Corona-App des Max-Planck-Instituts

CoroNotes sammelt Gesundheitsdaten für Covid-19-Studie

Das Max-Planck-Institut hat eine neue Corona-App veröffentlicht. Die App CoroNotes sammelt Gesundheitsdaten für Studien zu Covid-19. Es handelt sich dabei nicht um die erwartete App zur Kontaktverfolgung.

© Tübingen AI Center

Die App CoroNotes des Max-Planck-Instituts fragt Gesundheitsdaten der Nutzer ab. Die anonymisierten Daten sollen helfen, den Verlauf der Covid-19-Erkrankung besser zu verstehen.

CoroNotes heißt eine neue Corona-App des Max-Planck-Instituts, die Gesundheitsdaten zu Studienzwecken sammelt. Anders als die vor zwei Wochen veröffentlichte App Corona-Datenspende des Robert-Koch-Instituts funktioniert CoroNotes aber ohne eine Smartwatch oder einen Fitnesstracker.

Bei CoroNotes sollen keinerlei Daten automatisch erfasst werden. Stattdessen sollen Nutzer jeden Tag einige Fragen zu ihrem Gesundheitszustand und eventuellen Symptomen beantworten. Dies soll in weniger als einer Minute täglich erledigt sein, den Forschern aber wertvolle Daten liefern.

Corona besser verstehen mit Gesundheitsdaten

Die App CoroNotes wurde vom Max-Planck-Institut in Zusammenarbeit mit der Universität Tübingen entwickelt. Ziel ist es, auf freiwilliger Basis anonyme Daten zu sammeln, die anschließend für wissenschaftliche und medizinische Studien zur Verfügung stehen. Damit sollen Einblicke in Ausbreitung und Krankheitsverläufe von Covid-19 gewonnen werden, die Rückschlüsse auf effektive Behandlungsmöglichkeiten erlauben.

Mit Hilfe der gesammelten Daten wollen die Forscher beispielsweise die Risiken besser verstehen, die zu einem schweren Krankheitsverlauf führen können, um so gefährdete Patienten frühzeitig entsprechend behandeln zu können. Aber auch mögliche lokale Hotspots, in denen ein neuer Ausbruch der Krankheit bevorsteht, sollen dadurch frühzeitig erkannt werden, um etwa die Kliniken in der Gegend vorzubereiten.

Diese Daten werden abgefragt

Dafür werden neben der täglichen Abfrage nach Symptomen initial auch Daten zur Person wie Alter, Geschlecht, Körpergröße und Gewicht sowie die Postleitzahl gespeichert. Zusätzliche Abfragen, etwa zu Vorerkrankungen oder bestimmten Medikamenten könnten später ergänzt werden, um konkrete Forschungen gezielt zu unterstützen.

Die Erhebung der Daten erfolgt nach Angaben der App-Entwickler aber anonym. Die Nutzer erhalten bei der Anmeldung ein zufällig generiertes Pseudonym. Persönliche Daten wie Name, Telefonnummer oder E-Mail-Adresse sowie Geräteinformationen werden nicht abgefragt.

Es werden auch keine Bewegungsprofile oder Kontakte zu anderen Nutzern gespeichert. Es handelt sich also nicht um eine Tracing-App, die eine Nachverfolgung von Kontaktpersonen ermöglichen würde. Eine solche Corona-App auf PEPP-PT-Basis, die über Bluetooth Infektionsketten nachverfolgen soll, wird voraussichtlich in den kommenden Wochen erscheinen. Eine iOS-Version soll in Kürze folgen.

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