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Vergleichstest

Samsung Galaxy S3 gegen Apple iPhone 5

Galaxy S3 und iPhone 5
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iPhone 5 oder Galaxy S3? Für viele ist das eine Glaubensfrage. Der nüchterne Vergleich der Messergebnisse zeigt, welches der Superphones wo die Nase vorn hat.

Das Endergebnis können wir vorwegnehmen: Das Samsung Galaxy S3 kommt im Test auf 425 Punkte und damit auf die Note "sehr gut". Das Apple iPhone 5 schneidet etwas schlechter ab und erreicht 417 Punkte und damit die Note "gut". Die beiden Superphones stehen damit auf Platz 2 und Platz 3 der Bestenliste und sind somit beide empfehlenswert.

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Doch der letztlich knappe Abstand lässt es ahnen: Das Galaxy S3 ist dem iPhone 5 keinesfalls in allen Belangen überlegen. Je nach Testkriterium hat hier und da auch das Apple-Phone die Nase vorn. Der folgenden Vergleich zeigt detailliert, wo sich die Geräte unterscheiden und wo welcher Kandidat die bessere Wahl ist.

Die folgende Tabelle zeigt die Testergebnisse in der Übersicht:

Marke Samsung Apple
Modell Galaxy S3 I9300 iPhone 5
Ausdauer gesamt (max. 100) überragend (100) sehr gut (92)
Ausdauer Gespräch 35 32
Ausdauer Display-Betrieb 65 60
Ausstattung (max. 170) gut (136) gut (128)
System 14 10
Lieferumfang 5 5
Display 34 31
Connectivity 13 10
Telefonfunktionen 10 10
Messaging 12 12
PIM 11 11
Office 3 4
Web-Browser 13 14
Kamera 9 10
Musik und Video 10 9
Navigation 2 2
Handhabung (max. 140) gut (117) sehr gut (130)
Handlichkeit 36 48
User Interface 61 60
Verarbeitungsqualität 20 22
Messwerte (max. 90) gut (72) befriedigend (67)
Akustik-Messungen Senden 14 13
Akustik-Messungen Empfangen 14 14
Sende- und Empfangsqualität GSM 24 22
Sende- und Empfangsqualität UMTS 20 18
Gesamturteil (max. 500) 425 417
Note sehr gut gut
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Display: Die Größe macht den Unterschied

Nimmt man die beiden Konkurrenten in die Hand, sind die grundsätzlich unterschiedlichen Konzepte sofort greifbar: Apple setzt auf Handlichkeit, Samsung auf Größe. Enstprechend unterschiedlich fallen die Displays aus. Während Apple das neue iPhone 5 mit einem vergleichsweise kleinen 4-Zoll-Bildschirm ausstattet, kommt das Samsung Galaxy S3 mit einer 4,8-Zoll-Anzeige daher.

Das iPhone-Display erreicht mit 640 x 1136 Pixeln im Gegensatz zur Anzeige des S3 (720 x 1280 Pixel) keine HD-Auflösung, hat aufgrund der kleineren Abmessungen mit 326 ppi aber eine höhere Pixeldichte als das Galaxy S3. Doch auch auf dem S3 muss man schon ganz genau hinschauen, um einzelne Bildpunkte zu erkennen. Auch hier erscheinen selbst kleine Schriften scharf. Die Auflösung macht letztlich keinen entscheidenden Unterschied.

Schon eher die Displaytechnik: Das Samsung Galaxy S3 ist mit einer OLED-Anzeige ausgestattet, das iPhone 5 hat ein TFT-Display. Der gemessene Farbraum ist beim S3 größer. Weil ein zu großer Farbraum aber auch dazu führt, dass Fotos und Videos etwas unnatürlich oder übersättigt wirken, lässt er sich beim Galaxy S3 softwareseitig reduzieren und dem eigenen Geschmack ein Stück weit anpassen. Im Vergleich dazu fällt der Farbraum der TFT-Anzeige des iPhone 5 deutlich kleiner aus, dafür wirken die Farben beim Apple-Phone insgesamt aber etwas natürlicher.

Die OLED-Anzeige des Galaxy S3 ist selbst bei seitlichem Blick noch immer sehr gut ablesbar, erst bei extremer Schräglage verliert sich der Kontrastumfang. Beim iPhone 5 ist die Blickwinkelstabilität noch einen Tick besser.

