Mieten statt kaufen

Smartphone mieten - lohnt sich das?

Ein Smartphone mieten statt kaufen? Das bieten unter anderem Mediamarkt, das Berliner Start-up Grover und der Versandhandelsriese Otto an. Lohnt sich das? Wir haben uns die Konditionen angeschaut.

Smartphone mieten - Media Markt

© Media Markt

Smartphone mieten - das ist unter anderem bei Mediamarkt möglich.

Autos mieten statt kaufen? Carsharing wird vor allem in Großstädten immer häufiger genutzt. Schließlich lohnt sich ein eigenes Vehikel kaum, wenn man es wegen Parkplatzmangel und rasant steigender Verkehrsdichte ohnehin die meiste Zeit stehen lässt.

Mediamarkt setzt auf Leihgerät

Was bei Autos funktioniert, haben seit einiger Zeit auch andere Branchen übernommen: Seit über einem Jahr verleiht Mediamarkt unter dem Werbeslogan "Miet mich!“ ausgewählte Hardware über seinen Onlineshop und in fünf Filialen auch vor Ort. Das Angebot umfasst derzeit rund 500 Artikel aus den Warenbereichen TV, Audio, Entertainment, Smartphones, Wearables, Foto und Video sowie Notebooks und Laptops.

Wie es scheint, hat der Elektrohändler damit eine Marktlücke entdeckt: Laut eigenen Angaben hat er innerhalb eines Jahres über den hauseigenen Webshop Geräte und Gadgets im deutlich fünfstelligen Bereich vermietet. Unter den am häufigsten nachgefragten Produkten rangieren Actioncams, VR-Brillen und Smartphones ganz weit oben. Der Mietbedarf bei Waschmaschinen, Kühlschränken, Geschirrspülern sowie Kaffeevollautomaten steigt wohl ebenfalls stetig, sodass der Händler sein Leihsortiment in Kürze um diese Geräte erweitern will.

Grover mit kurzer Leihdauer

Dabei kooperiert Mediamarkt mit dem Berliner Start-up Grover, das seit drei Jahren Technikprodukte über seine Online-Plattform vermietet. Und das recht erfolgreich: Laut eigenen Angaben konnte der junge Dienst, der neben Mediamarkt auch mit Euronics, Gravis und Conrad kooperiert, im letzten Jahr über 30.000 registrierte Nutzer verzeichnen. Das Ganze funktioniert denkbar einfach: Bei Mediamarkt gelangen die Online-Kunden nach der Produktwahl direkt auf die Grover-Plattform, über die das gesamte Mietgeschäft abgewickelt wird. 

Die Leihfrist für die Mietware beträgt in der Regel einen Monat, die Mietpauschale wird monatlich vorab gezahlt. Im Mietpreis inklusive ist die kostenlose Lieferung und Rücksendung, eine Kaution entfällt. Wer will, kann das gemietete Gerät jederzeit kaufen und erhält 30 Prozent der geleisteten Mietzahlungen auf den Kaufpreis angerechnet. Die gemieteten Geräte sind zu 50 Prozent versichert. Bei Verlust oder Beschädigung muss der Kunde für die restliche Hälfte des Anschaffungspreises aufkommen. Kunden der Geschäftspartner wie Mediamarkt und Conrad erhalten ausschließlich Neuware, während Grover auf der eigenen Plattform auch Gebrauchtgeräte verleiht.

Smartphone mieten - Ottos Leihservice

© Screenshot WEKA / connect

Beim Versandhändler Otto kann man über die Internetplattform „Otto now“ neben Fernsehern, Kaffeeautomaten und Smart-Home-Produkten auch Smartphones von Samsung, Huawei und Sony mieten. Die Leihfrist beträgt mindestens drei und höchstens 24 Monate.

Handymiete lohnt sich nicht

Lohnt sich der Mietservice für Smartphone-Nutzer? Unterm Strich nur für Techies, die etwa ein teures Topgerät vorab testen wollen oder nur für eine kurze Dauer benötigen. Beispiel: Das Apple iPhone X kostet mit 256 GB Speicher bei Mediamarkt einmalig 1319 Euro, der Mietpreis für das iOS-Gerät beträgt 104,90 Euro pro Monat – da ist man nach anderthalb Jahren so viel Geld los, wie wenn man das gute Stück gleich gekauft hätte. Versandhändler Otto, der mit seinem Service „Otto now“ noch vor Mediamarkt startete und neben Elektrogroßgeräten und Kaffeemaschinen auch E-Bikes verleiht, kommt in seiner Smartphone-Rubrik gar ohne Apple-Phones aus: Zur Auswahl stehen Samsung-, Huawei- sowie Sony-Modelle, die man wahlweise für drei, sechs, zwölf oder 24 Monate mieten kann.

 So zahlt man für das Samsung Galaxy S8 bei der Mindestmietzeit von drei Monaten 41,99 Euro pro Monat. Die Mietgebühr verringert sich zwar mit längerer Leihfrist, doch selbst nach 24 Monaten, wenn das Gerät über den Mietpreis eigentlich schon abbezahlt wäre, gehört einem das Mobiltelefon nicht. Otto verleiht nur und verkauft keine Mietgeräte.

Wir meinen: Die Gerätemiete kann sich bei Drohnen, Beamern oder teuren Kameras durchaus lohnen, die man etwa nur für eine Urlaubsreise braucht. Auch für Unternehmen gibt’s interessante Modelle wie etwa Fonlos oder Apfel-Verleih, bei denen man Smartphones und Tablets für Events, Messen, Roadshows und Schulungen mieten kann. Private Handyfans zahlen dagegen drauf.

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