 7 Plus hat es der Hersteller erstmals geschafft, das Gehäuse wasserfest zu bauen: Es ist mit der Schutzklasse IP67 zertifiziert, was bedeutet, dass ein 30-minütiges Süßwasserbad in bis zu einem Meter Tiefe kein Problem darstellt. Allerdings ist es nicht empfehlenswert, diesen Schutz bis zum Maximum auszureizen, denn Apple weist im Kleingedruckten daraufhin, dass die Wasserfestigkeit nicht dauerhaft ist und mit der Zeit abnehmen kann. Dann folgt der entscheidende Satz: „Die Garantie deckt keine Schäden durch Flüssigkeiten ab“. Wenn also Wasser in das wasserfeste Gehäuse eindringt, lässt Apple den Nutzer sprichwörtlich im Regen stehen.

Breite Ränder um das Display

Die Kalifornier übernehmen das Gehäuse nahezu unverändert von der Vorgängergeneration und halten so weiter an einem Design fest, das mehr als drei Jahre alt ist – im Smartphone-Universum eine halbe Ewigkeit. Vor allem der breite Rand um das Display wirkt nicht mehr zeitgemäß, was besonders auffällt, wenn man aktuelle Topmodelle wie das Galaxy S7 Edge danebenlegt, deren Front fast nur noch aus Display besteht. Immerhin wirkt die Rückseite jetzt ein bisschen aufgeräumter, weil Apple die Kunststoffeinlagen für die Antennen stärker an die Ränder zieht, sodass man sie kaum noch wahrnimmt.

Testsiegel connect gut
Testsiegel connect gut
© WEKA Media Publishing GmbH

Auch der Anstrich ist teils neu: Die bisher so charakteristische Farbe Grau wurde aus dem Programm genommen und durch ein mattes Schwarz ersetzt, zudem gibt es eine Edelvariante mit klavierlackglänzendem Schwarz, die allerdings sehr anfällig für Kratzer ist, sodass Apple selbst auf der Produktseite die Nutzung einer Schutzhülle empfiehlt – auch kein Ruhmesblatt. Zu den beiden Schwarzen gesellen sich noch Silber, Gold und Roségold, es gibt also insgesamt fünf Farbvarianten, so viele wie nie zuvor.

Die Gehäuse sind bis auf den Millimeter genauso groß wie die Vorgänger. Dass sie ein paar Gramm leichter geworden sind, bemerkt man in der Praxis nicht. Es bleibt also dabei: Während das iPhone 7 Plus für einen 5,5-Zöller vergleichsweise groß und schwer ist, gehört das iPhone 7 mit seinem 4,7-Zoll-Display zu den kompaktesten Smartphones überhaupt – in dieser Größenklasse gibt es kaum gute Alternativen zu Apple.​

iPhone 7 Plus Unterseite
An die Stelle des Kopfhöreranschlusses rückt beim iPhone 7 ein weiterer Lautsprecher.
© connect

Jede Menge Power unter der Haube

Die Auflösung der Displays bleibt auch 2016 bei Full-HD, während die Konkurrenz schon bei 2K (2560 x 1440 Pixel) angekommen ist. Die Kritik daran bleibt aber im Hals stecken angesichts der hervorragenden Darstellungsqualität auf beiden Modellen – die detaillierten Messergebnisse mit Kontrastdiagramm finden Sie auf Seite 20. Auch beim Prozessor liefert Apple die gewohnt hohe Qualität. Der A10-Chipsatz ist eine vollständige Neuentwicklung mit vier Kernen, die wie bei ARMs big.LITTLE-Architektur in zwei Clustern angeordnet sind, die auf unterschiedlichen Leistungsniveaus arbeiten und damit sehr flexibel auf das jeweilige Nutzungsszenario reagieren.

Der Arbeitsspeicher ist mit 2 GB (iPhone 7) beziehungsweise 3 GB (7 Plus) nicht besonders üppig, aber iOS-Geräte benötigen systembedingt weniger RAM für einen flüssigen Betrieb als Android-Smartphones. In der Praxis läuft iOS auf beiden Modellen wie geschmiert und wird auch von grafikintensiven Anwendungen nicht an die Leistungsgrenze gebracht. Selbst ein schneller Wechsel zwischen zwei Grafikkrachern wie Asphalt 8 und Infinity Blade 3 über den Multitasking-Manager gelingt verzögerungsfrei – mehr Power als der A10 bietet, gibt’s derzeit nicht. Spürbare Auswirkungen auf die Bedienung ergeben sich daraus aber nicht, denn schon das iPhone 6s reagiert blitzschnell auf Eingaben und große Differenzen im Vergleich mit einem 7er haben wir nicht feststellen können.

Einen wichtigen Unterschied bemerkt man allerdings beim Musikhören oder Anschauen von Videos: Weil Apple erstmals Stereo-Lautsprecher einbaut, ist der Klang nicht nur lauter, sondern auch voller und klarer. Eine weitere Verbesserung betrifft den Speicher, der bei allen iPhone-Varianten verdoppelt wurde – die 7er sind mit 32, 128 und 256 GB erhältlich; 16 GB sind Geschichte. Erweitern lässt sich der Speicher wie gewohnt nicht.​

iPhone 7 Homebutton
Den Klickwiderstand des neuen Homebuttons kann man in den Einstellungen des iPhone 7 anpassen.
© connect

Mehr lesen

Apple iPhone 7 Plus und Apple AirPods

Galerie

iPhone 7 und 7 Plus in Bildern

Das sind die neuen Apple-Smartphones: Wir zeigen das iPhone 7, das iPhone 7 Plus und die AirPods im Detail.