Links iPhone, rechts Galaxy S3: Die grünen Bereich zeigen den höchsten Kontrast, je weiter es es zum Rand geht, desto schräger ist der Bllickwinkel.
Links iPhone, rechts Galaxy S3: Die grünen Bereich zeigen den höchsten Kontrast, je weiter es es zum Rand geht, desto schräger ist der Bllickwinkel. ©

Zudem ist die Anzeige des S3 dunkler, wir haben eine maximale Helligkeit von 241 cd/m² gemessen, das ist bestenfalls Durchschnitt. Die Folge: In hellem Sonnenlicht ist die Anzeige des Galaxy S3 schlechter ablesbar als die des iPhone 5, die über 580 cd/m² hell ist. Dafür spiegelt das Display des Galaxy S3 etwas weniger.

Die bessere Ablesbarkeit im Freien spricht fürs iPhone, doch insgesamt sind beide Anzeigen auf Top-Niveau. Und letztlich macht die Größe den entscheidenden Unterschied. Und da entscheidet der Geschmack: Wer eine große Anzeige will, muss mit einem großen Smartphone leben, wer es lieber kompakt will, muss eine kleinere Anzeige in Kauf nehmen.

Design & Verarbeitung: Edel versus robust

Mit einer Hand ist nur das iPhone 5 problemlos zu bedienen. Das Galaxy S3 ist 13 Millimeter länger und 12 Millimeter breiter. Dass es einen Millmeter dicker ist: geschenkt. Zudem sind beide Kandidaten erfreulich leicht: 112 Gramm beim iPhone 5, 133 Gramm beim Galaxy S3.

Links das etwas organischer gestaltete Galaxy S3, rechts das kantigere iPhone mit Aluminium-Rückstei
Links das etwas organischer gestaltete Galaxy S3, rechts das kantigere iPhone mit Aluminium-Rückstei ©

Was die Designsprache angeht, setzt Apple beim iPhone 5 auf Bewährtes: Das kantige Format, die Glasfront und den Metallrahmen kennen wir vom Vorgängermodell. Neu hingegen ist die Rückseite, die jetzt nicht mehr aus Glas, sondern aus gebürstetem Aluminium besteht und dem iPhone einen noch edleren Touch verleiht. Es gibt keine beweglichen Teile und keine Spaltmaße. Es knarzt und quietscht nichts, das Telefon wirkt sehr hochwertig und elegant. Da kann das S3 nicht mithalten.

Der Nachteil: Alu ist ein weicher Werkstoff und somit empfänglich für unschöne Kratzer. Kurz nach Marktstart berichteten viele Kunden Geräten, die schon verschrammt aus der Verpackung kommen. Da ist das Galaxy S3  robuster. Samsung setzt auf Polycarbonat, verzichtet aber nicht auf den abnehmbaren Akkudeckel. Einerseits kommt das dem Nutzer sehr entgegen, er kann Akku, SIM- und Speicherkarte problemlos wechseln. Anderseits ist das Gehäuse nicht ganz so edel. Wobei die Spaltmaße beim Galaxy S3 gering sind, der Akkudeckel fügt sich einwandfrei ins Gehäuse ein. Insgesamt kommt das iPhone 5 edler daher, ist aber auch deutlich empfindlicher.

Prozessor und Rechenleistung: iPhone 5 liegt vorne

Das iPhone 5 wird vom neuen Apple-A6-Prozessor befeuert un dessen Rechenleistung ist  gewaltig: In allen drei von uns zum Vergleich herangezogenen Bechmarktests schneidet das iPhone 5 besser als das Galaxy S3 ab. Insbesondere beim GLBenchmark, der bei aufwendigen Animationen die Bildrate ermittelt, ist der Vorsprung gewaltig. 

Auch bei der Touchscreen-Bedienung geht sprichwörtlich die Post ab: Die Anzeige des iPhone 5 reagiert bei jeder Berührung ohne Verzögerung. Kein Ruckeln, kein Hängen, alles läuft glatt und wie geschmeidig. Selbes Bild bei der neuen Apple Kartenanwendung: Selbst in der 3D-Ansicht gleitet man beinahe ruckelfrei durch ganze Straßenzüge.

Doch auch das Galaxy S3 gehört zu den leistungsstärksten Smartphones überhaupt. Der von Samsung entwickelte Prozessor Exynos 4412 nutzt vier Kerne mit bis zu 1,4 Gigahertz, die je nach Anwendung selbstständig auf bis zu 200 Megahertz heruntertakten, um den Akku zu schonen. Dass der Exynos eine Menge Dampf hat, zeigt die Bild-im-Bild-Funktion bei der Videowiedergabe: Während HD-Filme verzögerungsfrei in einem kleinen Fenster laufen, kann man parallel dazu E-Mails abrufen, Kontakte pflegen oder im Web surfen. Letztlich hat das iPhone 5 auf sehr hohem Niveau die Nase vorn.

