Großes Flaggschiff zum kleinen Preis

OnePlus 6 im ersten Test

OnePlus hat in London das OnePlus 6 enthüllt, ein Highend-Smartphone mit einer Frontseite, die wie beim iPhone X nur aus dem Display besteht. Im Vergleich mit dem Apple-Modell kostet es aber weniger als die Hälfte. Connect konnte das OnePlus 6 für einen ersten Test bereits in die Hand nehmen.

OnePlus 6

© connect

Das Display des OnePlus 6 ist auf 6,3 Zoll angewachsen.

Es ist wohl kein Zufall, dass Honor und OnePlus ihre 2018er Top-Modelle fast zeitgleich in London vorgestellt haben. Beide Marken verbindet viel: Sie stammen aus China, adressieren die internetaffine Jugend, kommunizieren überwiegend über Social Media und setzen voll auf den Direktvertrieb. Der Erfolg gibt beiden recht.

Das OnePlus 6 dürfte ein weiterer Schritt auf dem Weg nach oben sein, soviel lässt sich jetzt schon sagen. Weil die Frontseite fast nur aus dem Display besteht, wächst das Panel von 6 auf mächtige 6,3 Zoll, obwohl das Smartphone praktisch genauso groß ist wie der Vorgänger OnePlus 5T. Von diesem unterscheidet sich auch das Design grundlegend: Die Chinesen folgen dem allgemeinen Trend und setzen auf eine Rückseite aus Glas (Gorilla Glas 5 vorne und hinten), die fließend in einen Metallrahmen übergeht. Der wird an den Längsseiten schmaler, weshalb das Smartphone sehr gut in der Hand liegt.

Der Fingerabdrucksensor befindet sich auf der Rückseite unterhalb der Kamera, er hebt sich kaum von der Oberfläche ab, aber ein feiner Anschliff sorgt dafür, dass man ihn trotzdem gut erfühlen kann. Die vergleichsweise große Sensorfläche, die zur Abwechslung viereckig und nicht rund ist, sorgt dafür, dass man mit dem Finger auf Anhieb die richtige Stelle findet. Verarbeitung und Haptik genügen allerhöchsten Qualitätsansprüchen.

OnePlus 6

© OnePlus

Das OnePlus 6 kommt in glänzendem und mattem Schwarz und in einer limitierten weißen Version.

Milchglas ist ein Hingucker

Das OnePlus 6 kommt in drei Farben auf den Markt: in glänzendem Klavierlack-Schwarz (Mirror Black) mit 6/64 GB oder 8/128 GB für 519 beziehungsweise 569 Euro, in mattem Schwarz (Midnight Black) mit 8/128 GB oder 8/256 GB für 569 beziehungsweise 619 Euro und in einer limitierten mattweißen Variante (Silk White) mit 8/128 GB für 569 Euro. Abgesehen vom weißen Modell, das später folgt, sind alle Varianten ab dem 22. Mai erhältlich.

Wichtig: bei den matten Modellen hat die Rückseite eine milchglasartige Textur, die sich besonders hochwertig anfühlt und optisch aus der Masse heraussticht – wir empfehlen diese Varianten, zumal das glänzende schwarze Modell Fingerabdrücke magisch anzieht.

OnePlus 6

© OnePlus

Der 3.300-mAh-Akku lässt sich über die Dash-Charge-Funktion schnell laden

Alles drin, alles dran

Technisch wird Feinkost geboten, so wie man es von OnePlus gewohnt ist. Unter dem 6,3 Zoll großen OLED (2280 x 1080 Pixel) gibt Qualcomms aktuelles Spitzenmodell Snapdragon 845 den Takt vor, der zu den modernsten und leistungsstärksten Prozessoren auf dem Markt gehört. Unterstützt wird eine umfassende Connectivity, unter anderem Bluetooth 5.0 mit aptX, WLAN mit MIMO und LTE Cat 16. Auch die Bildsignalverarbeitung ist auf höchstem Niveau angesiedelt, darauf lassen jedenfalls die Testfotos schließen, die wir geknipst haben.

OnePlus setzt dabei auf eine 16-Megapixel-Hauptkamera, die von einer Sekundärkamera mit 20 Megapixeln unterstützt wird. Die Hauptkamera ist mit Blende f1.7 sehr lichtstark, ein optischer Bildstabilisator gleicht zudem Verwackler gut aus, beides sorgt für eine tolle Bildqualität bei schlechten Lichtverhältnissen. Zu den Extras gehört neben Zeitlupe und Zeitraffer auch ein Porträtmodus mit Hintergrundunschärfe. Dieser funktioniert zudem nicht nur mit der Doppeloptik auf der Rückseite, sondern auch mit der 16-Megapixel-Frontkamera.

OnePlus 6

© OnePlus

Der Fingerprint-Sensor ist auf der Rückseite unter der Dual-Kamera platziert.

Fazit: Ein starkes Smartphone

Zu den Markenzeichen von OnePlus gehören der mechanische Schieberegler zum Stummschalten (angeordnet auf der rechten Seite über der Power-Taste) und natürlich das Android-Derivat Oxygen OS, das das Google-System mit cleveren Funktionen anreichert, unter anderem eine erweiterte Gestensteuerung (Drei-Finger-Screenshot) und einen speziellen Spielmodus, der beim Zocken Benachrichtigungen blockiert und den Akkusparmodus deaktiviert.

Viel verkehrt macht OnePlus bei seinem neuen Flaggschiff anscheinend nicht, zu kritisieren gibt es lediglich die fehlende IP-Zertifizierung und den Verzicht auf Qi zum drahtlosen Aufladen. Beides wird den Erfolg dieses auf den ersten Blick starken Smartphones aber nicht aufhalten.

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