Prozessor-Sicherheitslücken

Meltdown und Spectre: Sammelklage gegen Apple eingereicht

Wegen der CPU-Sicherheitslücken Meltdown und Spectre reichen Nutzer nun Klage gegen Apple ein. Das Unternehmen habe früh von den Problemen gewusst und nichts dagegen unternommen.

iPhone 7 Plus, iPhone 6S, iPhone 5S, iPhone 4S

© connect

iPhone 7 Plus, 6S, 5S, iPhone 4S (von links nach rechts). Viele Apple-Geräte sind von Meltdown und Spectre betroffen.

Die gravienden Prozessor-Sicherheitslücken Meltdown und Spectre betreffen alle großen Hersteller wie Intel, ARM und AMD. Doch nun wurde in den USA offenbar ausgerechnet Apple wegen der CPU-Schwachstellen verklagt. Darüber berichtet aktuell Macrumors.

Es handelt sich dabei um eine Sammelklage, die in der vergangenen Woche von Anthony Bartling und Jacqueline Oslon vor dem Bezirksgericht in San Jose in den USA eingereicht wurde. Alle Kunden, die ein Gerät mit einem ARM-Prozessor mit Design von Apple gekauft haben, sollen in der Sammelklage vertreten werden. Zu den ARM-Chips, die von Apple entwickelt wurden, gehören die Modelle vom A4 bis zum A11 Bionic Chip. Sie wurden in iPhones, iPads und in Serien des iPod Touch und Apple TV verbaut.

Sicherheitslücke offenbar bereits seit Juni 2017 bekannt

In der Klage heißt es, Apple habe bereits im Juni des vergangenen Jahres von den Sicherheitslücken Meltdown und Spectre gewusst und hätte dazu bereits früher Angaben machen können. In einem Ausschnitt aus der Klage kann man lesen:

"ARM Holdings PLC, die Firma die die Nutzung von ARM-Architektur durch Apple lizensiert, gibt zu, dass sie von Googles Project Zero im Juni 2017 über die Sicherheitslücken informiert wurde und dass sie ihre Lizenznehmer, die ihre eigenen Prozessoren-Designs entwickeln (vermutlich auch Apple) umgehend informiert habe."

In der Klageschrift wird auch erwähnt, dass Apple vermutlich nicht in der Lage sei, die Sicherheitslücken durch Meltdown und Spectre vollumfänglich angemessen zu beheben, ohne dabei die Leistung seiner Prozessoren um zwischen fünf und 30 Prozent zu verringern. Dies führt dazu, dass Apple-Kunden sich verprellt fühlen, da der Eindruck entsteht, man zahle viel Geld für unzureichenden Service.

Die Klagen gegen Apple häufen sich​

​Apple sieht sich derzeit von vielen Seiten mit Vorwürfen konfrontiert. Die letzten Beschwerden gegen Apple, über die wir berichtet haben, betreffen eine gedrosselte Smartphone-Leistung, vor allem bei iPhones der 6er-Serie​, die in Kraft tritt, sobald der Akku Alterserscheinungen aufweist.

Viele Klagen gegen Apple haben die Beschwerde gemeinsam, Apple verprelle seine Kunden durch mangelnde Transparenz. Apple-Produkte gehören in eine Premium-Kategorie und sind entsprechend teuer. Viele Kunden erkkären, hätten sie von Apples Vorgehen gewusst, wären sie nicht bereit gewesen, ein Apple-Produkt zu kaufen oder den angeführten Preis dafür zu zahlen.

Laut Gerichtsdokumenten, die Macrumors vorliegen, laufen zur Zeit 45 verschiedene Gerichtsverfahren gegen Apple. Zu den Ländern, in denen geklagt wurde, gehören unter anderem Frankreich, Israel, Russland, Südkorea, Vietnam und Kanada.

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Quelle: WEKA MEDIA PUBLISHING GmbH
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