Intel Core Ultra 200S Plus mit mehr Kernen, höherer Taktung und Software-Optimierung
Intel stellt die Core Ultra 200S Plus Serie vor – die schnellsten Gaming-Desktop-Prozessoren, die die Chipschmiede je produziert hat.
Mit mehr Kernen, bis zu 900 MHz höherer Die-to-Die-Frequenz und einem neuartigen Binary Optimization Tool will Intel ab dem 26. März 2026 Gamer und Content Creator gleichermaßen begeistern....
Mit mehr Kernen, bis zu 900 MHz höherer Die-to-Die-Frequenz und einem neuartigen Binary Optimization Tool will Intel ab dem 26. März 2026 Gamer und Content Creator gleichermaßen begeistern.
Zwei neue Modelle stehen in den Startlöchern
Intel hat mit dem Core Ultra 7 270K Plus und dem Core Ultra 5 250K Plus zwei neue Desktop-Prozessoren der Core Ultra 200S Plus Serie angekündigt – einen Core Ultra 9 jedoch nicht. Diese beiden Chips basieren auf der überarbeiteten „Arrow Lake R"-Architektur und setzen auf das bekannte Hybrid-Design aus leistungsstarken P-Cores (Performance Cores – Leistungskerne) und stromsparenden E-Cores (Efficiency Cores – Effizienzkerne).
Im Vergleich zu den bisherigen Nicht-Plus-Modellen der 200S-Serie hat Intel bei beiden neuen Prozessoren jeweils vier E-Cores hinzugefügt.
Damit hat der Core Ultra 7 270K Plus insgesamt 24 Kerne (8 P-Cores und 16 E-Cores), und zusammen 24 Threads, denn sowohl P- als auch E-Cores haben nur einen Thread. Die Zeiten, wo Rechenkerne zwei Threads meisterten, sind womöglich endgültig begraben. Der kleinere Core Ultra 5 250K Plus beherbergt insgesamt 18 Kerne, sechs Power-Cores und zwölf E-Cores. Die maximale Taktfrequenz wurde bei beiden CPUs etwas erhöht.
Zusätzlich zu den Extra-Kernen hat Intel die sogenannte D2D-Frequenz (Die-to-Die Frequency – Chip-zu-Chip-Verbindungsfrequenz) um bis zu 900 MHz angehoben. Diese Verbindung zwischen dem Prozessor-Die und dem Speicher-Controller spielt eine zentrale Rolle für die Systemlatenz: Je schneller diese interne Datenautobahn arbeitet, desto reaktionsschneller ist das Gesamtsystem – was sich insbesondere in Spielen und latenzempfindlichen Anwendungen bemerkbar macht.
Intel will zum Teil deutlich schneller sein als AMD
Intel positioniert die neuen Plus-Modelle offensiv gegen AMDs aktuelle Ryzen-9000-Serie. Die vom Hersteller veröffentlichten Benchmarks zeigen deutliche Vorsprünge bei der Mehrkern-Leistung.
Der Core Ultra 7 270K Plus soll gegenüber dem AMD Ryzen 7 9700X beim Cinebench 2024 Multi Core bis zu 92 Prozent schneller sein, beim Multi-Thread-Test bis zu 86 Prozent. Bei ULs 3DMark „CPU Profile“ will Intel beim Teilergebnis „Max Threads“ bis zu 90 Prozent mehr Punkte erreicht haben. Konkrete Angaben wäre natürlich auch hier schön gewesen, um zu sehen ob dies einer späteren Prüfung standhält.
Noch deutlicher fällt der Vergleich, den Intel hier zieht, beim günstigeren Core Ultra 5 250K Plus gegenüber dem AMD Ryzen 5 9600X aus.
Für Anwender bedeutet das: Wer regelmäßig Videos rendert, 3D-Modelle bearbeitet oder andere parallel ablaufende Workloads ausführt, bekommt mit den neuen Intel-Prozessoren laut Intel erheblich mehr Leistung im Vergleich zu den direkten AMD-Konkurrenten in der jeweiligen Preisklasse. Das Kleingedruckte darf man allerdings nicht vergessen. Intel gibt in den technischen Details zu den eingesetzten Plattformen an, dass das Intel-System mit DDR5-7200-Speicher bestückt war, während die AMD-Plattform mit DDR5-5600 getestet wurde – ein Unterschied, der die Benchmark Resultate durchaus beeinflusst haben könnte.
