Testbericht

Standbox JBL K2 S 9900

Die JBL K2 S 9900 (39800 Euro das Paar) schießt den Vogel ab - ohne groß mit der Wimper zu zucken erreicht sie galaktische 124 dB.

  1. Standbox JBL K2 S 9900
  2. Datenblatt
Standbox JBL K2 S 9900

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Standbox JBL K2 S 9900

Weit ehrlicher als die Werksangabender Tannoy, sind die der JBL, die ebenfalls als 8-Ohm-Box vermarktet wird. Ihre Minima im Bass liegen bei gutmütigen 7,1 Ohm. Nur über 20 Kilohertz, wo kaum Ströme fließen, sinkt die Kurve unter 5 Ohm.

Wie sieht die Praxis aus? Wenn der Verstärker gut mit 4-Ohm-Lasten klarkommt, tönt die Tannoy beim Umstecken eine Spur lauter. Rechnerisch ist die JBL genügsamer, denn bei gleicher Spannung fließt an 8 Ohm nur der halbe Strom.

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Der Druckkammertreiber nutzt eine 10 Zentimeter große Schwingspule aus leichtem Alu-Flachdraht sowie ein mehrteiliges Neodym-Magnetsystem (dritter Ring von rechts).

Nahezu Gleichstand herrscht beim Tiefbassverhalten: Mit 33 (Tannoy) und 34 Hertz (JBL) bezogen auf -3 Dezibel benötigen beide keinen Subwoofer.

Jenseits von Gut und Böse liegen die Schalldruckreserven. Bereits die Tannoy erzielt in einem Meter Entfernung bis zu 115 dB, ohne das Signal über Gebühr zu verfälschen.

Den Vogel aber schießt die JBL ab, die ohne groß mit der Wimper zu zucken galaktische 124 dB erreicht. Die Diskussion, ob Schalldruckreserven auf diesem Niveau notwendig sind, sei mal außen vor gelassen. Tatsächlich ist die K2 S 9900 die lauteste Box, die stereoplay je hörte.

JBL bricht alle Rekorde

Ob beim Test die Rolling Stones im Player rotierten oder Bachs Matthäus-Passion, war fast nebensächlich, weil die dynamischen Grenzen beider Modelle selbst an den lautesten Stellen in weiter Ferne lagen. Doch wenn die Tester es mal richtig krachen ließen, blieb die JBL eindeutig gelassener.

Bildergalerie

Lautsprecher JBL K2 S 9900
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Edelbox von JBL

Die JBL tönt monitorhaft neutral und glasklar, selbst bei Pegeln jenseits von Gut und Böse.

Andererseits werden selbst Hartgesottene kaum dauerhaft solche Pegel abrufen, die auch nur möglich sind, solange die Endstufen mitspielen. Wer die Grenzen der beiden Boliden tatsächlich ausloten möchte, muss Leistungen nahe 1000 Watt bereitstellen.

Insgesamt verzerrt die JBL extrem wenig und erreicht prozentuale Klirrwerte auf dem Niveau von Elektronikkomponenten. Nur im Tiefbass liegen die Werte etwas höher, was bei Boxen allgemein der Fall ist.

Trotz Parallelen bezüglich Dynamik und Wattbedarf nutzen JBL und Tannoy höchst unterschiedliche Ansätze für ihre Chassis. Die JBL ist eine klassische Dreiwegebox mit HiFi-untypisch hohen Übergangsfrequenzen.

Der 15-Zoll-Basstreiber arbeitet bis 900 Hertz hinauf und ist für diesen Zweck mit einer vergleichsweise leichten Papiermembran gut gerüstet. Den Antrieb übernimmt ein irrwitzig linearer Hochleistungsmagnet aus Alnico.

Den oberen Teil der Mitten und die Höhen bestreitet ein Druckkammertreiber mit einer 10 Zentimeter großen Membran aus hochfestem Magnesium. Davor ist ein Horn montiert, dessen Mündung über die gesamte Breite der Box reicht.

Sehr viel kleiner geriet der darüber angeordnete Superhochtöner, der erst bei 15 kHz ins Spiel kommt. Er nutzt eine ultraleichte Beryllium-Membran, der ebenfalls eine Druckkammer vorgeschaltet ist.

Die beiden Hörner erzielen einen gigantisch hohen Wirkungsgrad, der den des nicht schallgeführten Basstreibers deutlich übersteigt. Die Druckkammersysteme müssen daher von Spannungsteilern gezähmt werden, sonst wäre der Bass im Verhältnis zu den übrigen Klanganteilen zu leise. Für die Horntreiber ist das kein Nachteil, denn sie arbeiten dadurch stets im ultra-klirrarmen Teillastbereich.

Den ausführlichen Test der Tannoy Kingdom Royal finden Sie hier .

JBL K2 S 9900

HerstellerJBL
Preis39800.00 €
Wertung64.0 Punkte
Testverfahren1.0

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