Speicher: Galaxy S3 klar vorne

Das iPhone 5 bietet keinen erweiterbaren Speicher. Wer ständig viel Musik, Fotos, Videos und Apps auf dem iPhone speichern möchte, muss sich also vor dem Kauf gründlich Gedanken machen, welche Speichervariante die richtige ist. Verfügbar ist das iPhone mit 16, 32 oder 64 Gigabyte internem Speicher, entsprechend steigt aber auch sein Preis – von 679 über 789 auf 899 Euro. Wahrlich kein Pappenstiel.

Auch das Galaxy S3 gibt es in diesen drei Varianten mit aktuellen Preisen von etwa 450, 570 und 660 Euro. Zudem bietet das Android-Smartphone einen Speicherkartenslot, der MicroSD-Karten mit maximal 64 Gigabyte akzeptiert. Obendrei gewährt Samsung zusätzlich 50 Gigabyte bei Dropbox (für zwei Jahre kostenlos inklusive).

Beim Thema Onlinespeicher setzt Apple auf seinen eigenen Dienst iCloud. Jeder iPhone-Nutzer bekommt ohne zeitliches Limit 5 Gigabyte kostenlos zur Verfügung gestellt, wer mehr möchte, zahlt für 15 Gigabyte 16, für 25 Gigabyte 32 und für 55 Gigabyte 80 Euro pro Jahr. Auch das ist nicht gerade günstig.

Kamera: Beide auf Topniveau

Schöne Fotos bei Tag, verrauschte bei Dunkelheit – lautet so das finale Fazit für Handykameras? iPhone 5 und Galaxy S3 zeigen, dass die Digicam getrost auch mal zu Hause bleiben kann.

Beide Modelle sind mit einem 8-Megapixel-Sensor ausgestattet und liefern vor allem an sonnigen Tagen ausgesprochen gute Fotos mit kräftigen Farben und beinahe optimaler Schärfe. Die Bilder an unserem verregneten Nachmittag in der Innenstadt sind zwar nicht berauschend. Doch im Vergleich zu anderen Smartphone-Kameras präsentieren sich die Aufnahmen von iPhone 5 und Galaxy S3 deutlich heller und besser ausgeleuchtet.

Bei Kunstlicht saufen die Farben beim Galaxy S3 etwas ab, beim iPhone 5 wirken sie kräftiger. Ist es allerdings zu dunkel, kann auch die kleine Foto-LED, die beide Geräte bieten, keine Wunder vollbringen. Zwar sind die Bilder von iPhone 5 und Galaxy S3 in düsterer Umgebung überraschend hell und bieten immer noch eine ordentliche Schärfe. Das Bildrauschen steigt aber auch hier und ist deutlich zu sehen. Full-HD-Videos (1080p) gelingen mit beiden Modellen wunderbar scharf und farbtreu. 

Wer gene mit Kamera-Einstellungen experimentiert, bekommt beim S3 mehr geboten. Beim iPhone 5 ist das Kameramenü stark reduziert; es gibt weder manuelle Helligkeitsregler noch unterschiedliche Aufnahmemodi. Alle Einstellungen übernimmt die Kamera selbst. Immerhin: Eine einfache Bildbearbeitung ist mit Bordmitteln möglich. Beim S3 muss man den Foto-Editor erst aus dem Webshop „Samsung Apps“ kostenlos herunterladen. 

Fazit: Das iPhone 5 kommt mit schwierigen Lichtverhältnissen einen Ticken besser zurecht, doch auch hier spielen sich die Unterschiede auf hohem Niveau ab. Bei beiden Geräten bekommen Sie eine tolle Kamera.

Software & Dienste: Perfekte Integration versus Offenheit

Mit dem Galaxy S3 und dem iPhone treffen mit iOS und Android zwei gegensätzliche Betriebssystemkonzepte aufeinander. Apple setzt auf eine in sich geschlossene Welt, Google öffnet Hardware-, Netz- und Diensteanbietern Tür und Tor.

Wer ein iPhone nutzt, bewegt sich im Apple-Universum, kauft Apps im von Apple kontrollierten App Store und Multimedia-Titel bei iTunes. Für jeglichen Datenaustausch zwischen iPhone und Computer ist die kostenlose Sync-Software iTunes verantwortlich. Per Drag-and-drop Dateien hin und her schieben, funktioniert nicht. Mit einer Ausnahme: Auf dem iPhone gespeicherte Bilder lassen sich auch außerhalb von iTunes auf den Rechner kopieren – andersherum ist das nicht möglich.

