Testbericht

Im Test: Kompaktboxen Heco Victa 301

Die Heco Victa 301 (220 Euro pro Paar) ist eine Box mit Allroundqualitäten. Ihr offenherziger, anspringender Charakter und die gute Raumabbildung sind in der Preisklasse um 200 Euro einmalig.

  1. Im Test: Kompaktboxen Heco Victa 301
  2. Datenblatt
Heco Victa 301

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Heco Victa 301
Heco Victa 301

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Vier breite Öffnungen im Blechkorb kühlen die Schwingspule des 17-Zentimeter-Basstreibers, ein deutlicher Hornansatz unterstützt den Hochtöner.

Mit einem betont schmal zulaufenden Gehäuse macht die Heco Victa 301 für 220 Euro auf sich aufmerksam. Die besondere Gehäuseform wird durch geschlitztes MDF möglich, dass sich in gewissen Grenzen biegen lässt. Ihre geschwungene Erscheinung täuscht über die enorme Tiefe von 31 Zentimetern hinweg. Rund 13 Liter Innenvolumen kommen da zusammen, doppelt so viel wie in der Boston A25.

In punkto Membrandurchmesser liegt der Tieftöner mit seiner Papiermembran auf Augenhöhe mit dem Teufel Ultima 20-Treiber. Zudem verfügt er über vier breite Lüftungsschlitze im Korb, die nicht nur die Schwingspule kühlen, sondern auch den Raum hinter der Zentrierspinne dekomprimieren.

Heco Victa 301

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Auf den Hörer ausrichten, etwas näher zur Wand unterstützt den Pegel im Bassbereich.

Eine Polkernbohrung ist ebenfalls vorhanden. Eine Besonderheit des Hochtöners ist der etwas stärker ausgeprägte Hornansatz seiner silbernen Kunststoffblende. Sein Hochpassfilter trennt mit stärkeren 18dB pro Oktave, während der 12-dB-Tiefpass ähnlich dem der Boston mit einem R-C-Glied parallel zur Spule modifiziert ist.

Als einzige Box im Testfeld kommt die Heco Victra 301 mit einem Bi-Wiring-Terminal daher und ermöglicht - sofern gewünscht - die Nutzung der Bi-Amping-Fähigkeit moderner AV-Receiver.

Heco Victa 301

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Recht linear, zu hohen Frequenzen hin sanft ansteigend, Impedanz 3,9Ω , AK 59

Hörtest

Den goldenen Mittelweg beschritt im Hörraum die Heco Victa 301. Sie kam zwar nicht ganz an das stimmige und natürlich neutrale Gesamtbild der Boston A25 heran, hauchte aber beispielsweise Katie Meluas "Ghost Town" mehr Lebensfreude ein, so dass man automatisch mit dem Fuß im Reggae-Takt mitwippte. Die Boston zeichnete hier die Konturen mit spitzerem Bleistift heraus, während sie über die Heco - fast wie mit einer Airbrush gepainted - von einer größeren Aura umgeben war.

Heco Victa 301

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Erfreulich geringer Klirr im Mittel-/Hochton, höchster Maximalpegel.

Diese grundlegenden Unterschiede zogen sich durch jegliches Musikmaterial: Die Boston blieb immer bodenständig mit einer leichten Distanz, die Heco tönte dagegen etwas offenherziger, kerniger und spritziger.

So formte sie die Stimme von Xavier Naidoo zwar nicht ganz so akkurat, sorgte aber in "Alles lebt" (Album: "Alles kann besser werden") mit einem kräftigeren Grundton und einer Brise frischer Luft für mehr Pep und Lebendigkeit. Ihre 61 Klangpunkte verdiente sie sich aber ebenfalls redlich - vor allem dank einer großen Portion Vitalität und Charme.

Heco Victa 301

HerstellerHeco
Preis220.00 €
Wertung61.0 Punkte
Testverfahren1.0

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