Datenschutz-Beschwerde

Android: Verstößt Googles Werbe-ID gegen die DSGVO?

Die Werbe-ID auf Android-Smartphones soll gegen die DSGVO verstoßen. Ein Datenschützer warnt Google, die Beschwerde von Bürgerrechtlern ernst zu nehmen.

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Verstößt Googles AAID gegen die DSGVO?
© Google

In der vergangenen Woche hatte ein Android-Anwender in Österreich zusammen mit der Bürgerrechtsorganisation Noyb.eu bei der nationalen Datenschutzbehörde eine offizielle Beschwerde gegen Google eingereicht. Die aktuelle Praxis, wie Google auf Android-Smartphones anhand der Android Advertising ID (AAID) Nutzerdaten erhebt, verstoße gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).

Werbe-Tracking mit AAID

Die AAID wird erstellt, wenn ein Nutzer ein Android-Smartphone neu einrichtet. Anhand der alphanumerischen Kennung kann etwa personalisierte Werbung angezeigt werden. Vor Einführung der Werbe-ID nutzten Werbenetzwerke noch sensiblere Daten, wie die Gerätenummer IMEI, um Nutzer zu tracken.

Im Gegensatz zur IMEI kann man die AAID jederzeit zurücksetzen, wozu Google dem Beschwerdeführer auch geraten hatte. Beim Zurücksetzen der AAID wird automatisch eine neue Kennzahl generiert, die nur nach ausdrücklicher Zustimmung mit den Informationen der alten Nummer zusammengeführt werden darf. Auch sollen Werbenetzwerke die AAID eines Nutzers nicht zusammen mit anderen personenbezogenen Daten wie IP-Adresse oder IMEI speichern sowie die Wünsche des Nutzers respektieren, wenn dieser personalisierte Werbung deaktiviert hat.

Noyb verweist in der Beschwerde allerdings auf bekannte Geschäftspraktiken etwa von "Cross-Device-Tracking"-Unternehmen. Studien und Untersuchungen hätten bewiesen, "dass die AAID in Verbindung mit unzähligen anderen Identifikatoren wie IP-Adressen, IMEI-Codes und GPS-Koordinaten, Social-Media-Handles, E-Mail-Adressen oder Telefonnummern gespeichert, gemeinsam genutzt und bei Bedarf mit alten Werten verknüpft wird." Damit wäre ein dauerhaftes Tracking von Android-Nutzern auch nach Zurücksetzen der AAID möglich.

AAID verstößt gegen DSGVO

Gegen die DSGVO verstößt die Praxis nach Ansicht von Noyb, da der Nutzer keine Möglichkeit hat, die Verarbeitung von personenbezogenen Daten zu unterbinden. Man könne die AAID nur zurücksetzen, nicht entfernen, und generiere damit automatisch immer eine neue ID. Im Gegensatz dazu könne man bei Apple die Ad-ID mit Nullen überschreiben.

Auch eine Auskunft über die zu seiner Person gespeicherten Daten habe Google dem beschwerdeführenden Nutzer verweigert, da eine Identifikation über die Kommunikation per E-Mail nicht möglich gewesen sei. Somit hatte er auch auf diesem Weg keine Möglichkeit, der Datenverarbeitung zu widersprechen oder das in der DSGVO festgelegte Recht zur Auskunft über personenbezogene Daten zu nutzen. Somit scheint das System von Google so aufgesetzt zu sein, dass es Nutzern unmöglich sei, ihre Kontrollrechte auszuüben.

Datenschützer: Google soll Beschwerde ernst nehmen

Auch der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar äußerte sich Heise gegenüber skeptisch. Er habe "erhebliche datenschutzrechtliche Zweifel" an der AAID. "Es besteht lediglich eine Wahl, entweder mit einer neuen oder einer bereits bestehenden ID getrackt zu werden." Eine freiwillige Einwilligung der Nutzer in dieses Tracking sei nur schwer erkennbar. "Diese Beschwerde sollte Google sehr ernst nehmen."

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20.5.2020 von Gabriele Fischl

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