Da ist Android deutlich offener und doch bietet auch Google mit dem Play Store die komplette Content-Palette aus Apps, Spielen, Filmen und Büchern. Er ist aber nicht die einzig mögliche Quelle. So hat Samsung beispielsweise seinen App-Store vollständig im Android-System integriert.

Bedienung: Einfachheit versus Flexibilität

Das setzt sich auch bei der Bedienung fort: Apple setzt auf das eher statische, dafür aber sehr übersichtliche App-Menü. Alle installierten Anwendungen sind in einer Gitterstruktur gelistet; sie lassen sich in Ordnern thematisch zusammenfassen und in beliebiger Reihenfolge organisieren. Beim Galaxy S3 lassen sich die vorgelagerten Startbildschirme nach belieben selbst konfigurieren. Das verlangt teilweise etwas Einarbeitung, schafft aber mehr Flexibitlität.

Schritt für Schritt: Die wichtigsten Einstellungen fürs iPhone 5

Tendenziell geht in Sachen Bedienung der Trend hin zu mehr Sprach- und Gestensteuerung. Den Anfang hat Apple mit seiner bereits jetzt gut ausgereiften Sprachsteuerung Siri gemacht. Das funktioniert bereits heute sehr zuverlässig. Samsungs Sprachsteuerung S Voice ist momentan noch schlechter.

Schritt für Schritt: Die wichtigsten Einstellungen fürs Galaxy S3

Dafür überzeugt die Gestensteuerung: Kommt etwa ein Anruf ungelegen, genügt es, das S3 einfach mit dem Display auf den Tisch zu legen – und es verstummt. Mit Schwenk- und Kippgesten kann man Bilder bewegen oder zoomen, durch Schütteln des Smartphones E-Mail-Eingang, Wetterbericht oder Aktienkurse aktualisieren.

Ausdauer: Primus Galaxy S3

Samsung hat das Energiemanagement beim Galaxy S3 sehr gut im Griff. 20 Stunden Gesprächszeit im E-Netz sind ein hervorragender Wert. Auch im UMTS-Netz liegt Samsung legt mit sieben Stunden deutlich vorn, Apple 5 fällt mit elf respektive neun Stunden ein gutes Stück zurück.

Interessant ist auch der Stromverbrauch mit Displaybeleuchtung. Für das Galaxy S3 resultiert daraus eine sehr gute typische Ausdauer von mehr als sechseinhalb Stunden. Somit hält der 2076 mAh große Akku das S3 selbst bei intensiver Nutzung gut eineinhalb Tage bei Laune.

Die Akkukapazität des iPhone 5 haben wir mit 1479 mAh ermittelt; die typische Ausdauer liegt bei knapp fünf Stunden. Am Ende eines arbeitsintensiven Tages verlangt das iPhone nach der Steckdose. Das Galaxy S3 hält also insgesamt deutlich länger durch.

Empfang: iPhone mit schwachem Empfang

Auch bei der Messung der Sende- und Empfangsqualität hat das Galaxy S3 die Nase vorn. Das iPhone 5 schneidet im UMTS-Netz mit 18 von 30 möglichen Punkten schwach ab. Das setzt sich beim GSM-Empfang mit 22 von 30 Punkten fort. Auch das Galaxy S3 ist in Sachen Sende- und Empfangsqualität kein Überflieger, bietet aber fast durchgehend mehr Sendeleistung und bietet in allen Netzen besseren Empfang .

Die Akustik auf der Straße und in der Kneipe

Was die Akustik beim Telefonieren angeht, bewegen sich beide Kandidaten auf sehr gutem Niveau. Das Galaxy S3 ist etwas lauter, dafür klappt die Geräuschunterdrückung beim iPhone 5 etwas besser. Doch insgesamt schenken sich die Geräte hie rnichts.

Fazit

Insgesamt hat das Galaxy S3 bei den Labormessungen die Nase vorn, insbesondere in Sachen Ausdauer kann das iPhone 5 nicht mithalten. Zudem ist die Ausstattung nicht zuletzt aufgrund der größeren Offenheit umfangreicher.

Dafür hat das iPhone 5 den stärkeren Prozessor, es wirkt deutlich edler und ist aufgrund seiner Kompaktheit besser zu bedienen. Dafür müssen Sie aber auch mehr hinblättern. Egal wie man sich entscheidet: Ein tolles Smartphone bekommt man in jedem Fall.

 
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