Durchwachsener Auftritt im Testlab

Die Ergebnisse aus dem Testlabor sind durchwachsen: Einer guten Akustik (iPhone 7 Plus) beziehungsweise sehr guten Akustik (iPhone 7) stehen Funkeigenschaften gegenüber, die vor allem im UMTS-Netz ernüchtern – hier reicht es nur für ein befriedigendes Ergebnis beim iPhone 7, das iPhone 7 Plus erreicht noch ganz knapp die Verbalnote „gut“.

Das ist zum Glück kein Totalausfall, zumal die Ergebnisse im LTE-Netz überzeugen, aber doch zu wenig für ein Spitzenmodell jenseits der 700 Euro. Die Ausdauer ist dagegen bei beiden Geräten stark: In unserem typischen Nutzungsmix, der einen alltagstypischen Gebrauch simuliert, steigt die Laufzeit im Vergleich mit den Vorgängermodellen von 8:35 auf 9:53 Stunden (iPhone 7 Plus), beziehungsweise von 6:25 auf 7:20 Stunden (iPhone 7).

Das iPhone 7 Plus ist erst das achte Modell in diesem Jahr, das eine Laufzeit jenseits von neun Stunden erreicht. Beim iPhone 7 reicht es fürs gehobene Mittelfeld, was eine respektable Leistung ist, wenn man bedenkt, dass die Ausdauer der traditionelle Schwachpunkt der kleinen iPhone-Modelle ist. Diesen hat Apple mit der zehnten Generation erfolgreich ausgemerzt.

Mehr lesen

iPhone 7 vs iPhone 6s

Das passende iPhone finden

iPhone 7 (Plus), iPhone 6s (Plus) und iPhone SE im Vergleich

Welches iPhone ist das richtige: das neue iPhone 7, das Vorjahresmodell iPhone 6s, eine der großen Plus-Varianten oder das kleine iPhone SE?

Wieder keine Schnellladefunktion

Raum für Verbesserungen bleibt aber weiterhin, denn es fehlt nicht nur eine Schnellladefunktion, auch den Drahtlos- Ladestandard Qi lässt Apple mal wieder außen vor. Was nicht einer gewissen Ironie entbehrt, hatten die Verantwortlichen bei der Produktpräsentation doch den Verzicht auf eine Klinkenbuchse auch damit begründet, dass drahtloses Musikhören viel bequemer und fortschrittlicher sei als über eine altmodische Kabelverbindung. Für den Netzstecker gilt das anscheinend nicht.

Zu den bitteren Pillen, an die sich der iPhone- Käufer gewöhnt hat (proprietärer Lightning- Anschluss statt USB C, keine Speichererweiterung, Akku nicht wechselbar) gesellt sich nun auch noch eine fehlende Klinkenbuchse. Wer damit leben kann und sich von den hohen Preisen nicht abschrecken lässt – mit Einstiegspreisen von 759/899 Euro sind die neuen 7er schon wieder teurer als die Vorgänger –, bekommt ein hochwertiges Smartphone mit einer Topkamera, einem überragenden Prozessor und einem hervorragenden Display.

Und er bekommt eine Eintrittskarte in Apples Software-Ökosystem, das nicht nur sicherer ist als Android, sondern auch eine stimmigere Benutzererfahrung bietet und besser mit Updates versorgt wird. Dieser Zugang ist Gold wert. Die Hürden, die Apple aufbaut, werden allerdings von Jahr zu Jahr größer und es stellt sich die Frage, wie lange die Kunden da noch mitgehen.​

Mehr Infos zu dem Thema iPhone 7 finden Sie hier!

Mehr lesen

Bestenliste

Top 10: Die besten Android-Smartphones 2020

Top 10 Smartphones - Bestenliste

Die besten Smartphones bis 300 Euro

Bestenliste

Top 10 - Die zehn besten Tablets im Test

Weiter zur Startseite  

Mehr zum Thema

iOS 11 Screenshot

Bildschirmfoto mit iOS

Screenshot beim iPhone erstellen

Mit dem Apple iPhone lassen sich ganz einfach Screenshots erstellen. Wir zeigen den nötigen Griff.

iPhone 7 Plus vs. iPhone 6s Home Button

iPhone-Reparatur

Reparatur durch Dritte: Home-Button beim iPhone 7 blockiert

Lässt man ein iPhone 7 von einem Drittanbieter reparieren, ist der Home-Button blockiert. Will sich Apple ein Monopol auf Reparatur erhalten?

Top-Smartphones Vergleich

Von Apple bis Samsung

Top-Smartphones 2017 im Vergleich: Die besten Handys

Wir haben die Smartphone-Elite von Apple, HTC, Huawei, LG, Samsung und Sony für Sie verglichen. Welches ist das bisher beste Smartphone 2017?

iPhone 8 Rendering Display

iPhone-8-Gerüchte

iPhone 8 doch ohne Touch ID und mit Lieferengpässen?

Apple verzichtet beim iPhone 8 wohl auf den Fingerabdrucksensor. Probleme mit dem Display könnten zu einer Verzögerung in der Produktion führen.

Apple iPhone 7 (Plus) vs. iPhone 8 (Plus)

Apple-Phones im Vergleich

iPhone 7 (Plus) vs. iPhone 8 (Plus): Lohnt sich ein Upgrade?

Auf den ersten Blick gibt es beim iPhone 8 (Plus) zum Vorgänger iPhone 7 (Plus) kaum Unterschiede. Lohnt sich der Wechsel? Wir machen den Vergleich.