Schnellere Spiele-Performance – auch dank eines Software-Tricks
Neben der reinen Hardware-Aufrüstung setzt Intel auf eine neuartige Software-Optimierung - das Intel Binary Optimization Tool. Kurz gesagt: Diese Technologie nutzt Intels jahrzehntelange Erfahrung in der Compiler- und Workload-Optimierung, um den Maschinencode von Spielen und Anwendungen besser an die Intel-Architektur anzupassen.
Das Besondere ist, dass das Tool auf der Ebene der fertigen ausführbaren Dateien (Binaries) und Programmbibliotheken arbeitet und damit müssen Entwickler ihren Quellcode nicht extra anpassen. Das Binary Optimization Tool reduziert laut Intel architekturbedingte Engpässe in der Befehlsverarbeitung, ohne dabei Berechnungsschritte zu überspringen. Es soll dadurch die IPC (Instructions Per Cycle – Befehle pro Taktzyklus) verbessern, also die Effizienz, mit der der Prozessor Programmcode abarbeitet.
Wenn wir Intel Glauben schenken, dann sind die Auswirkungen beim Gaming bereits messbar. Im Vergleich zum direkten Vorgänger Core Ultra 7 265K erreicht der Core Ultra 7 270K Plus im Schnitt 15 Prozent mehr Gaming-Leistung über die sechs von Intel verwendeten Games. Aber auch hier muss man kritisch sein, denn die verwendete Testplattform mit einer RTX 5090 spricht im Gros sicher nicht Gamer an, die in 1080p zocken. Wie sich das Binary-Tool bei adäquaten Auflösungen schlägt, muss man abwarten – das letzte Wort haben hier wie immer die unabhängigen Reviews.
Der Vollständigkeit halber nennen wir noch die Zahl von 13 Prozent plus für den Core Ultra 5 250K Plus gegenüber dem Core Ultra 5 245K für Intels Gaming-Tests beim Einsatz mit dem Binary Optimization Tool gegenüber der gemittelten Spiele-Leistung ohne das Tool.
Was potentielle Käufer wissen sollten
Die besonders hohen Zuwächse bei Titeln wie Shadow of the Tomb Raider (+39 Prozent) werden tatsächlich durch das Binary Optimization Tool erzielt. Dieses Feature ist aber exklusiv für die Intel Core Ultra Plus Prozessoren verfügbar und funktioniert nur mit ausgewählten Spielen. Bei Titeln ohne diese Optimierung wird der Leistungszuwachs wohl sehr viel moderater ausfallen.
Plattform-Kompatibilität und neue Speicher-Features
Ein wichtiger Punkt für Aufrüst-Willige dürfte sein, dass die neuen Core Ultra 200S Plus Prozessoren vollständig kompatibel sind mit allen Mainboards mit Intel 800er-Chipsatz-Serie und dem Sockel LGA 1851. Wer bereits ein Z890-Board besitzt, kann also ohne Mainboard-Wechsel aufrüsten – ein vorheriges BIOS-Update sollte man aber immer machen, denn das alte BIOS wird die neuen CPUs nicht kennen.
Darüber hinaus bringen die Plus-Prozessoren Unterstützung für höheren Speichertakt mit: DDR5-7200 MT/s (Megatransfers pro Sekunde) sind jetzt offiziell spezifiziert, gegenüber DDR5-6400 MT/s bei den Nicht-Plus-Modellen. In Kombination mit dem Intel Core Ultra 200S Boost BIOS-Profil ist sogar garantiertes Übertakten auf 8000 MT/s mit Garantie-Absicherung möglich.
Als Zukunftstechnologie kündigt Intel zudem erste Unterstützung für 4R CUDIMM (4-Rank Clocked Unbuffered DIMM) an. Diese Module können bis zu 128 GByte pro Speicherriegel bereitstellen und kombinieren damit die hohe Kapazität, die man sonst nur von HEDT-Plattformen (High-End Desktop – Hochleistungs-Desktop-Plattformen) kennt, mit der niedrigen Latenz und hohen Bandbreite von Gaming-optimiertem DDR5-Speicher. Diese Funktion ist allerdings nur auf ausgewählten neuen Mainboards verfügbar, von denen 12 neue 800er-Modelle in den Handel kommen sollen.
Preise und Verfügbarkeit
Die neuen Prozessoren sind ab dem 26. März 2026 im Handel erhältlich und beginnen bei 199 US-Dollar ohne Steuern für den US-Markt. Für Deutschland könnte das bei dem aktuell noch starken Euro bedeuten, dass rund 200 Euro für den neuen Core Ultra 5 möglich wären. Realistisch und aus der Erfahrung der Vergangenheit betrachtet, sollte man besser wenigstens 50 Euro draufschlagen. Der Core Ultra 7 wird von Intel mit einem Preisschild von 299 US-Dollar versehen.


