Notch-Implementierung in Android P

Google gibt vor: So viel Notch ist erlaubt

Google hat Richtlinien veröffentlicht, die App-Entwicklern und Smartphone-Herstellern den Umgang mit einer Notch im Display erleichtern sollen.

© LG / OnePlus / Google

Neben dem LG G7 und OnePlus 6 gibt es momentan 14 Smartphones mit Notch. Google hat nun Richtlinien veröffentlicht, wie die Einkerbung softwareseitig umgesetzt werden sollte. App-Entwickler können die Implementierung auch vorab testen.

Apple startete im letzten Jahr mit dem iPhone X den aktuellen Smartphone-Trend der sogenannten Notch. Und wie sollte es auch anders sein: Apple macht es vor, andere Hersteller ziehen mit. Da verschiedene Komponenten des Smartphones nicht in das Display integriert werden können und ihren Platz auf dem Rand des Displays benötigen, ist es nach heutigem Stand noch nicht möglich, die komplette Vorderseite des Smartphones aus Bildschirmfläche bestehen zu lassen. Somit müssen wichtige Komponenten, wie beispielsweise die Frontkamera und verschiedene Sensoren in eine Einkerbung im Display wandern.

Mittlerweile ist die Thematik so relevant, dass Google den Trend zur Notch und größeren Displays in geordnete Bahnen lenken möchte. Der Internet-Riese hat deshalb nun für das kommende Android 9 P Richtlinien und Einschränkungen für Smartphone-Hersteller und App-Entwickler veröffentlicht. Entwickler sollen dadurch die Möglichkeit haben, ihre Software auf jedem Gerät bestmöglich anzupassen, ohne auf jedes Smartphone einzeln Rücksicht zu nehmen.

Maximal zwei Notches erlaubt

Google gibt vor, dass Hersteller nur eine Einkerbung pro Displayrand verbauen dürfen, keinesfalls jedoch an den Seiten des Smartphones. Dementsprechend dürfen Android-Smartphones maximal zwei Einkerbungen besitzen: Eine oben und eine unten.

Für App-Entwickler hat Google Richtlinien veröffentlicht, wie sie mit dem Displaybereich links und rechts neben der Einkerbung verfahren können. Dabei unterscheidet sich die Benutzung mit der Bildschirmdrehung. 

Im Hochkant-Modus nimmt die Statusleiste automatisch die Höhe der Notch ein, sodass links und rechts neben der Einkerbung die Informationen über die aktuelle Uhrzeit oder neue Benachrichtigungen angezeigt werden. Die nutzbare Displayoberfläche beginnt somit direkt unterhalb der Einkerbung und wird auch nicht mehr durch eine Statusleiste eingegrenzt, da diese neben der Notch eingeblendet ist. 

Displaybereich neben Einkerbung auch in Apps nutzbar 

App-Entwicklern ist es ebenfalls möglich, in ihren Apps die Displaybereiche neben der Einkerbung zu benutzen, sofern keine relevanten Informationen oder Bedienelemente dort eingeblendet sind. So lässt sich beispielsweise in Google Maps die Karte auch neben der Notch anzeigen und endet nicht unter dem Bereich der Einkerbung und Statusleiste.

Im Querformat, beispielsweise beim Betrachten von Videos in YouTube, wird der Bildschirmbereich neben der Notch einfach ausgeblendet und schwarz gehalten. Der Benutzer erhält daher den Eindruck, dass das Display erst unterhalb der Einkerbung beginnt und Teile des Videos werden nicht durch die Notch verdeckt.

Momentan setzen laut Googles Blogeintrag bereits 16 Smartphones von zehn Herstellern auf solch eine Einkerbung. Darunter sind das LG G7 ThinQ und das OnePlus 6. Auch das nächste Top-Modell von Google, das Pixel 3 XL, soll wohl eine Notch auf der Vorderseite des Geräts beinhalten, wie neuste Leaks zeigen.

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